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ElektroberufeBBiG

Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik

Der Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik ist ein industrieller Ausbildungsberuf, der sich auf die Elektrotechnik in Fertigungsanlagen, Produktionsmaschinen und Antriebssystemen spezialisiert. Im Mittelpunkt stehen Elektromotoren, Frequenzumrichter, Steuerungen und die gesamte elektrische Ausrüstung von Industriemaschinen – vom Bandantrieb in einer Automobilfabrik bis zur CNC-Fräsmaschine. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen, die sowohl mit digitaler Steuerungstechnik als auch mit klassischer Verdrahtung und Mechanik arbeiten möchten. Wer präzises Denken, handwerkliches Geschick und Freude an komplexen Systemen mitbringt, ist hier richtig.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

650–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik?

Der Arbeitsalltag beginnt typischerweise mit der Übergabe durch die Frühschicht oder dem Durchsehen offener Wartungsaufträge im Betriebsinformationssystem (z. B. SAP PM). Morgens werden häufig geplante Wartungen an elektrischen Antrieben durchgeführt: Isolationsmessungen an Motoren mit dem Megaohmmeter, Überprüfung von Frequenzumrichtern (z. B. Siemens SINAMICS oder SEW EURODRIVE), Reinigung von Schaltschränken und Auswechseln von Sicherungselementen. Nachmittags stehen oft Störungsbeseitigungen auf dem Plan – zum Beispiel das Diagnostizieren eines ausgefallenen Servoantriebs an einer Spritzgussmaschine mithilfe von Oszilloskop und Multimeter. Man liest Stromlaufpläne in EPLAN, verlegt Leitungen nach Schaltplan und programmiert einfache SPS-Bausteine in STEP 7 oder TIA Portal. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Maschinenbauern, Automatisierungstechnikern und Produktionsleitern. In größeren Betrieben arbeitet man im Team, in kleineren Firmen oft eigenverantwortlicher. Gelegentlich sind Außeneinsätze beim Kunden zur Inbetriebnahme neuer Maschinen Teil des Berufsalltags.

Wo arbeitest du?

Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik arbeiten vorwiegend in der Industrie: in der Automobilfertigung (BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz), im Maschinenbau (DMG Mori, Trumpf, KION Group), in der Chemie- und Pharmaindustrie (BASF, Bayer) sowie bei Herstellern von Antriebstechnik wie SEW-EURODRIVE, Siemens oder ABB. Auch Energieversorgungsunternehmen und Betreiber großer Produktionsanlagen beschäftigen diese Fachkräfte. Der Fachkräftemangel in der Elektroindustrie ist ausgeprägt – die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, die Übernahmequote nach der Ausbildung liegt branchenweit über 75 %.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss). Gute Leistungen in Mathematik (insbesondere Algebra, Trigonometrie für Wechselstromrechnung) und Physik sind essenziell, da Berechnungen zu Spannung, Strom, Leistung und Wirkungsgrad täglich anfallen. Technisches Zeichnen und Informatik-Grundkenntnisse sind hilfreich. Persönlich überzeugen Bewerber, die systematisch und sorgfältig arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen und keine Scheu vor Schaltschränken, Höhen oder gelegentlichem Schichtdienst haben. Teamfähigkeit und technische Neugier – etwa das eigenständige Erkunden von Maschinen und Elektronik – werden von Ausbildungsbetrieben besonders geschätzt.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Elektrotechnik im Vordergrund: Ohmsches Gesetz, Gleichstrom- und Wechselstromtechnik, sicheres Arbeiten nach DGUV Vorschrift 3 sowie das Lesen und Erstellen einfacher Schaltpläne. Außerdem werden Grundfertigkeiten wie Löten, Crimpen, Kabelkonfektionierung und das Verdrahten von Schaltschränken vermittelt. Im zweiten Lehrjahr kommen Antriebstechnik und Steuerungstechnik hinzu: Asynchronmotoren, Gleichstrommotoren, Frequenzumrichter und deren Parametrierung sowie die Grundlagen der SPS-Programmierung (IEC 61131-3). Man lernt Schutzisolierung, EMV-Maßnahmen und Instandhaltungskonzepte nach DIN 31051. Im dritten Lehrjahr werden Kenntnisse in Servo- und Linearantrieben, Feldbussystemen (PROFIBUS, PROFINET), Inbetriebnahme und Fehlerdiagnose vertieft. Der Unterschied zu ähnlichen Berufen wie dem Elektroniker für Betriebstechnik liegt in der starken Fokussierung auf maschinenbezogene Antriebssysteme statt auf Gebäude- oder Energieversorgungstechnik.

