Fachlageristen organisieren und überwachen den Wareneingang, die Lagerung und den Warenausgang in Logistikbetrieben. Sie bedienen Flurförderzeuge wie Gabelstapler und Hochregalstapler, kommissionieren Aufträge und pflegen Lagerverwaltungssysteme. Der Beruf eignet sich besonders für technisch-praktisch interessierte Menschen mit Sinn für Ordnung, körperlicher Belastbarkeit und dem Wunsch, direkt ins Berufsleben einzusteigen.
Ausbildungsdauer
2 Jahre
Azubi-Gehalt
620–900 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2200 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Morgens beginnt der Arbeitstag meist mit der Warenannahme: Fachlageristen entladen LKW mit Gabelstaplern oder Hubwagen, prüfen Lieferscheine gegen bestellte Mengen und kontrollieren Waren auf Transportschäden. Anschließend werden die Güter gescannt, im Lagerverwaltungssystem (z. B. SAP EWM oder ein betriebseigenes WMS) erfasst und nach festgelegtem Lagerkonzept – zum Beispiel im Hochregallager oder im chaotischen Lager – eingelagert. Nachmittags dominiert die Kommissionierung: Anhand von Picklisten oder Handscannern werden Einzelpositionen aus den Regalreihen zusammengestellt, auf Paletten gestapelt und mit Stretchfolie gesichert. Vor der Verladung werden Versandpapiere wie Lieferschein, Frachtbrief und Gefahrgutdeklarationen erstellt. Fachlageristen arbeiten eng mit Disponenten, Lagerlogistikern und Fahrern zusammen. Typische Beispielaufgaben: Durchführung einer Inventur mit Handscanner und Abgleich im ERP-System sowie Einlagerung temperatursensibler Lebensmittel unter Einhaltung der FIFO-Regel und Kühlkettenvorgaben.
Fachlageristen arbeiten in Logistikzentren von Handelsunternehmen wie Amazon, Zalando, REWE oder dm, in Industrielagern von Automobilzulieferern und Chemieunternehmen sowie bei Speditionen und KEP-Dienstleistern wie DHL, DPD oder Hermes. Hinzu kommen öffentliche Lagerbetriebe, Agrarhandel und Pharmadistribution. Der Beruf wird hauptsächlich in mittleren bis großen Unternehmen ausgeübt. Der Fachkräftemangel in der Logistikbranche ist spürbar; qualifizierte Fachkräfte werden deutschland- und europaweit gesucht.
Für die Ausbildung zum Fachlageristen wird in der Regel ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt; viele Betriebe stellen auch Bewerber ohne Schulabschluss ein, wenn praktische Eignungstests überzeugend ausfallen. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Mengen- und Gewichtsberechnungen), Deutsch (Schreiben von Lieferscheinen, Kommunikation) und gegebenenfalls Englisch für internationale Versanddokumente. Persönlich sollten Bewerber körperlich belastbar und zuverlässig sein, Freude an strukturierten, wiederkehrenden Abläufen haben, räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen und sorgfältig sowie teamorientiert arbeiten.
Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Lagerorganisation im Mittelpunkt: Güterarten und Verpackungsmittel, Sicherheitsvorschriften, Unfallverhütung, erste Einweisungen in Flurförderzeuge und das Bearbeiten einfacher Wareneingänge. Außerdem werden grundlegende kaufmännische Kenntnisse wie Lieferscheine lesen und Rechnungen prüfen vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Kommissionierung, Bestandskontrolle, Qualitätsprüfung und Gefahrgutlagerung nach GGVSEB/ADR. Sie lernen Lagerverwaltungssoftware intensiver kennen und führen eigenständig Inventuren durch. Gegenüber dem dreijährigen Ausbildungsberuf Fachkraft für Lagerlogistik liegt der Schwerpunkt beim Fachlageristen stärker auf operativen, manuellen Tätigkeiten; betriebswirtschaftliche Analyse und Personalführung sind kein Prüfungsinhalt. Die zweijährige Ausbildung ermöglicht einen schnellen Berufseinstieg und kann als Basis für eine Anschlussausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik genutzt werden.
