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Biologielaborant

Biologielaboranten führen naturwissenschaftliche Untersuchungen und Experimente in biologischen, biochemischen und mikrobiologischen Laboren durch. Sie arbeiten mit Zellkulturen, Mikroorganismen und molekularbiologischen Methoden, werten Daten aus und dokumentieren Ergebnisse präzise. Der Beruf eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem naturwissenschaftlichem Interesse, die sorgfältig und methodisch arbeiten möchten und Freude an praktischen Laborarbeiten haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–1100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Biologielaborant?

Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Kontrolle laufender Versuche: Biologielaboranten prüfen Zellkulturen im Brutschrank, kontrollieren Bakterienkulturen auf Wachstum und bereiten Nährmedien wie LB-Bouillon oder Agarplatten frisch an. Sie stellen Puffer- und Reagenzlösungen her, kalibrieren Geräte wie pH-Meter, Spektralphotometer oder Zentrifugen und dokumentieren alle Arbeitsschritte im Laborbuch oder per LIMS-Software (z. B. LabWare, SAP-basierte Systeme). Ein typischer Vorgang ist die Isolierung von DNA aus Gewebe mittels Kits (z. B. von Qiagen), gefolgt von einer PCR-Analyse zur Genotypisierung. Nachmittags werden Proben mit dem Lichtmikroskop oder dem konfokalen Mikroskop ausgewertet, Ergebnisse statistisch mit Excel oder GraphPad Prism aufbereitet und Protokolle verfasst. Biologielaboranten arbeiten eng mit Biologen, Chemikern und Biotechnologen zusammen, erhalten Arbeitsaufträge von Projektverantwortlichen und tauschen sich in Teambesprechungen über Versuchsergebnisse aus. Die Arbeitsumgebung ist das Labor mit Reinraumbereichen, Kühlräumen und Sicherheitswerkbänken der Klasse 2.

Wo arbeitest du?

Biologielaboranten arbeiten überwiegend in Industrieunternehmen der Pharma- (Bayer, Boehringer Ingelheim, Roche), Biotechnologie- (BioNTech, CureVac, Sartorius) und Lebensmittelbranche sowie in der Kosmetikindustrie. Weitere Arbeitgeber sind Forschungsinstitute (Fraunhofer, Helmholtz), Universitätslabore, Krankenhauslabore und staatliche Untersuchungsämter. Die meisten Stellen entfallen auf mittelständische bis große Industrieunternehmen. In der Biotechnologie und Pharmaindustrie besteht aktuell ein deutlicher Fachkräftemangel.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die Ausbildung ein solides Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge erfordert. Besonders wichtig sind gute Noten in Biologie, Chemie und Mathematik. Persönlich sollte man präzise und sorgfältig arbeiten können, da Messfehler Versuchsergebnisse verfälschen. Geduld und Konzentrationsfähigkeit für mehrstündige Versuchsreihen sind ebenso erforderlich wie ein analytisches Denkvermögen. Interesse an lebenden Organismen, Zellen und molekularen Prozessen sowie die Bereitschaft, strenge Hygienevorschriften und Sicherheitsregeln einzuhalten, sind grundlegende Voraussetzungen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt: Laborsicherheit, Umgang mit Gefahrstoffen nach TRGS, Grundtechniken wie Pipettieren, Zentrifugieren, Filtrieren und Sterilisieren sowie grundlegende Mikroskopie. Chemische Grundlagen wie Lösungen herstellen, pH-Werte messen und einfache Titrationen stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen Auszubildende molekularbiologische Methoden (PCR, Gelelektrophorese, Western Blot), Zellkulturtechnik, Mikrobiologie (Keimzahlbestimmung, Sterilisationsverfahren), Biochemie (Enzymkinetik, Proteinanalytik) und Histologie. Statistik, Qualitätssicherung nach GMP/GLP und die Dokumentation nach Richtlinien zählen zu zentralen Lernfeldern. Im Vergleich zu Chemielaboranten liegt der Schwerpunkt klar auf biologischen Systemen, lebenden Organismen und molekularbiologischen Arbeitstechniken statt auf rein chemisch-analytischen Methoden.

