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Wirtschaft und VerwaltungBBiG

Drogist

Drogisten beraten Kunden in Drogerien und Reformhäusern zu Körperpflege, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmitteln, Reinigungs- und Haushaltsprodukten sowie pflanzlichen Heilmitteln. Der Beruf verbindet fundiertes naturwissenschaftliches Wissen mit intensiver Kundenberatung und kaufmännischem Handeln. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Chemie, Biologie und Gesundheitsthemen sowie Freude am direkten Kundenkontakt.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Drogist?

Der Arbeitsalltag eines Drogisten beginnt meist morgens mit der Warenannahme und Qualitätskontrolle: Lieferungen werden anhand von Lieferscheinen geprüft, Produkte auf korrekte Kennzeichnung und Mindesthaltbarkeit kontrolliert und ins Warenwirtschaftssystem (z. B. SAP oder branchenspezifische Kassensysteme) eingebucht. Anschließend erfolgt die Regalpflege und Preisauszeichnung, wobei gesetzliche Vorschriften zur Produktkennzeichnung beachtet werden müssen. Ein zentraler Teil der Arbeit ist die Kundenberatung: Drogisten empfehlen etwa geeignete Pflegeprodukte für bestimmte Hauttypen, erklären Inhaltsstoffe wie Retinol oder Hyaluronsäure, beraten zu Diäten und Nahrungsergänzungsmitteln oder informieren über Naturkosmetik-Zertifizierungen. Nachmittags werden häufig Sonderaufbauten und Werbedisplays für aktuelle Aktionen gestaltet, Bestellungen über das Bestellsystem aufgegeben und Inventuren vorbereitet. Die Arbeit findet überwiegend im Verkaufsraum statt, ergänzt durch Lager- und Bürotätigkeiten. Enge Zusammenarbeit besteht mit Filialleitern, Kolleginnen und Kollegen im Verkauf sowie Lieferantenvertretern.

Wo arbeitest du?

Drogisten arbeiten hauptsächlich in Drogeriemarktketten wie dm-drogerie markt, Rossmann und Müller sowie in Reformhäusern, Apotheken mit Drogerieabteilung und inhabergeführten Fachgeschäften. Auch Naturkostläden und Onlinehändler im Bereich Naturkosmetik und Wellness beschäftigen Drogisten. Der Fachkräftemangel ist in kleineren Fachgeschäften und Reformhäusern spürbar, während große Ketten regelmäßig Ausbildungsplätze anbieten. Die Branche wächst durch steigende Nachfrage nach Naturkosmetik und Nahrungsergänzungsmitteln.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss), da die Ausbildung naturwissenschaftliche Vorkenntnisse in Chemie und Biologie voraussetzt. Wichtige Schulfächer sind Chemie, Biologie, Deutsch und Mathematik. Persönlich sollten Bewerber Freude an der Kundenberatung, ein gepflegtes Auftreten und echtes Interesse an Gesundheits- und Pflegethemen mitbringen. Grundlegende Kenntnisse über Inhaltsstoffe und Naturheilkunde sind von Vorteil. Sorgfalt beim Umgang mit Produkten, die korrekt beschriftet und sicher gelagert werden müssen, ist ebenso wichtig wie Teamfähigkeit.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Warenkunde im Mittelpunkt: Rohstoffe, Inhaltsstoffe und Eigenschaften von Kosmetika, Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln sowie Grundbegriffe der Chemie und Biologie. Hinzu kommen Grundlagen des Verkaufs, der Kommunikation und des Kassierens. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende ihr Wissen über Naturheilkunde, Nahrungsergänzungsmittel, diätetische Lebensmittel sowie Schädlingsbekämpfung und Umweltschutz. Kaufmännische Inhalte wie Einkauf, Kalkulation und Lagerhaltung werden ausgebaut. Im dritten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung auf komplexe Beratungssituationen, Sichtwahlpräsentation, Marketingmaßnahmen und betriebswirtschaftliche Auswertungen. Anders als Kaufleute im Einzelhandel besitzen Drogisten tiefes naturwissenschaftliches Fachwissen zu Inhaltsstoffen, Verträglichkeiten und gesundheitlichen Wirkungen.

