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Kaufmann für Digitalisierungsmanagement

Kaufleute für Digitalisierungsmanagement planen, koordinieren und begleiten digitale Transformationsprojekte in Unternehmen. Sie analysieren Geschäftsprozesse, entwickeln IT-gestützte Lösungskonzepte und kommunizieren zwischen Fachabteilungen und IT-Teams. Der Beruf eignet sich für Menschen, die technisches Verständnis mit kaufmännischem Denken und Projektmanagement-Kompetenz verbinden möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–1100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2800 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Kaufmann für Digitalisierungsmanagement?

Morgens startet der Arbeitstag typischerweise mit der Prüfung des Projektmanagement-Tools (z. B. Jira oder Microsoft Planner) und der Abstimmung mit Kollegen im Daily Stand-up. Anschließend werden laufende Digitalisierungsprojekte dokumentiert, etwa die Einführung eines ERP-Systems wie SAP S/4HANA oder eines CRM-Tools wie Salesforce. Man analysiert Ist-Prozesse mithilfe von BPMN-Modellierungswerkzeugen (z. B. Signavio oder Camunda) und erstellt Soll-Konzepte. Nachmittags stehen Aufgaben wie die Erstellung von Präsentationen für die Geschäftsleitung, die Auswertung von Kennzahlen in Excel oder Power BI sowie die Koordination von Dienstleistern und externen Softwareentwicklern an. Typische Beispielaufgaben: Anforderungsaufnahme für eine neue Buchhaltungssoftware gemeinsam mit dem Controlling oder die Planung eines Schulungskonzepts für Mitarbeitende bei der Einführung eines digitalen Dokumentenmanagementsystems (DMS). Die Arbeit findet hauptsächlich im Büro oder im Homeoffice statt, mit regelmäßigem Austausch mit IT-Abteilung, Fachabteilungen und externen IT-Dienstleistern.

Wo arbeitest du?

Kaufleute für Digitalisierungsmanagement arbeiten in nahezu allen Branchen: in großen Industrieunternehmen (z. B. Siemens, Bosch, BASF), im Handel (z. B. Otto, Rewe), in Banken und Versicherungen (z. B. Deutsche Bank, Allianz) sowie in IT-Beratungsunternehmen (z. B. Accenture, msg Group, Capgemini). Auch Krankenhäuser, Verwaltungen und mittelständische Unternehmen mit laufenden Digitalisierungsvorhaben beschäftigen diese Fachkräfte. Es herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel, insbesondere für Personen mit kombiniertem IT- und Betriebswirtschafts-Know-how.

Voraussetzungen

Empfohlen wird ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur, da abstrakte Konzepte in Projektmanagement, IT und Betriebswirtschaft kombiniert werden. Besonders wichtig sind gute Leistungen in Mathematik (Kennzahlenberechnungen, ROI), Deutsch (Dokumentation, Präsentationen) und Wirtschaft/Informatik (sofern vorhanden). Persönlich sollte man strukturiert und kommunikationsstark sein, Freude an der Analyse von Prozessen haben, technisches Grundverständnis mitbringen und den Umgang mit unterschiedlichen Gesprächspartnern – von IT-Entwicklern bis zur Geschäftsführung – nicht scheuen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen kaufmännische Grundlagen im Vordergrund: Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Grundlagen der IT-Systeme sowie betriebliche Organisationsstrukturen. Außerdem werden Datenschutz (DSGVO) und IT-Sicherheitsgrundlagen vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende das Projektmanagement (Methoden wie Scrum und Kanban), die Analyse und Modellierung von Geschäftsprozessen sowie die Grundlagen von Netzwerken, Datenbanken und Cloud-Diensten. Die Auswahl und Einführung von Standardsoftware sowie Change-Management-Konzepte rücken in den Fokus. Im dritten Lehrjahr wird die Spezialisierung auf konkrete Digitalisierungsstrategien, die wirtschaftliche Bewertung von IT-Projekten (Business Case, ROI-Berechnung) und die Präsentation vor Entscheidungsträgern vertieft. Im Vergleich zu IT-Systemkaufleuten liegt der Schwerpunkt weniger auf dem Vertrieb von IT-Produkten, sondern stärker auf internen Transformationsprozessen.

