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Sonstige DienstleistungsberufeBBiG

Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit schützt Personen, Objekte und Werte vor Gefahren wie Diebstahl, Einbruch, Sabotage und Vandalismus. Die Ausbildung verbindet rechtliche, technische und kommunikative Kompetenzen und ist damit anspruchsvoller als einfache Bewachungstätigkeiten. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Interesse an Sicherheitstechnik, Recht und dem direkten Umgang mit Menschen in teils herausfordernden Situationen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

800–1050 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachkraft für Schutz und Sicherheit?

Morgens beginnt der Dienst mit einer strukturierten Schichtübergabe: Übernahme der Sicherheitsdokumentation, Überprüfung von Schlüsselbüchern und Zutrittskontrolllisten sowie Funktionskontrolle von Gefahrenmeldeanlagen (GMA), Videoüberwachungssystemen und Alarmanlagen. Im Zentralen Leitstand werden Signale von Einbruch-, Brand- und Überfallmeldeanlagen überwacht und bewertet. Nachmittags übernimmt die Fachkraft Streifen- und Revierdienste auf dem Betriebsgelände, kontrolliert Fahrzeuge und Personen am Zugangsbereich und führt Zutrittsprüfungen mit elektronischen Ausweislesern durch. Typische Aufgaben sind das Einleiten von Maßnahmen bei Alarmauslösung – etwa Sperrung von Bereichen und Benachrichtigung von Polizei oder Feuerwehr – sowie das Verfassen von Sicherheitsberichten und Vorfallprotokollen. Die Arbeit findet in Sicherheitszentralen, auf Betriebsgeländen, in Einkaufszentren oder an Flughäfen statt. Zusammengearbeitet wird eng mit Facility-Management, Betriebsfeuerwehren und Behörden.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte für Schutz und Sicherheit arbeiten bei privaten Sicherheitsdienstleistern wie SECURITAS, G4S, Protectus oder Lippuner Security, beim Werkschutz großer Industrieunternehmen (Chemie, Automotive, Energie), an Flughäfen, in Einkaufszentren, Krankenhäusern sowie bei öffentlichen Einrichtungen. Der Markt ist stark von kleinen und mittleren Betrieben geprägt. In Deutschland herrscht deutlicher Fachkräftemangel, besonders bei qualifizierten Fachkräften mit technischem Schwerpunkt.

Voraussetzungen

Empfohlen wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschule), da die Ausbildung rechtliche Texte, technische Dokumentationen und schriftliche Berichte erfordert. Wichtige Schulfächer sind Deutsch (Protokolle, Berichte), Sozialkunde/Recht und Mathematik. Persönlich überzeugen Bewerber mit Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Stressresistenz und sicherem Auftreten. Kommunikationsstärke und Deeskalationsfähigkeit sind ebenso entscheidend wie körperliche Fitness. Absolute Voraussetzung ist ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis. Schichtarbeit – einschließlich Nacht- und Wochenenddiensten – muss akzeptiert werden.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen rechtliche Grundlagen im Mittelpunkt: Wach- und Sicherungsrecht, Jedermannsrechte (§§ 127, 229 StGB, § 32 BGB), Datenschutz sowie Grundlagen der Ersten Hilfe und des Brandschutzes. Außerdem werden Kommunikationstechniken, Deeskalationsstrategien und physische Sicherungsmaßnahmen eingeführt. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Bedienung von Sicherheitstechnik wie Einbruchmeldeanlagen (EMA), Brandmeldeanlagen (BMA), Videoüberwachungsanlagen (VÜA) und Zutrittskontrollsystemen (ZKS) nach DIN-Normen. Hinzu kommen Themen wie Sicherheitsplanung, Risikoanalyse, Evakuierungsplanung und Umgang mit gefährlichen Situationen. Im Vergleich zu Servicekräften für Schutz und Sicherheit (2-jährige Ausbildung) wird das Niveau der Technik- und Planungskenntnisse deutlich ausgebaut.

