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MetallberufeBBiG

Graveur

Graveure gestalten und bearbeiten Oberflächen aus Metall, Glas, Kunststoff oder Holz durch Gravur-, Ätz- und Ziselierverfahren. Der Beruf verbindet handwerkliches Präzisionsarbeiten mit gestalterischem Können und wird sowohl in der Schmuckindustrie als auch in der Stempel- und Schilderherstellung eingesetzt. Er eignet sich für Menschen mit feinem Fingerspitzengefühl, Geduld und einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und Detailgenauigkeit.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

650–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Graveur?

Morgens beginnt der Arbeitstag im Atelier oder in der Werkstatt mit der Vorbereitung der Werkstücke: Graveure spannen Rohlinge aus Messing, Silber oder Stahl in Gravierböcke oder Schraubstöcke ein und übertragen Entwürfe mittels Kopierpapier, Transferfolien oder CAD-Software wie ArtCAM oder Corel Draw auf das Material. Anschließend werden händische Gravuren mit Sticheln, Graviersticheln und Punzen ausgeführt oder CNC-Graviermaschinen sowie Lasergravieranlagen für präzise Seriengravuren eingestellt und bedient. Nachmittags werden filigrane Details ziseliert, Oberflächen durch Polieren, Beizen oder Brünieren veredelt und fertige Werkstücke auf Maßhaltigkeit und Qualität geprüft. Typische Arbeitsaufgaben sind das Anfertigen von Siegelringen mit Monogrammen per Stichel sowie das Einrichten einer Lasergravieranlage für die Beschriftung von Industrieschildern. Graveure arbeiten eng mit Goldschmieden, Konstrukteuren und Kunden zusammen und stimmen Gestaltungswünsche direkt ab.

Wo arbeitest du?

Graveure arbeiten überwiegend in kleinen bis mittelständischen Handwerksbetrieben der Graveur-, Stempel- und Schilderherstellung sowie in der Schmuck- und Goldschmiedeindustrie. Auch Medaillenprägeanstalten, Messebauunternehmen, Waffenhersteller und industrielle Kennzeichnungsdienstleister stellen Graveure ein. Bekannte Arbeitgeber finden sich in den Schmuckregionen Pforzheim, Idar-Oberstein und im Rhein-Main-Gebiet. Durch die zunehmende Digitalisierung der Lasertechnik besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, insbesondere für Fachkräfte mit Kenntnissen in Gravursoftware und CNC-Technik.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein Realschulabschluss, da Kenntnisse in Mathematik (Geometrie, Maßeinteilung), Physik (Lasertechnik, Materialeigenschaften) und Kunst für den Berufsalltag unverzichtbar sind. Technisches Zeichnen und Informatikgrundkenntnisse erleichtern den Einstieg in die CNC- und Lasergraviertechnik erheblich. Persönlich sind besonders wichtig: feinmotorisches Geschick, ein gutes Auge für Proportionen und Schriftgestaltung, Geduld bei präzisen Detailarbeiten, Kreativität bei der Umsetzung von Kundenwünschen sowie Konzentrationsvermögen bei langen Arbeitsphasen mit Sticheln oder Laserequipment.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen des Werkstoffkundes vermittelt: Eigenschaften von Metallen, Glas und Kunststoffen, der Umgang mit Handgravurwerkzeugen wie Sticheln und Punzen sowie grundlegende Zeichentechniken und Schriftgestaltung. Dazu kommen Sicherheit am Arbeitsplatz und die Pflege von Werkzeugen und Maschinen. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die maschinelle Gravur mit CNC-Fräsmaschinen und Pantografen, erlernen Oberflächenveredelungsverfahren wie Polieren, Beizen und Galvanisieren sowie den Einsatz von Graviersoftware. Im dritten Lehrjahr stehen Lasergravur, Ätzverfahren, Stempelherstellung und die selbstständige Projektplanung im Vordergrund. Im Vergleich zu Goldschmieden liegt der Fokus nicht auf der Schmuckfertigung, sondern auf der präzisen Oberflächengestaltung und Beschriftungstechnik über verschiedene Materialgruppen hinweg.

