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Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Die Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist eine dreijährige IHK-Ausbildung im Bereich Bühnen-, Licht- und Tontechnik für Live-Events, Konzerte, Theater, Messen und TV-Produktionen. Der Beruf vereint handwerklich-technisches Know-how mit kreativer Arbeit in einem dynamischen Umfeld – kein Bürojob, sondern Backstage-Realität mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Besonders ist die Kombination aus Elektrotechnik, Akustik, Rigging, Sicherheitstechnik und Eventlogistik unter oft hohem Zeitdruck. Er eignet sich für technikbegeisterte Menschen, die Teamarbeit schätzen, gerne auf Baustellen und Bühnen arbeiten und auch nachts und am Wochenende einsatzbereit sind.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

750–1050 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachkraft für Veranstaltungstechnik?

Der Arbeitsalltag beginnt oft früh morgens mit dem Aufbau: Trucks werden entladen, Traversen und Rigging-Konstruktionen montiert, PA-Anlagen (z.B. L-Acoustics K2 oder d&b audiotechnik) werden aufgebaut und verkabelt. Man verlegt Kabelwege, schließt Stagebox, Amp-Racks und FOH-Pulte (z.B. Yamaha CL5, DiGiCo SD) an und führt Soundchecks durch. Am Nachmittag folgen Lichttechniker-Aufgaben: Scheinwerfer wie Moving Heads (Robe, Martin) oder LED-Bars werden an Traversen gehängt, gepatcht und über Lightpulte (MA Lighting grandMA3) programmiert. Man überprüft Sicherheitsabstände, DGUV-Vorschriften und Lastberechnungen für Hängepunkte. Abends läuft die Show – man bedient Licht- oder Tonpult, überwacht Monitore und reagiert auf technische Probleme in Echtzeit. Mit Bühnenmeistern, Projektleitern, Künstlern und anderen Gewerken wie Pyrotechnik oder Videoabteilung wird eng koordiniert. Abbau und Rücktransport schließen den Tag ab.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte für Veranstaltungstechnik arbeiten bei Veranstaltungsdienstleistern wie PRG, Rigging Services, Gahrens+Battermann, bei Konzertagenturen, Messebauunternehmen, in Konzerthallen (z.B. Lanxess Arena, Olympiahalle München), Theatern, Opernhäusern, Fernsehstudios (ARD, ZDF, ProSiebenSat.1) sowie Kongresszentren. Der Arbeitsmarkt ist angespannt: Fachkräftemangel ist branchenweit spürbar, die Nachfrage nach qualifizierten Technikern übersteigt das Angebot deutlich.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschule oder gleichwertig), da die Ausbildung solide Kenntnisse in Mathematik (Schallpegel, Leistungsberechnungen, Trigonometrie für Rigging), Physik (Akustik, Optik, Elektrizitätslehre) und Deutsch (Dokumentation, Sicherheitspläne) erfordert. Wichtige persönliche Stärken sind: Belastbarkeit unter Zeitdruck, Schwindelfreiheit für Arbeiten in Höhen, technisches Verständnis, Teamfähigkeit in Multigenre-Teams und die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten inkl. Wochenenden und Nachtschichten. Kreativität und musikalisches Interesse sind von Vorteil.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Elektrotechnik (Schaltkreise, VDE-Normen), Arbeitssicherheit (DGUV V3, BGV C1), Werkzeugkunde und erste Kenntnisse in Akustik und Lichttechnik im Mittelpunkt. Außerdem: Grundlagen der Mechanik, Rigging-Basiswissen und Umgang mit Produktionsplänen. Im zweiten Jahr vertiefen Auszubildende Tontechnik (Frequenzmanagement, Mikrofonierung, Beschallungsplanung), Lichttechnik (DMX-Protokoll, Lichtplanung, Steuerungssysteme) und Veranstaltungssicherheit (Fluchtwegpläne, Brandschutz). Hinzu kommen Netzwerktechnik (Dante, AVB) und CAD-gestützte Aufbauplanung. Im dritten Jahr folgen komplexe Projektplanung, Budgetkalkulation, Vertragsrecht für Veranstaltungen und selbstständige Durchführung von Projekten. Die Ausbildung unterscheidet sich von Veranstaltungskaufleuten durch den stark technisch-praktischen Fokus statt kaufmännischer Planung.

