🧭AG
Alle BerufeBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Berufe
ElektroberufeBBiG

Informationselektroniker

Informationselektroniker installieren, konfigurieren und warten Geräte und Anlagen der Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Sie reparieren Fernsehgeräte, Audioanlangen, Multimediasysteme, Heimnetzwerke und Satellitenanlagen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit IT-Kenntnissen und eignet sich für technikbegeisterte Menschen mit Interesse an modernen Kommunikationssystemen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–800 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2300 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Informationselektroniker?

Morgens beginnt der Arbeitstag oft mit der Durchsicht von Kundenaufträgen und der Vorbereitung von Serviceeinsätzen. Im Betrieb oder beim Kunden vor Ort werden defekte Geräte wie Flachbildfernseher, Beamer, Verstärker, Satellitenreceiver oder Heimkinoanlagen diagnostiziert. Dafür kommen Multimeter, Oszilloskope, Signalgeneratoren und spezielle Servicesoftware der Gerätehersteller zum Einsatz. SMD-Bauteile auf Leiterplatten werden unter dem Stereomikroskop gelötet und getauscht, Firmware-Updates über USB oder Netzwerk eingespielt. Nachmittags stehen häufig Montagearbeiten an: Installation von Antennensystemen (DVB-S, DVB-T2), Verkabelung von Heimnetzwerken mit Cat-7-Kabeln, Einrichtung von Smart-Home-Komponenten oder WLAN-Access-Points. Dabei wird eng mit Kunden zusammengearbeitet, die in die Bedienung eingewiesen werden. Typische Aufgaben sind außerdem die Fehlersuche in Netzwerktopologien mit Protokollanalysatoren sowie die Konfiguration von NAS-Systemen und Streaming-Diensten. Dokumentation der durchgeführten Arbeiten erfolgt in betrieblichen Auftragsmanagementsystemen.

Wo arbeitest du?

Informationselektroniker arbeiten vor allem in Fachhandels- und Handwerksbetrieben der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, in TV- und Rundfunktechnikbetrieben sowie bei Kabelnetzbetreibern wie Vodafone oder Telekom. Weitere Arbeitgeber sind Hersteller-Kundendienste (z. B. Philips, Panasonic), Unternehmen der Veranstaltungs- und Beschallungstechnik sowie Medienunternehmen. Der Fachkräftemangel in diesem Bereich ist deutlich spürbar, da kaum Nachwuchs ausgebildet wird – Berufseinsteiger haben daher sehr gute Chancen.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, besser ein Realschulabschluss, da Physik, Mathematik und Informatik zentrale Schulfächer für diesen Beruf sind. Grundkenntnisse in Algebra und Trigonometrie sind notwendig, um Schaltungsberechnungen durchzuführen. Wichtige persönliche Stärken sind handwerkliches Geschick für Feinlötarbeiten an SMD-Bauteilen, räumliches Vorstellungsvermögen für Verdrahtungspläne, analytisches Denken zur systematischen Fehlersuche sowie Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit. Interesse an aktuellen Medien- und Kommunikationstechnologien sowie Bereitschaft zu Außendiensttätigkeiten sind ebenfalls von Vorteil.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen elektrotechnische Grundlagen im Mittelpunkt: Ohmsches Gesetz, Schaltungstechnik, Messtechnik mit Multimeter und Oszilloskop, sicherer Umgang mit Werkzeug wie Lötkolben und Crimpzangen sowie Grundlagen der Signalübertragung. Im zweiten Lehrjahr vertieft sich das Wissen in Digitaltechnik, Mikroprozessorsysteme, Netzwerktechnik (LAN, WLAN, TCP/IP) und Grundlagen der Bild- und Tontechnik. Gerätediagnose und systematische Fehlersuche werden intensiv geübt. Im dritten Lehrjahr folgt die Spezialisierung: Reparatur komplexer Unterhaltungselektronik, Antennentechnik (DVB-S2, CATV), Smart-Home-Integration, Kundenkommunikation und betriebswirtschaftliche Grundlagen. Im Vergleich zu Elektronikern für Geräte und Systeme liegt der Schwerpunkt stärker auf Consumer-Electronics und Endkunden-Service statt auf industrieller Fertigung.

Informations- und TelekommunikationstechnikElektrotechnik und SchaltungstechnikNetzwerktechnikBetriebswirtschaft und KundenkommunikationDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 findet gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres (circa Monat 18-20) statt und prüft elektrotechnische Grundlagen schriftlich in 120 Minuten sowie eine praktische Grundlagenaufgabe (Messaufbau, Schaltungsanalyse) über 3 Stunden. Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt. Er besteht aus vier Prüfungsbereichen: 'Kundenauftrag' als praktische Arbeitsaufgabe (9 Stunden, Gewichtung 50 %), bei der eine vollständige Reparatur oder Installation durchgeführt und dokumentiert wird, ergänzt durch ein Fachgespräch von 20 Minuten. Hinzu kommen drei schriftliche Prüfungsbereiche: 'Systeme der Informations- und Telekommunikationstechnik' (120 Minuten, 20 %), 'Instandhaltung und Vertrieb' (60 Minuten, 15 %) sowie 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (60 Minuten, 15 %). Zum Bestehen müssen in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte von 100 erreicht werden. Bei einer schwachen schriftlichen Leistung kann eine mündliche Ergänzungsprüfung von 15 Minuten abgelegt werden.