SicherheitsdienstleistungenSicherheitstechnikRecht und öffentliche SicherheitKommunikation und KundenorientierungWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung (Teil 1) findet im zweiten Lehrjahr, circa im 18. Ausbildungsmonat, statt. Sie umfasst einen schriftlichen Teil mit Aufgaben aus den Bereichen Sicherheitstechnik, Recht und Kommunikation (Dauer: 90 Minuten) sowie eine praktische Aufgabe zur Bedienung einer Gefahrenmeldeanlage oder Zutrittskontrolle (ca. 30 Minuten). Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt. Sie besteht aus vier Prüfungsbereichen: Sicherheitsdienstleistungen (schriftlich, 90 Minuten, Gewichtung 30 %), Sicherheitstechnik (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 20 %), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 10 %) sowie einer praktischen Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch (ca. 75 Minuten Gesamtdauer, Gewichtung 40 %). Die praktische Aufgabe simuliert einen realen Sicherheitseinsatz, etwa eine Alarmreaktion oder Gefährdungsanalyse. Zum Bestehen müssen alle Bereiche mindestens mit ausreichend (50 Punkte) bewertet sein; ein Ausgleich zwischen Bereichen ist unter bestimmten Bedingungen möglich.

Prüfungsthemen

  • Rechtliche Grundlagen (Jedermannsrechte, Wachrecht, Datenschutz)
  • Sicherheitstechnik (EMA, BMA, VÜA, ZKS nach DIN-Normen)
  • Schutz- und Sicherheitsdienstleistungen (Objektschutz, Streifendienst)
  • Kommunikation, Deeskalation und Verhalten in Gefahrensituationen
  • Brandschutz, Erste Hilfe und Evakuierungsmaßnahmen
  • Sicherheitsplanung und Risikoanalyse
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK) ist ein erster Aufstiegsschritt, gefolgt vom Meister für Schutz und Sicherheit IHK. Für Führungsaufgaben qualifiziert der Geprüfte Sicherheitsmanager oder der Studiengang Sicherheitsmanagement (Bachelor of Arts/Science) an Hochschulen wie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Objektleiter, Sicherheitsbeauftragter, Leiter Werkschutz oder Sicherheitsberater realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR brutto beim Einstieg auf 3.500–4.500 EUR in Führungspositionen. Spezialisierungen sind möglich in Luftsicherheit, Veranstaltungsschutz oder IT-Sicherheit.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (typischerweise 1. September) eingereicht werden, da viele Betriebe frühzeitig planen. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ein polizeiliches Führungszeugnis (oder Hinweis auf Beantragung). Im Vorstellungsgespräch werden häufig Situationsfragen gestellt: 'Was tun Sie bei einer Alarmauslösung?' oder 'Wie reagieren Sie auf einen aggressiven Besucher?'. Manche Unternehmen nutzen Einstellungstests mit Aufgaben zu Rechtskenntnissen, Konzentrationsfähigkeit und Textverständnis. Ausbilder schätzen besonders: Kenntnis grundlegender Jedermannsrechte, erkennbare Konfliktfähigkeit sowie Vorerfahrungen aus Erste-Hilfe-Kursen oder ehrenamtlichem Engagement (z. B. THW, Feuerwehr).

Ratgeber

Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, zuständig über die DIHK. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 800 und 1.050 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Die Ausbildung vermittelt ein breites Grundwissen im Sicherheitsbereich ohne formale Fachrichtungen. Je nach Ausbildungsbetrieb können jedoch inhaltliche Schwerpunkte entstehen, etwa im Bereich Veranstaltungsschutz, Objektschutz, Luftsicherheit oder Geld- und Werttransport. Viele Betriebe setzen ihre Mitarbeiter nach der Ausbildung gezielt in spezifischen Einsatzbereichen ein.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit benötigt?
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Schulabschlussvoraussetzung, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss. Darüber hinaus müssen Bewerber in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein und ein einwandfreies Führungszeugnis vorweisen. Körperliche Fitness und Zuverlässigkeit sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Fachkraft für Schutz und Sicherheit arbeiten?
Fachkräfte für Schutz und Sicherheit finden Arbeit vor allem bei privaten Sicherheitsdienstleistern, die Unternehmen, Behörden und öffentliche Einrichtungen absichern. Mögliche Einsatzbereiche sind der Objektschutz in Industriebetrieben, Einkaufszentren und Krankenhäusern, der Schutz von Veranstaltungen sowie der Bereich kritischer Infrastrukturen wie Flughäfen oder Energieversorger. Auch Bundesbehörden wie die Bundespolizei beschäftigen qualifiziertes Sicherheitspersonal.
Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, die Weiterbildung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft oder zum Meister für Schutz und Sicherheit zu absolvieren. Wer die Hochschulzugangsberechtigung besitzt, kann auch ein Studium im Bereich Sicherheitsmanagement oder öffentliche Sicherheit aufnehmen. Einige Fachhochschulen bieten zudem ausbildungsbegleitende oder berufsbegleitende Studiengänge für Personen mit Berufserfahrung an.

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