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MetallberufeBBiG

Schleifer

Schleifer und Schleiferin ist ein industrieller Ausbildungsberuf im Metallbereich nach BBiG. Fachkräfte bearbeiten metallische und nichtmetallische Werkstücke mit Schleif-, Hon- und Läppverfahren auf Maß- und Oberflächengenauigkeit im Mikrometerbereich. Der Beruf eignet sich für technisch interessierte Menschen mit Präzisionsanspruch, die Freude an der Arbeit mit modernen CNC-Schleifmaschinen und Messtechnik haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

650–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Schleifer?

Morgens beginnt der Schleifer mit der Sichtprüfung der Werkstücke, dem Einrichten von Schleifmaschinen wie CNC-Rundschleifmaschinen (z. B. Studer S33) oder Flachschleifmaschinen (z. B. Blohm Orbit) und dem Aufspannen der Rohlinge. Schleifscheiben werden ausgewählt, abgerichtet und auf Unwucht geprüft. Kühlschmiermittel werden eingestellt und Schleifparameter wie Vorschub, Drehzahl und Zustellung am Steuerpult programmiert. Nachmittags erfolgen Zwischenmessungen mit Bügelmessschrauben, Innenmessgeräten, Rauheitsmessgeräten (Perthometer) und 3D-Koordinatenmessmaschinen, um Toleranzen im Bereich von wenigen Mikrometern einzuhalten. Eine typische Aufgabe ist das Schleifen von Wellen auf h6-Toleranz für die Automobilindustrie. Eine weitere Aufgabe ist das Honen von Zylinderbohrungen mit Honleisten auf Ra-Werte unter 0,4 µm. Enge Zusammenarbeit besteht mit Qualitätsprüfern, CNC-Programmierern und Drehereikolleginnen und -kollegen in der Fertigungshalle.

Wo arbeitest du?

Schleifer arbeiten überwiegend in der metallverarbeitenden Industrie: Automobilzulieferer (z. B. Bosch, Schaeffler, ZF Friedrichshafen), Werkzeugmaschinenhersteller (z. B. DMG Mori), Luft- und Raumfahrtunternehmen (z. B. MTU Aero Engines), Hydraulikhersteller sowie in spezialisierten Lohnschleifereibetrieben. Der Beruf wird hauptsächlich in mittelständischen bis großen Industrieunternehmen ausgeübt. Aufgrund der Spezialisierung auf Präzisionsfertigung besteht ein deutlicher Fachkräftemangel.

Voraussetzungen

Empfohlen wird ein guter Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss, da Kenntnisse in Mathematik (Toleranzrechnung, Geometrie) und Physik (Reibung, Wärmeausdehnung) täglich benötigt werden. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Physik und Technik. Personal sollte handwerkliches Geschick und ein ausgeprägtes Feingefühl für Präzision mitbringen, da Werkstücke im Mikrometerbereich bearbeitet werden. Konzentrationsfähigkeit, Sorgfalt und Geduld bei repetitiven Messaufgaben sind ebenso wichtig. Technisches Verständnis für Maschinenprozesse und Interesse an Qualitätssicherung runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr werden Grundlagen der Metallbearbeitung vermittelt: Werkstoffkunde (Stahl, Hartmetall, Keramik), manuelle Fertigungstechniken wie Feilen und Sägen, Lesen technischer Zeichnungen sowie Grundlagen der Mess- und Prüftechnik mit Schieblehre und Mikrometerschraube. Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Schleifscheiben stehen ebenfalls im Mittelpunkt. Im 2. und 3. Lehrjahr vertiefen Auszubildende das Einrichten und Programmieren von CNC-Schleifmaschinen, Schleifverfahren wie Außen-, Innen- und Profilschleifen sowie Honens und Läppens. Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 9001, Auswertung von Messdaten und Fehleranalyse werden praxisnah geübt. Im Vergleich zu Zerspanungsmechanikern liegt der Fokus ausschließlich auf abrasiven Fertigungsverfahren und besonders engen Oberflächengüten.