Gravurtechnologie und GestaltungMetallbearbeitung und WerkstoffkundeTechnisches Zeichnen und CAD

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet im zweiten Ausbildungsjahr, üblicherweise im Januar/Februar, statt. Sie umfasst einen schriftlichen Teil mit praxisbezogenen Aufgaben aus den Bereichen Werkstoffkunde, Gravurtechniken und Arbeitssicherheit (Dauer: 120 Minuten) sowie eine praktische Aufgabe, bei der eine einfache Gravur oder ein Schriftzug auf einem Probestück ausgeführt wird (Dauer: ca. 3 Stunden). Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt und gliedert sich in folgende Prüfungsbereiche: praktische Arbeitsaufgabe – Herstellung eines gravierten Werkstücks inklusive Oberflächenbehandlung (Gewichtung: 50 %, Dauer: bis zu 8 Stunden), schriftliche Prüfung in Gestaltung und Fertigung (20 %, 120 Minuten), schriftliche Prüfung in Werkstofftechnologie und Fertigungsverfahren (20 %, 90 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (10 %, 60 Minuten). Zum Bestehen müssen in jedem Prüfungsbereich mindestens 30 Punkte erreicht und der Gesamtdurchschnitt darf 50 Punkte nicht unterschreiten. An die praktische Arbeit schließt ein Fachgespräch von ca. 15 Minuten an.

Prüfungsthemen

  • Handgravurtechniken und Oberflächengestaltung
  • Maschinengraviertechniken und CAD-Anwendung
  • Metallbearbeitung und Werkstoffkunde
  • Technisches Zeichnen und Graviurdesign
  • Arbeitssicherheit, Qualitätskontrolle und Kundenberatung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung können Graveure die Meisterprüfung im Graveurhandwerk (HwO) ablegen und sich damit selbstständig machen oder Führungsaufgaben als Werkstattleiter übernehmen. Alternativ bietet der staatlich geprüfte Techniker in der Fachrichtung Metalltechnik oder Gestaltungstechnik einen akademisch anerkannten Aufstieg. Wer studieren möchte, wählt häufig Design (Produktdesign, Schmuck- und Gerätedesign) oder Feinwerktechnik. Mit fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Graveurmeister, Produktionsspezialist für Lasergravur oder Leiter einer Gravurabteilung in der Schmuck- oder Stempelindustrie realistisch. Spezialisierungen in Porträtgravur, Waffengravur oder Industriekennzeichnung erhöhen das Einkommenspotenzial deutlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten zwölf bis achtzehn Monate vor Ausbildungsbeginn eingereicht werden, also spätestens im Herbst des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören ein individuelles Anschreiben mit Bezug zu eigenen gestalterischen Projekten oder Hobbys (z. B. Modellbau, Zeichnen), ein tabellarischer Lebenslauf und aktuelle Schulzeugnisse. Ein Praktikum in einem Graveurbetrieb ist sehr empfehlenswert und sollte im Anschreiben hervorgehoben werden. Im Vorstellungsgespräch werden häufig handwerkliche Grundfertigkeiten und Vorstellungen zur Gestaltung abgefragt; manchmal werden kleine Zeichenaufgaben oder Fingerfertigkeit gestellt. Ausbilder legen besonderen Wert auf eine saubere und präzise Handschrift, Interesse an Schrift und Ornamentik sowie die Bereitschaft, sich in Graviersoftware einzuarbeiten. Eine Mappe mit eigenen Zeichnungen oder Gestaltungsarbeiten hinterlässt einen starken Eindruck.

Ratgeber

Der Graveur ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Metallberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 650 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Spezialisierungen gibt es im Graveurberuf?
Im Graveurberuf gibt es verschiedene Fachrichtungen, darunter Flachgravur, Reliefgravur sowie die Gravur auf Schmuck, Stempeln oder technischen Bauteilen. Manche Betriebe spezialisieren sich auf handwerkliche Gravuren, andere setzen verstärkt auf computergestützte CNC- und Lasergravurtechniken. Je nach Betriebsschwerpunkt können Auszubildende unterschiedliche Techniken erlernen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Graveur benötigt?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, jedoch bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Realschulabschluss. Auch mit Hauptschulabschluss sind Bewerbungen möglich, wenn handwerkliches Geschick und gutes räumliches Vorstellungsvermögen nachgewiesen werden. Kenntnisse in Mathematik und Werken oder Kunst sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Graveure?
Graveure finden Beschäftigung in der Schmuck- und Goldschmiedeindustrie, bei Stempel- und Schilderherstellern sowie in der Werkzeug- und Formenbaubranche. Auch Druckereien, Auszeichnungsbetriebe, Werbetechnikunternehmen und Hersteller technischer Präzisionsteile setzen Graveure ein. Kleinere Handwerksbetriebe und größere Industrieunternehmen kommen gleichermaßen als Arbeitgeber infrage.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Graveur?
Nach der Ausbildung können Graveure die Meisterprüfung im Graveurhandwerk ablegen und sich damit für leitende Positionen oder die Selbstständigkeit qualifizieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über den Meisterbrief oder die Fachhochschulreife ein Studium in Bereichen wie Produktdesign oder Werkstofftechnik aufzunehmen. Weiterbildungen im Bereich CNC-Technik oder Lasergravur erweitern zusätzlich die beruflichen Perspektiven.

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