Prüfungsthemen

  • Elektrotechnische Grundlagen und Schaltungsanalyse
  • Digitaltechnik und Mikroprozessorsysteme
  • Netzwerktechnik (LAN, WLAN, TCP/IP, DHCP)
  • Antennen- und Empfangstechnik (DVB-S2, DVB-T2, CATV)
  • Bild- und Tontechnik, Audio-/Videosignale
  • Gerätediagnose, Fehlersuche und Reparatur
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen vielfältige Weiterbildungswege offen. Als erstes empfiehlt sich der Meister für Informationstechnik (HwK) oder der Staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Elektrotechnik/Informationstechnik, der in 2 Jahren zum Teamleiter oder Serviceleiter qualifiziert. Der Techniker ermöglicht zudem den Zugang zum Hochschulstudium (z. B. Bachelor of Engineering Nachrichtentechnik oder Medientechnik). Auch der IHK-Fachwirt Informationstechnik bietet Karrierechancen im technischen Vertrieb. Nach 5 bis 10 Jahren sind Positionen als Serviceleiter, Niederlassungsleiter eines Fachbetriebs oder technischer Berater bei Geräteherstellern realistisch. Das Gehalt steigt von rund 2.200 EUR brutto nach Ausbildung auf 3.000–4.000 EUR als Meister oder Techniker. Spezialisierungen in Smart-Home, Digital Signage oder professioneller Veranstaltungstechnik sind gefragt.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (üblicherweise 1. August oder 1. September) eingereicht werden, also ab September des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis und ggf. Nachweise über Praktika oder Schülerexperimente in Elektronik. Im Vorstellungsgespräch werden oft grundlegende Rechenaufgaben zu Strom, Spannung und Widerstand gestellt sowie Fragen zu bekannten Geräten und deren Funktion. Manche Betriebe nutzen den IHK-Einstellungstest mit technischen und mathematischen Aufgaben. Besonders überzeugend wirken Bewerber, die eigene Erfahrungen mit Elektronikbausätzen, Arduino-Projekten oder Heimnetzwerken nachweisen können, sowie Interesse an aktuellen Consumer-Electronics-Trends zeigen.

Ratgeber

Der Informationselektroniker ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld der Elektroberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 500 und 800 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.300 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es beim Informationselektroniker?
Der Ausbildungsberuf Informationselektroniker gliedert sich in der Regel in die Fachrichtungen Bürosystemtechnik und Geräte- und Systemtechnik. In der Bürosystemtechnik liegt der Schwerpunkt auf der Installation und Wartung von Bürokommunikationsgeräten, in der Geräte- und Systemtechnik auf der Instandhaltung von Unterhaltungselektronik und technischen Systemen. Die Wahl der Fachrichtung erfolgt meist im zweiten Ausbildungsjahr.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Informationselektroniker benötigt?
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestvoraussetzung für den Schulabschluss. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein, wobei technisches Verständnis und gute Noten in Mathematik und Physik von Vorteil sind. Ein Abitur ist nicht erforderlich, verbessert aber die Chancen bei manchen Arbeitgebern.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Informationselektroniker?
Informationselektroniker finden Beschäftigung in Fachbetrieben für Elektrotechnik und Unterhaltungselektronik, im Groß- und Einzelhandel für elektronische Geräte sowie bei Dienstleistern für Bürokommunikation und IT-Systeme. Auch Hersteller und Händler von Druckern, Kopierern oder Telekommunikationsanlagen gehören zu typischen Arbeitgebern. Handwerksbetriebe und Servicedienstleister sind besonders häufig vertreten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Informationselektroniker verschiedene Meister- oder Technikerqualifikationen anstreben, etwa den Elektrotechnikermeister oder den staatlich geprüften Techniker. Mit der Gesellenprüfung und entsprechender Berufserfahrung ist zudem ein Studium an einer Fachhochschule – etwa in Elektrotechnik oder Informationstechnik – möglich. Einige Bundesländer ermöglichen über Weiterbildungsangebote auch den Zugang zur Hochschule ohne Abitur.

Ähnliche Berufe in Elektroberufe

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Elektroniker für Automatisierungstechnik installieren, programmieren und warten automatisierte Anlagen und Systeme in der Industrie. Sie verbinden Elektrotechnik mit Steuerungs- und Regelungstechnik, um Produktionsprozesse effizienter zu machen. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen mit Affinität zu Programmierung, Logik und komplexen Systemen.

3.5 Jahre →

Mechatroniker

Mechatroniker und Mechatronikerinnen verbinden Mechanik, Elektronik und Informationstechnik zu einem interdisziplinären Beruf. Sie montieren, programmieren und warten komplexe Maschinen und Anlagen, die mechanische und elektronische Komponenten vereinen. Der Beruf eignet sich für technisch vielseitig interessierte Menschen, die sowohl handwerklich geschickt sind als auch analytisch denken können.

3.5 Jahre →

Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik

Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik installieren, warten und reparieren Netzwerk-, Telekommunikations- und Datentechniksysteme. Sie verlegen Leitungen, konfigurieren Router, Switches und Telefonanlagen und sorgen dafür, dass Unternehmen und Privathaushalte zuverlässig vernetzt sind. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen, die sowohl handwerklich arbeiten als auch IT-Systeme verstehen und konfigurieren möchten.

3.5 Jahre →

Energieelektroniker

Energieelektroniker – offiziell Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Gebäuden, Industriebetrieben und Versorgungsnetzen. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit wachsenden Anforderungen durch erneuerbare Energien, Smart-Home-Systeme und Elektromobilität. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die gerne praktisch arbeiten und Verantwortung für sichere Stromversorgung übernehmen möchten.

3.5 Jahre →