🧭AG
Alle BerufeBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Berufe
BauberufeBBiG

Bauten- und Objektbeschichter

Bauten- und Objektbeschichter bereiten Oberflächen an Gebäuden, Fassaden und Innenräumen vor und versehen sie mit Farben, Lacken, Putzen oder dekorativen Beschichtungen. Der Beruf vereint handwerkliches Geschick mit Materialkunde und ästhetischem Gespür. Er eignet sich für Menschen, die gerne körperlich arbeiten, präzise mit Pinsel, Rolle und Spachtel umgehen und sichtbare Ergebnisse ihrer Arbeit schätzen.

Ausbildungsdauer

2 Jahre

Azubi-Gehalt

620–800 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Bauten- und Objektbeschichter?

Der Arbeitstag beginnt meist auf der Baustelle oder im Betrieb mit der Vorbereitung des Arbeitsbereichs: Schutzfolien und Abklebebänder werden ausgelegt, Gerüste und Leitern aufgebaut. Vormittags stehen Untergrundarbeiten im Vordergrund – Altanstriche schleifen mit Exzenterschleifern, Risse und Löcher mit Spachtelmasse und Füllern ausbessern, Wände mit Tiefengrund grundieren. Nachmittags folgen die eigentlichen Beschichtungsarbeiten: Fassaden streichen mit Dispersionsfarben oder Silikonharzfarben, Innenräume mit Dispersions- oder Latexfarben rollen und pinseln, Tapeten zuschneiden und verkleben oder Strukturputze mit Reibebrett und Glättkelle auftragen. Dabei werden Werkzeuge wie Malerpinsel, Farbroller, Spritzpistolen (HVLP-Systeme) und Rührwerke eingesetzt. Man arbeitet eng mit Maurern, Trockenbauern und Bodenleger zusammen und stimmt Arbeitsabläufe mit dem Vorarbeiter ab. Eine typische Aufgabe: das gleichmäßige Auftragen eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS) an einer Außenfassade.

Wo arbeitest du?

Bauten- und Objektbeschichter finden Stellen hauptsächlich in Malerbetrieben und Bauunternehmen des Handwerks. Weitere Arbeitgeber sind Facility-Management-Unternehmen, kommunale Bauhöfe, Wohnungsbaugesellschaften und Industriebetriebe mit eigenen Instandhaltungsabteilungen. Bekannte Arbeitgeber sind regionale Malerbetriebe, Baukonzerne wie Bilfinger SE oder STRABAG sowie Gebäudemanagementdienstleister wie Wisag und Dussmann. Im Handwerk herrscht spürbarer Fachkräftemangel, besonders in Ballungsräumen.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss ist die Mindestvoraussetzung; viele Betriebe bevorzugen einen mittleren Schulabschluss (Realschule). Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Flächenberechnung, Mengenermittlung), Chemie (Werkstoffkunde, Lösemittel) und Werken/Technik. Persönlich sollte man Freude an handwerklicher Arbeit und körperlicher Belastung mitbringen, da Arbeiten auf Gerüsten, Leitern und in Knien zum Alltag gehören. Sorgfalt beim Schutz von Nachbarflächen, Zuverlässigkeit auf Baustellen und ein Sinn für Ordnung und Farbgestaltung sind ebenso wichtig wie Schwindelfreiheit.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen vermittelt: Arbeitssicherheit, Gerüstaufbau, Untergrundbeurteilung, Umgang mit Schleif- und Spachtelwerkzeug sowie einfache Streich- und Rolltechniken mit Dispersionsfarben. Grundkenntnisse in Farbenlehre (RAL-Farbtöne, NCS-System) und Materialkunde (Bindemittel, Pigmente, Lösemittel) stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende Putz- und Beschichtungstechniken, lernen das Verarbeiten von Tapeten, Korrosionsschutzanstrichen und das Grundieren verschiedener Untergründe wie Beton, Holz und Metall. Dazu kommen Kenntnisse in Wärmedämmverbundsystemen und Fassadenbeschichtungen. Im Vergleich zu Malern und Lackierern liegt der Schwerpunkt weniger auf Dekorationsmalerei, sondern stärker auf Schutzbeschichtungen und Grundierungsarbeiten an Gebäuden.

BeschichtungstechnikWerkstoffkundeFarbenlehre und GestaltungBaukunde und BauzeichnenWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung (Gesellenprüfung) findet am Ende der zweijährigen Ausbildung statt, in der Regel im Frühjahr (April/Mai) oder Herbst (Oktober/November). Eine separate Zwischenprüfung gibt es nicht; stattdessen wird der Ausbildungsstand durch laufende Beurteilungen begleitet. Die Prüfung gliedert sich in einen praktischen und einen schriftlichen Teil. Im praktischen Teil (ca. 7 Stunden) führen Prüflinge eine vollständige Beschichtungsaufgabe durch: Untergrundvorbereitung, Grundierung, Zwischen- und Schlussbeschichtung an einem vorgegebenen Objekt (z. B. Fassadenabschnitt oder Innenraum). Anschließend findet ein Fachgespräch (ca. 15 Minuten) über die durchgeführte Arbeit statt. Der schriftliche Teil umfasst zwei Prüfungsbereiche: 'Beschichten von Bauteilen und Objekten' (120 Minuten) und 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (60 Minuten). Gewichtung: Praxis 60 %, Beschichtungsaufgabe schriftlich 30 %, Wirtschafts- und Sozialkunde 10 %. Zum Bestehen müssen in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte (von 100) erreicht werden.

