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Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker

Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker montieren, warten und reparieren Rollladen, Jalousien, Markisen, Rollgitter und Sonnenschutzsysteme. Der Beruf verbindet Handwerk mit Elektronik und Mechatronik, da moderne Systeme motorisiert und per Smarthome-Steuerung bedient werden. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die gerne handwerklich arbeiten und Freude an abwechslungsreichen Tätigkeiten in Innenräumen und im Freien haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

550–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker?

Der Arbeitstag beginnt meist im Betrieb mit der Vorbereitung des Tagesplans, dem Beladen des Firmenfahrzeugs mit Materialien wie Aluminiumprofilen, Führungsschienen, Antriebsmotoren und Steuerungseinheiten sowie dem Verladen von Werkzeug wie Akkuschraubern, Wasserwaage, Sägen und Messgeräten. Anschließend fahren Mechatroniker zu Privat- oder Gewerbekunden. Morgens werden Montagearbeiten durchgeführt: Rollladen-Kästen werden in Mauerwerk oder Fassaden eingebaut, Führungsschienen ausgerichtet und Panzerprofil-Systeme eingehängt. Nachmittags erfolgt oft die Elektroinstallation von Gurtwicklern, Rohr- und Schnurzuganlagen sowie Funk- oder Smarthome-Steuerungen (z. B. Somfy, Warema, Elero). Typische Aufgaben sind das Programmieren von Endlagenschaltern und Sonnensensoren sowie das Einmessen von Windwächtern. Kunden werden in die Bedienung ihrer Systeme eingewiesen. Im Betrieb werden Ersatzteile vorbereitend zugeschnitten und Aufmaße für Neuanfertigungen berechnet. Die Zusammenarbeit erfolgt mit Fensterbauern, Elektrikern und Bauleitern.

Wo arbeitest du?

Fachbetriebe des Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerks (Klein- und Mittelbetriebe mit 5–30 Mitarbeitern) stellen den Großteil der Ausbildungsplätze. Weitere Arbeitgeber sind Fensterbau- und Bauelementeunternehmen, Handwerksbetriebe des Bauhandwerks sowie Hersteller wie Warema, Somfy, Roma oder Elero im Bereich Vertrieb und Service. Fachkräftemangel ist in diesem Beruf deutlich ausgeprägt: Qualifizierte Gesellen sind in vielen Regionen stark gesucht, die Übernahmequote nach der Ausbildung ist sehr hoch.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, besser ein Realschulabschluss, da Elektrotechnik und Steuerungsprogrammierung mathematisches Verständnis erfordern. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Maßberechnungen, Flächenberechnungen), Physik (elektrische Schaltkreise) und Technik. Persönlich wichtig sind handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit (Arbeit auf Leitern und Gerüsten), ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie Sorgfalt bei der Elektroinstallation. Da die tägliche Arbeit beim Kunden stattfindet, sind Kommunikationsfähigkeit und ein gepflegtes Auftreten ebenfalls von Vorteil.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen Grundlagen des Handwerks im Mittelpunkt: Werkstoffe wie Aluminium, Stahl, Kunststoff und Holz werden kennengelernt, Arbeits- und Sicherheitsregeln eingeübt und einfache Montagearbeiten durchgeführt. Grundkenntnisse der Elektrotechnik und des Messens mit Multimeter und Prüfgeräten werden vermittelt. Im 2. Lehrjahr vertiefen Auszubildende Kenntnisse in der Montage motorisierter Systeme, der Steuerungstechnik und der Installation von Rollgittern sowie Raffstores. Schaltpläne werden gelesen und einfache Steuerkreise aufgebaut. Im 3. Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung auf komplexe Sonnenschutzsysteme wie Wintergartenmarkisen, Pergolasysteme und gebäudeautomationsgebundene Steuerungen. Kunden- und Reklamationsmanagement sowie die Kalkulation von Angeboten werden geübt. Im Vergleich zur Tischlerausbildung liegt der Schwerpunkt weniger auf Holzbearbeitung und stärker auf Mechatronik und Systemintegration.

