🧭AG
Alle BerufeBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Berufe
MetallberufeBBiG

Metallbauer

Metallbauer fertigen und montieren Konstruktionen aus Stahl, Aluminium und anderen Metallen – von Treppen und Geländern über Fassaden bis hin zu Maschinenbauteilen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis und ist in drei Fachrichtungen unterteilt: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Er eignet sich für Menschen mit Freude an präziser Metallverarbeitung, räumlichem Denken und körperlicher Arbeit.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Metallbauer?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Werkstatt mit der Materialbeschaffung und dem Einrichten von Maschinen wie Schweißgeräten (MIG/MAG, WIG), Winkelschleifern, Plasmabrennern und Abkantpressen. Anhand technischer Zeichnungen, die mit CAD-Software wie AutoCAD oder SolidWorks erstellt wurden, werden Werkstücke aus Stahl- oder Aluminiumblechen angerissen, zugeschnitten, gebogen und zusammengeschweißt. Vormittags stehen häufig Zuschnitt- und Fügearbeiten im Vordergrund – etwa das Schweißen eines Treppengeländers aus Vierkantrohr. Nachmittags erfolgen Montagearbeiten auf der Baustelle: Metallbauer befestigen Stahlkonstruktionen, richten Fassadenelemente aus oder montieren Tore und Türen. Dabei arbeiten sie eng mit Architekten, Bauleitern und anderen Gewerken zusammen. Qualitätsprüfungen mit Messschiebern, Winkeln und Wasserwaagen gehören ebenso zum Alltag wie die Dokumentation geleisteter Arbeiten. Typische Aufgaben sind das Anfertigen einer Stahltreppe nach Maßplan oder die Montage von Aluminiumfassadenprofilen an einem Neubau.

Wo arbeitest du?

Metallbauer arbeiten überwiegend in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben des Metallbauer- und Stahlbaugewerbes. Typische Arbeitgeber sind Schlossereien, Stahl- und Metallbauunternehmen, Fassadenbauer sowie Hersteller von Nutzfahrzeugaufbauten (z. B. Schmitz Cargobull, Kögel). Im Bereich Metallgestaltung finden sich Stellen in kunsthandwerklichen Schmiedebetrieben. Es herrscht ausgeprägter Fachkräftemangel, besonders in der Konstruktionstechnik und im Nutzfahrzeugbau.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, idealerweise ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschule), da Mathematik, Physik und Technisches Zeichnen eine wichtige Rolle spielen. Besonders relevant sind gute Kenntnisse in Mathematik (Geometrie, Maßberechnung) und Physik (Werkstoffeigenschaften, Statik). Persönlich sollte man handwerkliches Geschick und Freude an präziser Arbeit mitbringen. Räumliches Vorstellungsvermögen ist für das Lesen technischer Zeichnungen unerlässlich. Körperliche Belastbarkeit, da viel im Stehen und auf Baustellen gearbeitet wird, sowie Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen metallverarbeitende Grundtechniken im Mittelpunkt: Feilen, Sägen, Bohren, Messen mit Schublehre und Mikrometerschraube sowie erste Kenntnisse in der Werkstoffkunde (Stahl, Edelstahl, Aluminium). Grundlagen des Schweißens (MAG) und Lesen technischer Zeichnungen werden eingeführt. Im 2. Lehrjahr vertiefen Auszubildende ihre Schweißkenntnisse (WIG, Elektro), lernen den Umgang mit CNC-gesteuertem Brennschneiden und Abkantpressen sowie Oberflächenbehandlung durch Schleifen, Beizen und Grundieren. Die Fachrichtung wird gewählt. Im 3. Lehrjahr erfolgt die fachrichtungsspezifische Spezialisierung: In der Konstruktionstechnik werden komplexe Stahlbaukonstruktionen geplant und gefertigt; in der Metallgestaltung künstlerisch-gestalterische Techniken wie Schmieden vertieft; im Nutzfahrzeugbau Aufbau und Reparatur von Fahrzeugaufbauten. Im Vergleich zum Industriemechaniker liegt der Fokus stärker auf Baustellenmontage und handwerklicher Fertigung.

Technologie und FertigungstechnikTechnisches Zeichnen / CADWerkstoffkundeMathematikWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung Teil 1 (Zwischenprüfung) findet am Ende des 2. Ausbildungsjahres, üblicherweise im Januar/Februar, statt. Geprüft wird eine praktische Arbeitsaufgabe (ca. 5 Stunden): Fertigung eines vorgegebenen Metallbauteils inklusive Schweißen und Messen. Zusätzlich gibt es einen schriftlichen Teil zu Grundlagen der Metallverarbeitung (60 Minuten). Die Abschlussprüfung Teil 2 findet im 3. Lehrjahr (Sommer/Winter) statt und besteht aus folgenden Bereichen: - Praktische Arbeitsaufgabe (Kundenauftrag fertigen und montieren): ca. 8 Stunden – Gewichtung 50 % - Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich): 60 Minuten – Gewichtung 10 % - Technische Kommunikation / Werkstoffkunde (schriftlich): 120 Minuten – Gewichtung 20 % - Fachrichtungsspezifische Aufgaben (schriftlich): 90 Minuten – Gewichtung 20 % Zum Bestehen müssen mindestens 50 Punkte (50 %) im Gesamtergebnis und in der praktischen Arbeitsaufgabe erreicht werden. Ein Fachgespräch (ca. 15 Minuten) kann bei knappem Bestehen hinzugezogen werden.