Veranstaltungstechnik (Licht, Ton, Bühne)Elektrotechnik und SicherheitstechnikWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung wird von der IHK durchgeführt und ist in zwei Teile gegliedert. Prüfungsteil 1 (Zwischenprüfung) findet nach etwa 18 Monaten statt und umfasst eine praktische Aufgabe (ca. 3 Stunden) aus den Bereichen Elektrotechnik und Grundlagen der Veranstaltungstechnik sowie einen schriftlichen Teil (90 Minuten). Prüfungsteil 2 (Abschlussprüfung) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt und besteht aus: einem praktischen Prüfungsprojekt (ca. 14 Stunden, davon Planung, Aufbau, Durchführung und Abbau einer Veranstaltungssituation), einem Fachgespräch (20 Minuten) zum Prüfungsprojekt sowie vier schriftlichen Prüfungsbereichen: Konzeption und Planung (90 Min.), Aufbau und Inbetriebnahme (90 Min.), Durchführung (60 Min.) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Min.). Das Prüfungsprojekt fließt mit 50 % in die Gesamtnote ein. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mindestens mit 'ausreichend' bewertet sein; kein Einzelbereich darf mit 'ungenügend' abschließen.

Prüfungsthemen

  • Elektrotechnik und Sicherheit (VDE, DGUV)
  • Tontechnik und Beschallungsplanung
  • Lichttechnik und DMX-Steuerung
  • Rigging und Lastberechnungen
  • Veranstaltungsplanung und Wirtschaftskunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist der nächste Schritt häufig der geprüfte Meister für Veranstaltungstechnik (IHK), der zur eigenverantwortlichen Projektleitung und Ausbildung berechtigt. Alternativ bietet sich der staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Veranstaltungstechnik) an Fachschulen an. Im Studium passen Studiengänge wie Veranstaltungstechnik (B.Eng., z.B. Hochschule Mittweida, HSRW), Ton- und Bildtechnik oder Stage and Event Management. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Technischer Leiter, Head of Production, Venue Technical Manager (z.B. in Konzerthallen) oder selbstständige Veranstaltungstechniker realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.600 € brutto im Einstieg auf 3.500–5.000 € in Führungspositionen.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (meist August/September) eingereicht werden, da viele Betriebe früh planen. Die Bewerbungsmappe enthält: Anschreiben mit konkretem Bezug zur Technik (eigene Erfahrungen mit Licht, Ton oder Bühne erwähnen), Lebenslauf, letztes Zeugnis und ggf. Nachweise über Praktika oder ehrenamtliche Backstage-Tätigkeiten (Schultheater, lokale Festivals). Im Gespräch punkten Bewerber mit Kenntnissen über aktuelle Technik (z.B. Dante-Netzwerke, LED-Technik) und Branchenverständnis. Manche Betriebe führen praktische Eignungstests durch (Kabel löten, einfache Schaltkreise prüfen). Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit werden erwartet und teilweise abgefragt. Eigeninitiative – z.B. Helfen bei lokalen Events – überzeugt Ausbilder am stärksten.

Ratgeber

Die Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 750 und 1.050 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.600 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik?
Die Ausbildung ist nicht offiziell in Fachrichtungen unterteilt, jedoch spezialisieren sich viele Betriebe auf bestimmte Bereiche wie Bühnen- und Studiotechnik, Licht- und Tontechnik oder Messebau. In der Praxis erwerben Auszubildende je nach Ausbildungsbetrieb unterschiedliche Schwerpunkte. Eine formale Spezialisierung erfolgt häufig erst im Berufsalltag oder durch Weiterbildungen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, sodass auch Bewerber mit Hauptschulabschluss zugelassen werden können. In der Praxis bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschule). Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Interesse an Veranstaltungsproduktion sind wichtiger als ein bestimmter Abschluss.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeitet man als Fachkraft für Veranstaltungstechnik?
Fachkräfte für Veranstaltungstechnik arbeiten bei Veranstaltungsdienstleistern, Theatern, Konzerthäusern, Messe- und Kongresszentren sowie bei Rundfunk- und Fernsehanstalten. Auch Unternehmen der Event- und Entertainmentbranche, Museen oder große Unternehmensveranstaltungen beschäftigen diesen Beruf. Die Tätigkeitsorte sind vielfältig und umfassen sowohl feste Einrichtungen als auch wechselnde Veranstaltungsorte.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Meister für Veranstaltungstechnik weiterbilden, was leitende Funktionen und die Ausbildereignung ermöglicht. Alternativ bieten Hochschulen Studiengänge wie Veranstaltungstechnik, Medientechnik oder Theatertechnik an, die teilweise auch ohne Abitur mit entsprechender Berufserfahrung zugänglich sind. Zusätzlich sind branchenspezifische Zertifizierungen, etwa im Bereich Arbeitssicherheit oder spezielle Lichttechnik, verbreitet.

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