Elektrotechnik und ElektronikAntriebstechnikSteuerungs- und RegelungstechnikMaschinen und FertigungstechnikDeutsch/KommunikationWirtschaft und Gesellschaft

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung ist in zwei Teile gegliedert und wird von der IHK abgenommen. Prüfungsteil 1 findet nach ca. 18 Monaten (Mitte des 2. Lehrjahres) statt. Geprüft werden Grundkenntnisse der Elektrotechnik und Antriebstechnik in einem schriftlichen Test mit einer Dauer von ca. 90 Minuten sowie einer praktischen Aufgabe (Aufbau und Messung an einem einfachen elektrischen Schaltkreis, ca. 3,5 Stunden). Teil 1 fließt mit 40 % in die Gesamtnote ein. Prüfungsteil 2 findet am Ende der 3-jährigen Ausbildung statt. Er umfasst vier Prüfungsbereiche: eine betriebliche Arbeitsaufgabe (praktische Prüfung über ca. 8 Stunden, Gewichtung 50 %), Systemanalyse (schriftlich, 90 Minuten), Funktionsanalyse (schriftlich, 90 Minuten) und Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten). Die drei schriftlichen Bereiche machen zusammen 60 % des Teils 2 aus. Zum Bestehen darf kein Bereich mit ungenügend (6) bewertet werden, und mindestens zwei Bereiche müssen mit mindestens ausreichend (4) abgeschlossen werden. Ein Fachgespräch zur betrieblichen Aufgabe dauert ca. 20 Minuten.

Prüfungsthemen

  • Installationen und Schutzmaßnahmen in Anlagen mit Maschinen und Antrieben
  • Antriebstechnik und Motor-Grundlagen
  • Steuerungstechnik und SPS-Programmierung
  • Fehlerdiagnose und Inbetriebnahme von Antriebssystemen
  • Schaltschrank- und Schaltplantechnik

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.200 €/Monat eröffnen sich mehrere Wege. Der klassische Aufstieg führt zum Industriemeister Elektrotechnik (IHK) oder zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik – beide Abschlüsse qualifizieren für Teamleiter- oder Meisterpositionen mit Gehältern von 3.200–4.500 €/Monat. Der Fachkaufmann für Automatisierungstechnik oder ein Studium in Elektrotechnik, Mechatronik oder Automatisierungstechnik (auch dual möglich) sind weitere Optionen. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Abteilungsleiter Instandhaltung, Projektingenieur für Anlagentechnik oder Serviceleiter erreichbar. In international aufgestellten Maschinenbauunternehmen sind auch Auslandseinsätze und Karrieren im technischen Vertrieb realistisch.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 9 bis 12 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart (also ab Herbst für den Beginn im folgenden September) eingereicht werden. Große Industrieunternehmen schreiben Stellen oft schon im Frühjahr des Vorjahres aus. Die Bewerbungsmappe umfasst: Anschreiben mit konkretem Bezug auf Antriebstechnik oder Maschinen, tabellarischer Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Praktikumsnachweise. Technische Betriebe führen häufig Einstellungstests durch (Grundrechenarten, Bruchrechnung, physikalische Grundkenntnisse, technisches Verständnis). Im Vorstellungsgespräch punkten Bewerber, die eigene Bastelprojekte (z. B. Elektronikbausätze, Modellbau) oder Praktika nennen können. Besonders wichtig: Demonstrieren Sie strukturiertes Denken bei Problemlösungsaufgaben und zeigen Sie echtes Interesse an Maschinen und Antrieben.

Ratgeber

Der Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 650 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in diesem Beruf?
Der Beruf selbst hat keine offiziell festgelegten Fachrichtungen, jedoch können sich Betriebe auf unterschiedliche Schwerpunkte konzentrieren, etwa Antriebssysteme, Steuerungstechnik oder elektrische Maschinen. Im Ausbildungsverlauf werden je nach Betrieb unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, die spätere Tätigkeitsfelder prägen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit einem Realschulabschluss oder einem vergleichbaren mittleren Bildungsabschluss ein. Grundkenntnisse in Mathematik und Physik sind von Vorteil. Auch Hauptschulabsolventen mit guten Noten erhalten regelmäßig eine Chance.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man tätig werden?
Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik sind vor allem im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, im Anlagenbau sowie in der Energietechnik beschäftigt. Mögliche Arbeitgeber sind Industrieunternehmen, Hersteller elektrischer Maschinen, Wartungs- und Serviceunternehmen sowie Betriebe der Fördertechnik.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Industriemeister Elektrotechnik oder zum staatlich geprüften Techniker möglich. Mit der Meister- oder Technikerqualifikation steht auch ein Studium an einer Fachhochschule offen, etwa in Elektrotechnik oder Mechatronik. Zudem bieten Kammern und Weiterbildungsträger spezialisierte Zertifikatslehrgänge an.

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