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Gesundheit, Körperpflege, SozialesBBiG

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger betreuen und pflegen Säuglinge, Kinder und Jugendliche in Krankenhäusern, Kinderkliniken und spezialisierten Einrichtungen. Die Ausbildung verbindet medizinisches Fachwissen mit entwicklungspsychologischem Verständnis und erfordert hohe Einfühlungsvermögen gegenüber kleinen Patienten und deren Familien. Der Beruf eignet sich für Menschen, die sowohl pflegerische als auch pädagogische Kompetenzen einbringen möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

1100–1300 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2900 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger?

Morgens beginnt der Dienst mit der Übergabe vom Nachtteam: Vitalzeichenmessung (Puls, Temperatur, Sauerstoffsättigung mit Pulsoximeter), Medikamentengabe nach ärztlicher Verordnung und Wundversorgung bei operierten Kindern. Du legst venöse Zugänge, bedienst Infusionspumpen und überwachst Monitoring-Systeme wie EKG-Geräte auf Kinderstationen oder Neonatologien. Außerdem bereitest du Kinder altersgerecht auf Untersuchungen oder Operationen vor – kindgerechte Erklärungen sind dabei essenziell. Nachmittags steht die Grundpflege im Vordergrund: Wickeln von Neugeborenen, Ernährungsunterstützung per Magensonde oder Stillanleitung für Mütter, sowie Dokumentation aller Pflegemaßnahmen in der elektronischen Patientenakte (z. B. mit Systemen wie Nexus oder Orbis). Du berätst Eltern zur Säuglingspflege und kooperierst eng mit Kinderärzten, Physiotherapeuten und Sozialdiensten. Ein typischer Alltagsfall ist die Versorgung eines Frühgeborenen im Inkubator inklusive Temperaturregulation und Gewichtskontrolle.

Wo arbeitest du?

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger arbeiten überwiegend in Kinderkliniken und pädiatrischen Abteilungen von Allgemeinkrankenhäusern, auf neonatologischen Intensivstationen sowie in sozialpädiatrischen Zentren. Bekannte Arbeitgeber sind Universitätskliniken (Charité Berlin, Uniklinik Köln), gemeinnützige Träger (Diakonie, Caritas) sowie Spezialkliniken wie das Kinderkrankenhaus Auf der Bult (Hannover). Es besteht bundesweit ein ausgeprägter Fachkräftemangel – offene Stellen werden oft monatelang nicht besetzt.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschule), da medizinische und naturwissenschaftliche Inhalte ein solides Grundwissen in Biologie und Chemie erfordern. Wichtige Schulfächer sind Biologie, Chemie, Deutsch und Mathematik (Dosierungsberechnungen). Persönlich sind Geduld, Empathie und emotionale Belastbarkeit unverzichtbar – der Umgang mit schwerkranken Kindern und belasteten Eltern erfordert psychische Stabilität. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und ein hohes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit besonders schutzbedürftigen Patienten sind zentrale Charaktereigenschaften.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pflegewissenschaft im Vordergrund: Körperpflege, Vitalzeichenerhebung, Hygienevorschriften (RKI-Richtlinien), Infektionsschutz sowie Grundlagen der Kommunikation mit Kindern und Eltern. Rechtliche Grundlagen wie das Krankenpflegegesetz und Patientenrechte werden ebenfalls vermittelt. Im zweiten und dritten Lehrjahr erfolgt die Vertiefung in kinderspezifischen Pflegebereichen: Neonatologie (Pflege von Frühgeborenen), pädiatrische Intensivpflege, Onkologie, Chirurgie und Entwicklungsförderung. Pharmakologie mit kindgerechter Dosierungsberechnung, Umgang mit medizinischen Geräten (Inkubatoren, Beatmungsgeräten) und die Familienorientierte Pflege sind zentrale Lernfelder. Im Vergleich zur allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege liegt der Schwerpunkt explizit auf altersgerechter Kommunikation, Entwicklungspsychologie und pädiatrischen Krankheitsbildern.