Die Abschlussprüfung beim Fachlageristen ist als gestreckte Prüfung in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1 findet am Ende des ersten Ausbildungshalbjahres (circa Monat 10–11) statt. Er umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe von 60 Minuten, bei der Waren angenommen, geprüft und eingelagert werden, sowie ein begleitendes situatives Fachgespräch von bis zu 15 Minuten. Teil 1 fließt mit 40 % in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und besteht aus drei schriftlichen Prüfungsbereichen: 'Güterumschlag und Lagerung' (90 Minuten, Gewichtung 30 %), 'Bestandskontrolle und Sicherheit' (60 Minuten, Gewichtung 20 %) sowie 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (45 Minuten, Gewichtung 10 %). Zum Bestehen darf kein schriftlicher Bereich unter 30 Punkte (von 100) fallen, und im Gesamtergebnis sind mindestens 50 Punkte erforderlich. Eine mangelhafte schriftliche Leistung kann durch mündliche Ergänzungsprüfung von 15 Minuten ausgeglichen werden.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung können Fachlageristen direkt eine verkürzte Anschlussausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik (IHK, in der Regel 1 Jahr) absolvieren und damit den Qualifikationssprung zu planerischen und koordinierenden Aufgaben schaffen. Darauf aufbauend bieten sich der Geprüfte Logistikmeister IHK sowie der Geprüfte Industriemeister Fachrichtung Lagerwirtschaft an. Wer den akademischen Weg anstrebt, kann über den zweiten Bildungsweg ein Studium in Logistikmanagement oder Supply Chain Management (B.A./B.Sc.) anschließen. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen wie Schichtleiter, Lagerleiter oder Teamleiter Kommissionierung erreichbar. Das Gehalt steigt dabei von rund 2.200 EUR brutto beim Berufseinstieg auf bis zu 3.500–4.000 EUR brutto in Führungspositionen.
Bewerbungen sollten 9–12 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart (Beginn meist August/September) eingereicht werden, da viele Großbetriebe früh planen. Die Bewerbungsmappe sollte Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und ggf. Praktikumsnachweise enthalten. Im Vorstellungsgespräch werden typischerweise Motivation, Stärken und körperliche Eignung thematisiert; manche Unternehmen führen einen schriftlichen Eignungstest mit Aufgaben zu Mengenberechnungen, Konzentration und räumlichem Denken durch. Ausbilder überzeugt man mit Pünktlichkeit, gepflegtem Auftreten und konkretem Interesse am Betrieb. Praktische Vorerfahrungen durch Ferienjobs im Lager oder ein Praktikum sind ein deutlicher Pluspunkt. Der Staplerschein ist kein Voraussetzung, aber positiv erwähnenswert.
Ratgeber
Der Fachlagerist ist ein 2-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Verkehr, Transport und Logistik. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.
Ewerführer
Der Ewerführer ist ein traditioneller Binnenschifffahrtsberuf, der auf die Führung kleiner Frachtschiffe (Ewer) auf Flüssen, Kanälen und Küstengewässern spezialisiert ist. Ewerführer navigieren Wasserfahrzeuge, transportieren Güter und übernehmen die technische Wartung des Schiffes. Der Beruf eignet sich für technikbegeisterte Menschen mit Interesse an Nautik, Logistik und dem Leben auf dem Wasser.
3 Jahre →
Servicefahrer
Servicefahrer/-innen transportieren Waren, Güter oder Personen und übernehmen dabei auch Kundenkontakt, einfache Montage- oder Servicetätigkeiten direkt beim Empfänger. Der Beruf verbindet Fahrpraxis mit Kundenservice und logistischen Aufgaben. Er eignet sich für Menschen mit Freude am Fahren, Organisationstalent und einem sicheren, freundlichen Auftreten gegenüber Kunden.
3 Jahre →
Kaufmann für Verkehrsservice
Der Kaufmann für Verkehrsservice ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Bereich Verkehr und Öffentlicher Personennahverkehr. Ausgebildete Fachkräfte beraten Fahrgäste, verkaufen Tickets, bearbeiten Reklamationen und koordinieren Serviceleistungen im Personen- und Bahnverkehr. Der Beruf eignet sich für kommunikationsstarke Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und ein Interesse an Mobilität, Logistik und modernen Informationssystemen mitbringen.
3 Jahre →
Binnenschiffer
Binnenschiffer steuern und bedienen Frachtschiffe, Tanker, Fahrgastschiffe und Schubverbände auf Flüssen, Kanälen und Binnenseen. Der Beruf verbindet nautische Fähigkeiten mit technischem Verständnis für Schiffsmotoren, Schleusentechnik und Ladungsumschlag. Er eignet sich für Menschen, die gerne im Freien arbeiten, naturverbunden sind und keine Scheu vor körperlicher Arbeit sowie längeren Bordzeiten haben.
3 Jahre →