Maler und Lackierer gestalten und schützen Oberflächen an Gebäuden, Fahrzeugen und Gegenständen. Sie tragen Farben, Lacke, Putze und Tapeten auf, führen Dämmarbeiten durch und setzen dekorative Gestaltungskonzepte um. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen mit Gespür für Farben, Ästhetik und Materialien, die gerne sowohl im Außen- als auch Innenbereich arbeiten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–900 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2400 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Der Arbeitsalltag von Malern und Lackierern beginnt meist früh auf einer Baustelle oder im Betrieb. Morgens werden Werkzeuge vorbereitet: Pinsel, Rollen, Schablonen, Spritzpistolen (z. B. HVLP-Systeme), Abzieher und Spachtel. Anschließend werden Untergründe geprüft, gereinigt, geschliffen und mit Grundierungen wie Tiefengrund oder Haftbrücken vorbehandelt. Typische Aufgaben am Vormittag sind das Spachteln von Rissen und Unebenheiten sowie das Anbringen von Armierungsgewebe für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS). Nachmittags stehen oft Anstricharbeiten im Vordergrund: Innenwände mit Dispersionsfarben streichen, Fassaden mit Silikonharzfarben beschichten oder Holzfenster mit Alkydharzlacken behandeln. Auch Tapezierarbeiten mit Glasfaser- oder Raufasertapeten sowie dekorative Techniken wie Lasuren, Marmorierungen oder Schablonierungen gehören zum Alltag. Maler und Lackierer arbeiten eng mit Maurern, Trockenbauern und Architekten zusammen. Auf größeren Baustellen koordinieren sie sich mit dem Bauleiter über den Fortschritt.
Maler und Lackierer arbeiten überwiegend in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben des Maler- und Lackiererhandwerks. Daneben gibt es Stellen in Industriebetrieben (z. B. Automobilindustrie, Schienenfahrzeuge), bei Baukonzernen wie Strabag oder Bilfinger, in Facility-Management-Unternehmen sowie bei spezialisierten Betrieben für Denkmalpflege und Korrosionsschutz. In Deutschland herrscht ausgeprägte Fachkräftebedarf im Handwerk, besonders in städtischen Ballungsräumen.
Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, mit Realschulabschluss verbessern sich die Chancen deutlich. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Flächenberechnungen, Mengenermittlungen), Chemie (Lacke, Lösemittel, Reaktionen) und Kunst (Farblehre, Gestaltung). Persönlich wichtig sind handwerkliches Geschick, ein gutes Auge für Farben und Proportionen, Sorgfalt und Geduld beim Arbeiten, körperliche Belastbarkeit (Kniearbeit, Gerüste, schwere Materialien) sowie Zuverlässigkeit auf der Baustelle. Wer Freude an sichtbaren Ergebnissen und gestalterischen Aufgaben hat, ist in diesem Beruf gut aufgehoben.
Im 1. Lehrjahr stehen Grundlagen im Mittelpunkt: Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit, Grundanstriche, einfache Spachtel- und Schleiftechniken sowie das Erkennen und Vorbereiten verschiedener Untergründe wie Beton, Putz, Holz und Metall. Farblehre und die Eigenschaften grundlegender Beschichtungsstoffe werden eingeführt. Im 2. Lehrjahr folgt die Vertiefung: komplexere Beschichtungssysteme, Tapezierarbeiten, einfache Wärmedämmung (WDVS) und erste dekorative Techniken. Außerdem werden Lacktechniken für Holz und Metall sowie Korrosionsschutz gelehrt. Im 3. Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung je nach Schwerpunkt (Gestaltung und Instandhaltung, Kirchenmalerei, Fahrzeuglackierung oder Bauten- und Korrosionsschutz). Die Ausbildung unterscheidet sich von Berufen wie dem Fahrzeuglackierer durch den breiteren Fokus auf Bau- und Innenraumgestaltung. Berufsschule und Betrieb wechseln sich im dualen System ab.