Prüfungsthemen

  • Untergrundvorbereitung und -beurteilung (Schleifen, Spachteln, Grundieren)
  • Beschichtungsstoffe und ihre Eigenschaften (Dispersionsfarben, Silikonharzfarben, Lacke)
  • Farbenlehre und Farbtonsysteme (RAL, NCS)
  • Fassadenbeschichtungen und Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS)
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz auf Baustellen
  • Werkzeug- und Maschinenkunde (Spritzpistolen, Schleifmaschinen, Rührwerke)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung kann der Bauten- und Objektbeschichter zunächst als Geselle im Betrieb weiterarbeiten und sich zum Maler und Lackierer durch eine verkürzte Umschulung (ca. 1 Jahr) qualifizieren. Weiterführende Abschlüsse sind der Malermeister (HwK, ca. 3 Jahre berufsbegleitend), der Staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Farb- und Lacktechnik oder ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen bzw. Farb- und Lacktechnologie (Bachelor). Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Vorarbeiter, Bauleiter oder Betriebsinhaber realistisch. Spezialisierungen in Korrosionsschutz, Brandschutzanstrichen oder Wärmedämmbeschichtungen erhöhen die Verdienstchancen erheblich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (Ausbildungsstart meist August/September) eingereicht werden. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Nachweise über Praktika im Handwerk. Im Vorstellungsgespräch werden oft praktische Fragen gestellt: Erfahrung mit handwerklichem Arbeiten, Schwindelfreiheit, Teamfähigkeit. Viele Betriebe führen einen kurzen Eignungstest durch (Rechenaufgaben zur Flächenberechnung, handwerkliche Geschicklichkeit). Besonders überzeugend wirken Bewerber, die ein Betriebspraktikum im Maler- oder Bauhandwerk absolviert haben, Sorgfalt und Ordentlichkeit demonstrieren und zeigen, dass sie Farb- und Materialunterschiede wahrnehmen können. Eigeninitiative beim Erkundigen über Beschichtungsmaterialien kommt bei Ausbildern gut an.

Ratgeber

Der Bauten- und Objektbeschichter ist ein 2-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 800 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Bauten- und Objektbeschichters?
Der Bauten- und Objektbeschichter ist selbst eine Spezialisierung innerhalb des Malerhandwerks und auf Beschichtungs- und Korrosionsschutzarbeiten ausgerichtet. Eine weitere formale Unterteilung in Fachrichtungen existiert nicht, jedoch können sich Fachkräfte durch Berufserfahrung auf bestimmte Bereiche wie Industrieanlagen, Brücken oder Fassaden konzentrieren.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss ein, da handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit im Vordergrund stehen. Grundkenntnisse in Mathematik und Technik sind jedoch von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Bauten- und Objektbeschichter?
Bauten- und Objektbeschichter sind hauptsächlich in Malerbetrieben, Handwerksbetrieben des Ausbaugewerbes sowie in der Industrie tätig. Mögliche Arbeitgeber sind Bauunternehmen, Industriebetriebe mit eigenen Instandhaltungsabteilungen sowie Unternehmen im Bereich Korrosionsschutz und Schiffsbau. Auch öffentliche Auftraggeber wie Kommunen oder Verkehrsbetriebe beschäftigen diese Fachkräfte.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Maler- und Lackierermeister weiterzubilden, was den Weg in die Selbstständigkeit eröffnet. Alternativ kann über den Erwerb der Fachhochschulreife oder Hochschulreife ein Studium in Bereichen wie Bautechnik, Farbtechnik oder Lackiertechnik aufgenommen werden. Auch eine Fortbildung zum Techniker im Bereich Farb- und Lacktechnik ist möglich.

Ähnliche Berufe in Bauberufe

Maurer

Maurer errichten Mauerwerk aus Ziegeln, Kalksandsteinen, Porenbetonsteinen und Betonfertigteilen und sind damit tragende Kraft im Rohbau. Der Beruf vereint handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis für statische Zusammenhänge, Baustoffe und Planlesekunde. Er eignet sich für körperlich belastbare Menschen, die gerne im Freien arbeiten und sichtbare Ergebnisse ihrer Arbeit schätzen.

3 Jahre →

Maler und Lackierer

Maler und Lackierer gestalten und schützen Oberflächen an Gebäuden, Fahrzeugen und Gegenständen. Sie tragen Farben, Lacke, Putze und Tapeten auf, führen Dämmarbeiten durch und setzen dekorative Gestaltungskonzepte um. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen mit Gespür für Farben, Ästhetik und Materialien, die gerne sowohl im Außen- als auch Innenbereich arbeiten.

3 Jahre →

Ofen- und Luftheizungsbauer

Ofen- und Luftheizungsbauer installieren, bauen und warten Kaminöfen, Kachelöfen, Herde sowie Warmluftanlagen in Wohn- und Gewerbegebäuden. Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Heiztechnik und Energieeffizienz. Er eignet sich für Menschen mit handwerklichem Geschick, Interesse an Feuerstättentechnik und Freude an präziser, saubererer Arbeit in Kundenhäusern.

3 Jahre →

Backofenbauer

Backofenbauer sind spezialisierte Handwerker, die gewerbliche und industrielle Backöfen, Öfen für Bäckereien sowie Industriebrennöfen planen, mauern, montieren und warten. Das Besondere an diesem Beruf ist die Kombination aus klassischem Ofenbauhandwerk, Feuerungstechnik und modernster Steuerungstechnik. Anders als allgemeine Ofenbauer konzentrieren sich Backofenbauer auf lebensmitteltaugliche Backanlagen mit spezifischen Hygiene- und Temperaturanforderungen. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen mit Interesse an Wärmetechnik, die präzise arbeiten und komplexe technische Zusammenhänge verstehen wollen.

3 Jahre →