Geschäftsprozesse im DigitalisierungsmanagementIT-Systeme und NetzwerktechnikProjektmanagement und ProzessmodellierungRechnungswesen und ControllingWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung des Kaufmanns für Digitalisierungsmanagement ist als gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teile gegliedert. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr (Mitte des 2. Lehrjahres, ca. April/Mai) statt. Er besteht aus einer schriftlichen Prüfung im Bereich 'Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes' mit einer Dauer von 90 Minuten und fließt mit 20 % in die Gesamtnote ein. Teil 2 findet am Ende des dritten Lehrjahres (ca. April/Mai) statt und umfasst: - 'Digitalisierung von Geschäftsprozessen' (schriftlich, 120 Minuten, 25 %) - 'Entwickeln und Umsetzen von Digitalisierungskonzepten' (schriftlich, 120 Minuten, 25 %) - 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 60 Minuten, 10 %) - 'Betriebliche Projektarbeit mit Projektdokumentation und Fachgespräch' (Projektarbeit ca. 4 Wochen + Fachgespräch 20 Minuten, 20 %) Zum Bestehen ist in jedem Prüfungsbereich mindestens eine ausreichende Leistung (50 Punkte von 100) erforderlich. In höchstens einem Bereich darf die Note 'mangelhaft' (30–49 Punkte) erreicht werden, sofern durch mündliche Ergänzungsprüfung ausgeglichen.

Prüfungsthemen

  • Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes (Hardware, Software, Netzwerk)
  • Analyse und Modellierung von Geschäftsprozessen (BPMN, EPK)
  • Planung und Umsetzung von Digitalisierungskonzepten
  • Projektmanagement (klassisch und agil: Scrum, Kanban)
  • Datenschutz und IT-Sicherheit (DSGVO, BSI-Grundschutz)
  • Wirtschaftlichkeitsbewertung von IT-Projekten (ROI, Business Case)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Geprüfter IT-Business-Manager (IHK), Geprüfter Projektmanager (IHK), Technischer Betriebswirt (IHK) oder Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.) an Hochschulen und dualen Studiengängen. Zertifizierungen wie PRINCE2, PMP oder ITIL ergänzen das Profil gezielt. Nach 5–10 Jahren sind Positionen wie IT-Projektleiter, Digitalisierungsbeauftragter, Prozessmanager oder Head of Digital Transformation realistisch. Das Einstiegsgehalt nach Ausbildung liegt bei ca. 2.500–3.200 EUR brutto, mit wachsender Erfahrung und Projektverantwortung sind 4.500–6.500 EUR brutto monatlich möglich. Spezialisierungen auf ERP-Systeme (SAP), Datenschutzmanagement oder agile Methoden erhöhen die Marktchancen deutlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (September/Oktober des Vorjahres) eingereicht werden, da viele große Unternehmen früh auswählen. Die Bewerbungsmappe sollte Anschreiben, Lebenslauf, aktuelles Zeugnis und ggf. Praktikumsnachweise enthalten. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zur Motivation für Digitalisierungsthemen, eigene Erfahrungen mit Software oder Apps sowie Problemlösungsszenarien gestellt. Viele größere Unternehmen nutzen IHK-Einstellungstests mit Schwerpunkten auf Textverständnis, Mathematik und logischem Denken. Besonders überzeugend wirken Eigeninitiative bei digitalen Themen (z. B. eigene Projekte, Programmierkenntnisse in Python oder Excel-Makros), nachgewiesene Organisationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, technische Zusammenhänge verständlich zu erklären.

Ratgeber

Der Kaufmann für Digitalisierungsmanagement ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, zuständig über die IHK. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 1.100 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.800 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Kaufmann für Digitalisierungsmanagement?
Der Ausbildungsberuf selbst ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können Schwerpunkte je nach Betrieb unterschiedlich gesetzt werden, etwa in den Bereichen IT-Projektmanagement, digitale Geschäftsprozesse oder Cloud-Dienste. Manche Betriebe legen zusätzlich Wert auf ERP-Systeme wie SAP oder auf agile Arbeitsmethoden wie Scrum.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement?
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestanforderung an den Schulabschluss. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur ein. Ein Hauptschulabschluss reicht formal aus, ist jedoch seltener ausreichend für eine Zulassung durch Betriebe in diesem IT-nahen Berufsfeld.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Kaufmann für Digitalisierungsmanagement arbeiten?
Das Berufsbild ist branchenübergreifend einsetzbar, da nahezu jedes Unternehmen Digitalisierungsprozesse gestaltet. Typische Arbeitgeber sind IT-Dienstleister, Unternehmensberatungen, Banken, Versicherungen, Industrie- und Handelsunternehmen sowie öffentliche Verwaltungen. Besonders gefragt sind Fachkräfte in mittelständischen und großen Unternehmen mit laufenden Digitalisierungsprojekten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum geprüften IT-Business-Manager (IHK) oder IT-Projektleiter weiterzubilden. Mit dem Ausbildungsabschluss können Absolventen auch ein Studium aufnehmen, etwa Wirtschaftsinformatik, Digitales Management oder Betriebswirtschaft – teilweise auch dual oder berufsbegleitend. Die Ausbildung kann zudem auf bestimmte Studiengänge angerechnet werden.

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