Biologie und BiotechnologieChemie und BiochemieMathematik und StatistikQualitätssicherung und LabordokumentationWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 findet im dritten Ausbildungshalbjahr (Mitte des 2. Lehrjahres, ca. April/Mai) statt und umfasst eine praktische Laboraufgabe aus dem Bereich Grundlagen (Dauer: 135 Minuten) sowie einen schriftlichen Teil mit 60 Minuten. Teil 2 findet am Ende der Ausbildung (ca. April/Mai im 3. Lehrjahr) statt. Er besteht aus vier Prüfungsbereichen: 'Biologische Untersuchungen' als praktische Arbeitsaufgabe (480 Minuten, Gewichtung 50 %), 'Biologische Analytik' schriftlich (150 Minuten, 15 %), 'Allgemeine und präparative Chemie/Biochemie' schriftlich (150 Minuten, 15 %) sowie 'Wirtschafts- und Sozialkunde' schriftlich (60 Minuten, 10 %). Teil 1 wird mit 10 % gewichtet. Im praktischen Teil müssen mindestens ausreichende Leistungen (50 Punkte) erzielt werden. Ein abschließendes Fachgespräch (maximal 20 Minuten) ist Teil der praktischen Arbeitsaufgabe und dient der Auswertung der Versuchsergebnisse.

Prüfungsthemen

  • Molekularbiologische Methoden (PCR, Gelelektrophorese, Southern/Western Blot)
  • Zellkulturtechnik und Sterilarbeit
  • Mikrobiologie (Keimzahlbestimmung, Sterilitätsprüfung, Nährmedienherstellung)
  • Biochemie und Enzymkinetik (Photometrie, Proteinbestimmung)
  • Histologie und Mikroskopie (Präparation, Färbetechniken)
  • Qualitätssicherung, GMP/GLP und Dokumentation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung können Biologielaboranten den Techniker-Abschluss (Staatlich geprüfter Biologisch-technischer Assistent BTA oder Techniker Fachrichtung Biotechnik/Chemietechnik) anstreben. Der IHK-Weiterbildungsweg führt über den Industriemeister Chemie (IHK) in Leitungspositionen. Mit Fachhochschulreife bietet sich ein Bachelor-Studium in Biotechnologie, Biologie, Biochemie oder Life Sciences an. Spezialisierungen sind möglich in Molekularbiologie, Zellbiologie, Qualitätssicherung (GMP-Beauftragter) oder Bioinformatik. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Laborleiter, Qualitätssicherungsbeauftragter oder Projektkoordinator realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.400 EUR brutto nach Ausbildung auf 3.200–4.500 EUR brutto in Führungspositionen.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (September/Oktober) eingereicht werden, da Pharmaunternehmen früh rekrutieren. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Schulzeugnisse (Schwerpunkt Biologie und Chemie) sowie ggf. Praktikumsnachweise aus Labors oder naturwissenschaftlichen Projekten. Viele Großunternehmen nutzen Online-Bewerbungsportale und schalten IHK-Einstellungstests oder naturwissenschaftliche Eignungstests vor (Aufgaben zu Maßeinheiten, Lösungskonzentrationen, Logik). Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu Lieblingsexperimenten aus dem Schulunterricht, Interesse an Mikroorganismen oder PCR sowie die Fähigkeit zur Sorgfalt und Fehleranalyse gestellt. Praktika oder Teilnahme an Jugend-forscht-Wettbewerben hinterlassen bei Ausbildern einen besonders positiven Eindruck.

Ratgeber

Der Biologielaborant ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, angesiedelt im naturwissenschaftlichen Berufsfeld. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 700 und 1.100 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in der Ausbildung zum Biologielaborant?
Die Ausbildung selbst ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können sich Biologielaboranten durch die Wahl des Ausbildungsbetriebs thematisch spezialisieren – etwa in der Mikrobiologie, Biochemie, Gentechnik, Pharmaforschung oder Umweltanalytik. Im Laufe der Berufstätigkeit entstehen so oft informelle Schwerpunkte je nach Arbeitsfeld.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Biologielaborant benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur. Da naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Chemie und Mathematik zentral sind, werden gute Kenntnisse in diesen Bereichen erwartet. Ein Hauptschulabschluss allein reicht in der Praxis selten aus.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Biologielaboranten?
Biologielaboranten sind vor allem in der pharmazeutischen und chemischen Industrie, in der Lebensmittel- und Kosmetikbranche sowie in Forschungsinstituten und Universitätslaboren tätig. Auch Behörden wie Umweltämter, Gesundheitsämter oder das Robert Koch-Institut beschäftigen Biologielaboranten. Klinische Prüflabore und Biotechnologieunternehmen zählen ebenfalls zu typischen Arbeitgebern.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Biologielaboranten eine Weiterbildung zum Techniker oder zur Technikerin im Bereich Biologie bzw. Chemie absolvieren. Mit Fachhochschulreife oder Abitur ist ein Studium in Biologie, Biochemie, Biotechnologie oder verwandten Fächern möglich; in einigen Bundesländern kann die Ausbildung sogar zur Studienzulassung beitragen. Zudem bieten sich Fortbildungen in spezifischen Laborverfahren oder die Ausbildereignungsprüfung (AEVO) als Qualifikationsschritte an.

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