Prüfungsthemen

  • Technische Kommunikation und Zeichnungslesen
  • Werkstoffkunde (Stahl, Edelstahl, Aluminium, NE-Metalle)
  • Fügetechnik (Schweißen MAG/WIG, Löten, Schrauben)
  • Fertigungstechnik (Trennen, Umformen, Abkanten)
  • Konstruktion und Statik von Metallbaukonstruktionen
  • Oberflächenbehandlung und Korrosionsschutz
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich: - **Metallbauermeister HwO**: Voraussetzung für die Selbstständigkeit und Führungsaufgaben im Handwerksbetrieb - **Techniker Fachrichtung Metall- oder Stahltechnik**: staatlich geprüft, 2 Jahre Vollzeit oder berufsbegleitend - **Industriemeister Metall (IHK)**: für den industriellen Bereich - **Bachelor of Engineering** (Maschinenbau, Stahlbau, Konstruktionstechnik) über Abendstudium oder Duales Studium Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter, Montageleiter, Kalkulator oder Projektleiter im Metallbaubetrieb realistisch. Gehälter steigen von rund 2.400 € (Einstieg) auf 3.500–4.500 € als Meister oder Techniker. Spezialisierungen im Bereich Brandschutz, Fassadenbau oder Fahrzeugaufbau erhöhen die Nachfrage.

Bewerbungstipps

Die Bewerbung sollte 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (August/September) eingereicht werden, also ab Herbst des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören: Anschreiben mit Bezug auf konkrete Tätigkeiten (z. B. Interesse an Schweißen oder Konstruktion), Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch werden häufig technisches Grundverständnis und Motivation abgefragt. Viele Betriebe setzen einen internen Eignungstest ein, der Mathematikaufgaben (Bruchrechnung, Geometrie), handwerkliche Grundkenntnisse und räumliches Denken prüft. Ein vorheriges Praktikum im Metallbau- oder Schlossereibetrieb ist ein starkes Argument. Ausbilder überzeugen sich am meisten von Bewerberinnen und Bewerbern, die technische Zeichnungen kennen, bereits geschraubt oder gelötet haben und Sorgfalt sowie Pünktlichkeit demonstrieren.

Ratgeber

Der Metallbauer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es beim Metallbauer?
Die Ausbildung zum Metallbauer wird in vier Fachrichtungen angeboten: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung, Nutzfahrzeugbau sowie Stahlbau und Metallbaukonstruktion. Die Wahl der Fachrichtung erfolgt im zweiten Ausbildungsjahr und hängt vom Ausbildungsbetrieb und den eigenen Interessen ab.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Metallbauer benötigt?
Formal gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestvoraussetzung für den Schulabschluss. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik sowie handwerkliches Geschick sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können Metallbauer arbeiten?
Metallbauer finden Beschäftigung in Metallbau- und Schlossereibetrieben, im Fahrzeugbau, in der Industrie sowie im Handwerk. Mögliche Arbeitgeber sind beispielsweise Hersteller von Türen, Toren und Fassadenkonstruktionen, Nutzfahrzeughersteller oder Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Metallbaumeister oder Metallbautechniker weiterqualifizieren. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung oder über den zweiten Bildungsweg besteht die Möglichkeit, ein Studium im Bereich Maschinenbau, Konstruktionstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen aufzunehmen. Zudem ermöglicht die bestandene Meisterprüfung in einigen Bundesländern den direkten Hochschulzugang.

Ähnliche Berufe in Metallberufe

Hufschmied

Hufschmiede fertigen, formen und befestigen Hufeisen für Pferde, Esel und andere Equiden und sorgen so für die Gesundheit und Bewegungsfähigkeit der Tiere. Der Beruf verbindet traditionelles Schmiedehandwerk mit veterinärmedizinischem Grundwissen und direktem Umgang mit Tieren. Er eignet sich für Menschen, die Metallverarbeitung und Pferde gleichermaßen lieben und körperliche Arbeit schätzen.

3 Jahre →

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik stellen Produkte aus Kunststoff und Gummi her – von Fahrzeugteilen über Verpackungen bis hin zu medizinischen Bauteilen. Sie bedienen und überwachen komplexe Produktionsmaschinen wie Spritzgussmaschinen, Extruder oder Vulkanisierpressen. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen mit Sinn für Präzision, Materialverständnis und Prozessdenken.

3 Jahre →

Industriemechaniker

Industriemechaniker stellen Maschinen, Anlagen und Baugruppen her, montieren und warten sie in industriellen Fertigungsbetrieben. Der Beruf verbindet präzise Metallbearbeitung mit moderner CNC-Technik und Hydraulik. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen mit handwerklichem Geschick, die gerne an komplexen Maschinen arbeiten und systematisch Fehler analysieren.

3 Jahre →

Metallschleifer

Metallschleifer und Metallschleiferin ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Bereich der Metallbearbeitung. Fachkräfte schleifen, polieren und bearbeiten Metallwerkstücke mit spezialisierten Schleifmaschinen und Schleifmitteln auf exakte Maß- und Oberflächenqualitäten. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen mit Präzisionsanspruch, gutem Fingerspitzengefühl und Freude an der Arbeit mit Metallen und Maschinen.

3 Jahre →