Rollladen- und SonnenschutztechnikElektrotechnik und SteuerungstechnikWerkstoffkundeBetriebswirtschaft und KalkulationDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet im zweiten Ausbildungsjahr (ca. Ende des 3. Halbjahres, meist März/April) statt. Geprüft werden praktische Grundfertigkeiten (ca. 4 Stunden): Montage einer einfachen Rollladenbaugruppe sowie schriftliche Aufgaben zu Werkstoffkunde, Grundlagen der Elektrotechnik und Arbeitssicherheit (ca. 120 Minuten). Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des 3. Lehrjahres statt und besteht aus drei Teilen: Prüfungsbereich 1 – Kundenauftrag (praktische Arbeitsprobe): Montage, Inbetriebnahme und Prüfung eines komplexen Sonnenschutzsystems mit anschließendem Fachgespräch, Dauer ca. 6 Stunden, Gewichtung 50 %. Prüfungsbereich 2 – Systeme und Steuerungen (schriftlich): 120 Minuten, Gewichtung 25 %. Prüfungsbereich 3 – Wirtschaft und Soziales (schriftlich): 60 Minuten, Gewichtung 25 %. Zum Bestehen müssen in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte (von 100) erreicht werden. Bei schwacher Leistung in einem schriftlichen Bereich kann das Fachgespräch ausschlaggebend sein.

Prüfungsthemen

  • Montage und Inbetriebnahme von Rollladensystemen und Jalousien
  • Steuerungs- und Regelungstechnik (Endlagenschalter, Sonnensensoren, Windwächter)
  • Elektrotechnik und Schaltplanerstellung
  • Werkstoffe und Verbindungstechniken (Aluminium, Stahl, Kunststoff)
  • Sonnenschutzsysteme und Markisentechnik
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Aufmaß, Kalkulation und Kundenberatung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich: Rollladen- und Sonnenschutzmechanikermeister (HwK), der zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildung berechtigt. Alternativ bietet sich der Staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Mechatronik oder Bautechnik) an. Für Führungsrollen in der Industrie ist der Industriemeister Metall (IHK) geeignet. Passende Studiengänge sind Bachelor of Engineering (Mechatronik, Gebäudeautomation) oder Facility Management. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Montage- oder Projektleiter, technischer Vertriebsberater bei Herstellern wie Somfy oder Warema oder die Selbstständigkeit als Inhaber eines Fachbetriebs realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR brutto beim Berufseinstieg auf über 3.500 EUR als Meister oder Projektleiter.

Bewerbungstipps

Die Bewerbung sollte 9–12 Monate vor Ausbildungsbeginn (August/September) erfolgen, also spätestens im Herbst des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, aktuelle Schulzeugnisse sowie ggf. Nachweise über Praktika im Handwerk. Im Vorstellungsgespräch wird häufig nach handwerklichen Vorerfahrungen, technischem Interesse und der Bereitschaft zur Außendiensttätigkeit gefragt. Einige Betriebe setzen einen einfachen Eignungstest mit Rechenaufgaben und technischen Fragen ein. Wer beim Vorstellungsgespräch Kenntnisse über Rollladen- oder Sonnenschutzsysteme mitbringt, ein Praktikum absolviert hat oder ein Interesse an Smarthome-Technik nachweisen kann, überzeugt Ausbilder besonders. Teamfähigkeit und Pünktlichkeit sind im Kundendienst unverzichtbar.

Ratgeber

Der Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, angesiedelt im Berufsfeld der Holzberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker erforderlich?
Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestvoraussetzung für den Schulabschluss. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Freude an praktischer Arbeit sind wichtiger als ein bestimmter Abschluss.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man den Meistertitel im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk anstreben, der zur selbstständigen Betriebsführung und zur Ausbildung von Lehrlingen berechtigt. Alternativ bieten sich Weiterbildungen im Bereich Gebäudeautomation oder Smart Home an. Mit der Gesellenprüfung und entsprechender Berufserfahrung ist in einigen Bundesländern auch ein Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften möglich.

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