Schleiftechnik und SchleifmittelMaschinenkunde und WerkstoffkundeTechnisches Zeichnen und Messtechnik

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet zum Ende des 2. Ausbildungsjahres (ca. 18. Monat) statt. Schriftlich werden in 120 Minuten Fragen zu Fertigungstechnik, Werkstoffkunde und technischem Zeichnen geprüft. Praktisch stellt der Prüfling in 3 Stunden ein Schleifwerkstück nach Zeichnungsvorgabe her. Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet im 3. Lehrjahr statt. Die Prüfungsbereiche sind: - Praktische Arbeitsaufgabe (gewichtet 50 %): Herstellen eines Werkstücks durch Schleifen innerhalb von 7 Stunden inklusive Einrichten der Maschine und Qualitätskontrolle. - Fertigungstechnik schriftlich (20 %): 120 Minuten, Schleifverfahren, Maschinenparameter, Fehleranalyse. - Technische Mathematik schriftlich (10 %): 60 Minuten, Toleranzberechnungen, Schnittgeschwindigkeiten. - Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich (10 %): 60 Minuten. - Fachgespräch zur Arbeitsaufgabe (10 %): ca. 15 Minuten. Zum Bestehen sind mindestens 50 Punkte je Prüfungsbereich erforderlich; der Gesamtdurchschnitt muss ebenfalls mindestens 50 Punkte erreichen.

Prüfungsthemen

  • Schleifmaschinen und deren Bedienung
  • Schleifmittel und deren Auswahl
  • Oberflächenbearbeitung und Toleranzen
  • Messungen und Qualitätskontrolle
  • Arbeitssicherheit und Unfallverhütung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungen an: Industriemeister Metall (IHK), Techniker Maschinentechnik oder Fertigungstechnik (staatlich geprüft) sowie Fachwirt für Produktionsmanagement (IHK). Passende Studiengänge sind Maschinenbau (B.Eng.), Fertigungstechnik oder Produktionstechnik an Fachhochschulen. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Schichtführer, Teamleiter Schleiferei, Fertigungsplaner oder Qualitätsprüfer realistisch. Spezialisierungen bestehen in Präzisionsschleifen für Luft- und Raumfahrt, Werkzeugschleifen (Hartmetall-Fräser) oder im Bereich Honverfahren für Motorenkomponenten. Erfahrene Fachkräfte mit Meistertitel verdienen 3.200–4.500 EUR brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (meist 1. August/September) eingereicht werden, also ab Herbst des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch werden technisches Grundverständnis und Sorgfalt abgefragt. Viele Industriebetriebe verlangen einen IHK-Einstellungstest mit Aufgaben zu Mathematik, Raumvorstellung und technischem Verständnis. Eigene Erfahrungen aus einem Technikpraktikum oder einem Ferienjob in der Metallbranche wirken überzeugend. Ausbilder legen besonderen Wert auf Sauberkeit, Pünktlichkeit und die Fähigkeit, präzise nach technischen Zeichnungen zu arbeiten. Eigeninitiative und die Bereitschaft zur Schichtarbeit sind ebenfalls von Vorteil.

Ratgeber

Der Schleifer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Metallberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 650 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen beim Schleifer?
Ja, im Ausbildungsberuf Schleifer gibt es verschiedene Fachrichtungen, darunter Flachschleifen, Rundschleifen, Profilschleifen sowie Werkzeugschleifen. Je nach Betrieb und Schwerpunkt arbeiten Auszubildende mit unterschiedlichen Schleifmaschinen und -techniken. Die gewählte Fachrichtung bestimmt maßgeblich das spätere Einsatzgebiet.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Schleifer?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen viele Betriebe jedoch Bewerber mit einem Haupt- oder Realschulabschluss ein. Wichtig sind gutes technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Sorgfalt. Auch Bewerber mit Hauptschulabschluss haben realistische Chancen, wenn sie Interesse an Metall und Präzisionsarbeit mitbringen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Schleifer?
Schleifer sind vor allem in der metallverarbeitenden Industrie, im Maschinenbau, in der Automobilindustrie sowie in der Werkzeug- und Formenbaubranche tätig. Mögliche Arbeitgeber reichen von kleinen Handwerksbetrieben über mittelständische Zulieferer bis hin zu großen Industrieunternehmen. Überall dort, wo metallische Bauteile hochpräzise bearbeitet werden müssen, sind Schleifer gefragt.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Schleifer sich zum Industriemeister Metall oder zum Techniker weiterbilden und damit Führungsaufgaben übernehmen. Eine Spezialisierung auf CNC-Schleiftechnik oder Qualitätssicherung ist ebenfalls möglich. Mit Fachhochschulreife oder Abitur steht auch ein Studium im Bereich Maschinenbau oder Produktionstechnik offen, teils auch über den zweiten Bildungsweg.

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