Pflegelehre und PflegeprozessAnatomie, Physiologie und KrankheitslehrePädiatrie und NeonatologiePharmakologie und PflegewissenschaftKommunikation und Beratung

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet am Ende des zweiten Ausbildungsdrittels (Mitte des 2. Lehrjahres) statt. Sie umfasst einen schriftlichen Teil mit zwei Klausuren (je ca. 90–120 Minuten) zu pflegefachlichen Grundlagen und eine praktische Aufgabe zur pflegerischen Grundversorgung. Die staatliche Abschlussprüfung setzt sich aus drei Teilen zusammen: Der schriftliche Teil besteht aus drei Klausuren (je 120 Minuten) zu den Prüfungsbereichen Pflegeprozesse bei Kindern, Pflegewissenschaft und -management sowie Naturwissenschaften/Medizin. Der schriftliche Teil wird mit 40 % gewichtet. Der mündliche Teil (30 Minuten, 20 % Gewichtung) umfasst ein Fachgespräch zu einem selbst gewählten Pflegethema. Der praktische Teil (ca. 3–4 Stunden, 40 % Gewichtung) beinhaltet eine vollständige Pflegesituation mit realen Patienten: Planung, Durchführung und Evaluation einer Pflegemaßnahme sowie anschließendes Reflexionsgespräch. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsteile mit mindestens ausreichend (50 % der erreichbaren Punkte) abgeschlossen werden.

Prüfungsthemen

  • Pflegeprozess und Pflegediagnosen bei pädiatrischen Erkrankungen
  • Neonatologie und Frühgeborenenversorgung
  • Pharmakologie und Arzneimittelberechnung für Kinder
  • Pädiatrische Intensiv- und Überwachungspflege
  • Familienorientierte Pflege und Elternberatung
  • Hygiene, Infektionsschutz und RKI-Richtlinien
  • Entwicklungspsychologie und altersgerechte Kommunikation

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind Spezialisierungen in der Neonatologischen Intensivpflege, pädiatrischen Onkologie oder Kinderanästhesie durch Fachweiterbildungen (z. B. Fachweiterbildung Pädiatrische Intensivpflege, 720 Stunden) möglich. Führungsverantwortung bietet die Weiterbildung zur Stationsleitung oder Pflegedienstleitung. Akademisch ausgerichtete Fachkräfte können den Bachelor of Science in Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement an Hochschulen (z. B. FH Münster, Hochschule Esslingen) absolvieren. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Praxisanleiter, Stationsleitung oder Pflegepädagoge realistisch. Pflegepädagogen mit Master-Abschluss erzielen Bruttogehälter über 4.500 EUR monatlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (meist 1. Oktober) eingereicht werden, da beliebte Kliniken früh planen. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Schulzeugnisse, Praktikumsnachweise (Pflegepraktikum dringend empfohlen) und ggf. ein Erste-Hilfe-Zertifikat. Im Vorstellungsgespräch werden Motivation, Stressbewältigung und der Umgang mit Extremsituationen thematisiert. Manche Kliniken setzen einen schriftlichen Eignungstest (Grundrechenarten, Textverständnis, Logik) ein. Besonders überzeugen Bewerber, die Vorerfahrungen aus Praktika in Kinderkrankenhäusern oder der Kinderbetreuung vorweisen und authentisch erklären können, warum sie speziell mit Kindern arbeiten möchten.

Ratgeber

Der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG mit schulischer Ausbildung an Berufsfachschulen. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Träger und Lehrjahr zwischen 1.100 und 1.300 Euro monatlich. Berufseinsteiger verdienen nach der Ausbildung durchschnittlich ab 2.900 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege?
Innerhalb des Berufs können sich Fachkräfte auf bestimmte Bereiche wie Neonatologie (Frühgeborenenversorgung), pädiatrische Intensivpflege oder onkologische Kinderpflege spezialisieren. Diese Spezialisierungen erfolgen in der Regel durch Weiterbildungen nach der Ausbildung und richten sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung vorausgesetzt?
Formal ist ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) die typische Voraussetzung, einige Ausbildungsträger akzeptieren auch einen Hauptschulabschluss kombiniert mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in einem Pflegehilfsberuf. Ein Abitur ist nicht zwingend erforderlich, wird jedoch von manchen Krankenhäusern bevorzugt.
In welchen Bereichen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger arbeiten?
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger arbeiten vorwiegend in Kinderkliniken und pädiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern sowie in Kinderarztpraxen. Weitere Einsatzorte sind Kinderhospize, sozialpädiatrische Zentren, Rehabilitationseinrichtungen für Kinder und ambulante Pflegedienste mit Schwerpunkt Pädiatrie.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich durch Fachweiterbildungen, etwa in der pädiatrischen Intensivpflege oder im Pflegemanagement, weiterzuqualifizieren. Über den Pflegestudiengang können Ausgebildete auch ein Bachelorstudium in Pflegewissenschaft oder Pflegepädagogik aufnehmen, da die Ausbildung in vielen Bundesländern als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird.

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