Die Zwischenprüfung findet am Ende des 2. Ausbildungsjahres statt. Sie umfasst einen praktischen Teil (ca. 4 Stunden), in dem eine Fläche vorbereitet, grundiert und beschichtet wird, sowie einen schriftlichen Teil mit Fragen zu Werkzeug, Materialien und Arbeitssicherheit (120 Minuten). Die Abschlussprüfung (Teil 2) besteht aus drei Teilen: Die praktische Arbeitsaufgabe (8–10 Stunden) bildet den Kern und wird mit 50 % gewichtet – hier führt der Prüfling eine vollständige Beschichtungsaufgabe inklusive Untergrundvorbereitung durch. Das anschließende Fachgespräch (15 Minuten) fließt mit 10 % in die Bewertung ein. Der schriftliche Prüfungsbereich besteht aus drei Fächern: Gestaltung und Verarbeitung (90 Minuten, 20 %), Bau- und Korrosionsschutz sowie Instandhaltung (90 Minuten, 10 %) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 %). Zum Bestehen müssen mindestens 50 % der Gesamtpunktzahl erreicht werden, und kein schriftlicher Prüfungsbereich darf unter 30 % liegen.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich: Malermeister (HwO) als klassischer Aufstieg zur Selbstständigkeit oder Führungsposition, Gestalter im Handwerk (HWK) für dekorative Spezialisierung sowie Techniker für Farbe und Lack an Fachschulen. Der staatlich geprüfte Bautechniker oder ein Studium zum Bachelor of Engineering (Bauingenieurwesen, Innenarchitektur) bieten akademische Wege. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Bauleiter, Werkmeister oder Betriebsleiter realistisch. Spezialisten für WDVS, Korrosionsschutz, Denkmalpflege oder Fahrzeuglackierung erzielen deutlich höhere Gehälter. Das Bruttogehalt steigt von ca. 2.400 EUR nach der Ausbildung auf 3.200–4.000 EUR mit Meistertitel.
Bewerbungen sollten 9–12 Monate vor Ausbildungsbeginn (meist August/September) eingereicht werden, also bereits im Herbst des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis, ggf. Praktikumsnachweise und ein Portfolio eigener gestalterischer Arbeiten. Im Vorstellungsgespräch werden oft praktische Fragen zu Farben, Materialien und handwerklichem Verständnis gestellt. Manche Betriebe führen kurze Eignungstests durch (z. B. Farbsehtest, einfache Rechenaufgaben zur Flächenberechnung). Überzeugende Bewerber zeigen Begeisterung für Handwerk und Gestaltung, berichten von eigenen Projekten (z. B. Zimmer gestrichen) und bringen Kenntnisse grundlegender Farbsysteme mit. Pünktlichkeit, gepflegtes Erscheinungsbild und handwerkliche Neugier hinterlassen beim Ausbilder den besten Eindruck.
Ratgeber
Der Maler und Lackierer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.
Industrie-Isolierer
Industrie-Isolierer montieren Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzdämmungen an industriellen Anlagen, Rohrleitungen, Behältern und Apparaten. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis für Energieeffizienz und Anlagensicherheit. Er eignet sich für Menschen, die gerne auf Industriebaustellen und in Kraftwerken oder Chemieanlagen arbeiten und präzise mit verschiedenen Dämmstoffen umgehen möchten.
3 Jahre →
Beton- und Stahlbetonbauer
Beton- und Stahlbetonbauer errichten tragende Konstruktionen aus Beton und Stahlbeton – von Fundamenten über Stützmauern bis hin zu Brücken, Hochhäusern und Industrieanlagen. Das Besondere an diesem Beruf ist die Kombination aus handwerklichem Präzisionsarbeiten und ingenieurstechnischem Verständnis: Jede Schalung muss exakt sitzen, jede Bewehrung korrekt eingebaut sein, bevor der Beton gegossen wird. Wer Freude an körperlicher Arbeit im Freien, an sichtbaren Ergebnissen und an der Arbeit mit schweren Materialien und Maschinen hat, findet hier eine zukunftssichere Ausbildung.
3 Jahre →
Straßenwärter
Straßenwärter sorgen für die Sicherheit und Funktionsfähigkeit öffentlicher Straßen, Autobahnen und Radwege. Sie führen Inspektionen durch, beheben Schäden und leisten Winterdienst. Dieser Beruf eignet sich für Menschen, die gerne im Freien arbeiten, handwerklich geschickt sind und Verantwortung für die Verkehrssicherheit übernehmen möchten.
3 Jahre →
Tiefbaufacharbeiter
Tiefbaufacharbeiter arbeiten unterhalb der Erdoberfläche und erschließen die Infrastruktur unserer Gesellschaft: Sie verlegen Rohrleitungen, bauen Kanäle, errichten Fundamente und gestalten Verkehrswege. Der Beruf eignet sich für technikinteressierte Menschen mit körperlicher Belastbarkeit, die gerne im Freien arbeiten und handwerkliches Geschick mit Maschinenführung verbinden möchten. Die zweijährige Ausbildung bildet die Grundlage für zahlreiche Fachrichtungen im Tief- und Straßenbau.
2 Jahre →