Warenkunde und BeratungKaufmännische Steuerung und KontrolleWirtschaftslehreDeutsch/KommunikationNaturwissenschaftliche Grundlagen (Chemie/Biologie)

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung des Drogisten ist zweiteilig. Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres (ca. Frühjahr des 2. Lehrjahres) statt und umfasst eine schriftliche Prüfung in Warenkunde und Beratung (90 Minuten) sowie eine praktische Warenkundliche Aufgabe (ca. 30 Minuten). Teil 2 wird am Ende des dritten Lehrjahres abgelegt. Er besteht aus folgenden Prüfungsbereichen: 'Beratung und Verkauf' (praktische Gesprächssimulation mit Fachgespräch, ca. 30 Minuten, Gewichtung 40 %), 'Warenkunde und Beratungsgrundlagen' (schriftlich, 90 Minuten, 20 %), 'Kaufmännische Steuerung und Kontrolle' (schriftlich, 60 Minuten, 20 %) sowie 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 60 Minuten, 20 %). Zum Bestehen muss die Gesamtleistung mindestens ausreichend (50 Punkte) sein; kein Prüfungsbereich darf mit weniger als 30 Punkten bewertet werden. Die praktische Aufgabe in 'Beratung und Verkauf' beinhaltet eine realistische Kundenberatungssituation, die mit einem Fachgespräch abschließt.

Prüfungsthemen

  • Warenkunde Körperpflege und Kosmetik (Inhaltsstoffe, Wirkungen, Zertifizierungen)
  • Naturheilkunde und Nahrungsergänzungsmittel
  • Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel (Inhaltsstoffe, Dosierung, Umweltwirkung)
  • Beratungs- und Verkaufsgespräch (Kundenkommunikation, Bedarfsermittlung)
  • Kaufmännische Steuerung und Kalkulation
  • Schädlingsbekämpfung und Umweltschutz
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen Drogisten verschiedene Weiterbildungswege offen. Der klassische Aufstieg führt über den 'Geprüften Drogisten IHK' (früher: Drogistenfachschule), der umfangreiche Kompetenzen in Naturheilkunde, Kosmetik und Betriebsführung vermittelt. Alternativ ist der Handelsfachwirt IHK oder der Kaufmännische Fachwirt möglich. Für eine akademische Laufbahn bieten sich Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre, Pharmazeutisches Management oder Kosmetikwissenschaften an. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Filialleiter (Gehalt ca. 2.800–3.500 EUR brutto), Bezirksleiter oder Category Manager in Drogerieketten realistisch. Spezialisierungen in Naturkosmetik, Naturheilkunde oder Ernährungsberatung eröffnen zusätzliche Möglichkeiten.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 6 Monate vor Ausbildungsbeginn (typischerweise August/September) eingereicht werden, also zwischen September und März des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Nachweise über Praktika im Einzelhandel oder Drogerie. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu Produktkenntnissen, persönlicher Körperpflegeroutine und Beratungssituationen gestellt. Einige Filialisten setzen einen IHK-Einstellungstest mit Aufgaben zu Mathematik, Deutsch und logischem Denken ein. Ausbilder überzeugt, wer echte Produktbegeisterung zeigt, Inhaltsstoffe benennen kann und kommunikationsstark auftritt. Ein absolviertes Praktikum in einer Drogerie oder einem Reformhaus hebt die Bewerbung deutlich hervor.

Ratgeber

Der Drogist ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 850 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.100 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Drogist?
Der Ausbildungsberuf Drogist ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt. Im Berufsalltag können sich Drogisten jedoch thematisch spezialisieren, etwa auf Naturkosmetik, Körperpflege, Heimtierbedarf oder Gesundheitsprodukte – je nach Sortimentsschwerpunkt des Ausbildungsbetriebs.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Drogisten benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Realschulabschluss oder mittlerer Reife. Auch Bewerber mit Hauptschulabschluss und guten Noten, insbesondere in Chemie, Deutsch und Mathematik, werden berücksichtigt.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Drogisten?
Drogisten arbeiten vor allem in Drogerien wie dm, Rossmann oder Müller sowie in Reformhäusern, Parfümerien und Apotheken mit Drogerieabteilung. Darüber hinaus gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten im Einzelhandel mit Naturkost- und Körperpflegeprodukten sowie in Unternehmen der Kosmetik- und Pflegemittelbranche.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Drogisten?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Drogisten-Meister (Drogistmeister/in) weiterqualifizieren, was Leitungs- und Ausbilderfunktionen ermöglicht. Darüber hinaus ist mit entsprechender Berufserfahrung oder Fachhochschulreife ein Studium in Bereichen wie Betriebswirtschaft, Pharmazie oder Kosmetikwissenschaft möglich. Über den Bildungsweg der Abendschule oder Fernkurse lassen sich auch kaufmännische Qualifikationen ergänzen.

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