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ElektroberufeBBiG

Elektroinstallateur

Elektroinstallateure installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Gebäuden – von der Unterverteilung über Leitungsverlegung bis zu Beleuchtungs- und Sicherungssystemen. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit technischem Verständnis und ist unverzichtbar im Bau- und Sanierungsbereich. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Elektrotechnik, technischem Verständnis und Freude an sichtbaren Arbeitsergebnissen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2800 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Elektroinstallateur?

Morgens beginnt der Arbeitstag meist auf einer Baustelle oder beim Kunden: Elektroinstallateure lesen Installationspläne und Schaltpläne, vermessen Wand- und Deckenflächen und bereiten die Leitungsführung vor. Mit Bohrhämmern (z. B. Hilti TE 30), Stemmhämmern und Winkelschleifern werden Kabelkanäle und Unterputzrohre gesetzt. Typische Morgenaufgaben sind das Verlegen von NYM- oder NYY-Kabeln, das Einsetzen von Schalterdosen sowie das Anschließen von Sicherungskästen und FI-Schutzschaltern. Nachmittags werden Verbindungen geprüft, Klemmen in Unterverteilungen (z. B. Hager oder Schneider Electric) verdrahtet und Stromkreise mit einem Multimeter oder Installationstester (z. B. Fluke 1664 FC) auf Isolationswiderstand, Erdung und Durchgang gemessen. Elektroinstallateure arbeiten eng mit Bauleitern, Mauerern und Heizungsinstallateuren zusammen. Beispielaufgaben: Einrichten einer kompletten Wohnungsinstallation nach DIN VDE 0100 sowie Austausch und Inbetriebnahme einer Photovoltaik-Wechselrichteranlage inklusive Einspeisemessung.

Wo arbeitest du?

Elektroinstallateure arbeiten überwiegend in Handwerksbetrieben des Elektrohandwerks – von kleinen Meisterbetrieben mit 5 Mitarbeitern bis zu mittelständischen Elektrofirmen mit 100+ Beschäftigten. Weitere Arbeitgeber sind Gebäudetechnikunternehmen (z. B. Wisag, Engie Deutschland), kommunale Versorger und Wohnungsbaugesellschaften. Im Industriebereich sind Unternehmen der Baubranche relevante Arbeitgeber. Der Fachkräftemangel im Elektrohandwerk ist ausgeprägt – qualifizierte Elektroinstallateure sind bundesweit stark gefragt.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, besser ein Realschulabschluss, da die Berufsschule und Prüfungen solide Kenntnisse in Mathematik und Physik voraussetzen. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Formeln, Berechnungen), Physik (Elektrizitätslehre) und Technik. Persönlich sollten Bewerber handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt mitbringen. Da fehlerhafte Installationen lebensgefährlich sein können, sind Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein unerlässlich. Teamfähigkeit und körperliche Belastbarkeit (Arbeit auf Leitern, in engen Schächten) sind ebenfalls wichtig.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen elektrotechnische Grundlagen im Vordergrund: Ohmsches Gesetz, Wechselstromtechnik, Sicherheitsvorschriften nach DIN VDE, Umgang mit Handwerkzeug und Messgeräten sowie einfache Leitungsverlegung. Azubis lernen außerdem Werkstoffkunde (Kupfer, Aluminium, PVC-Isolierungen) und grundlegende Installationstechniken. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sich die Kenntnisse in Schaltungstechnik, Beleuchtungsplanung (Lux-Berechnung), Schutzmaßnahmen (Schutzklassen I–III, Potenzialausgleich) und Motoranschlüssen. Im dritten Lehrjahr werden komplexe Installationen – Busanlagen (KNX/EIB), Photovoltaikanlagen, Blitzschutzanlagen – sowie Fehlersuche und Prüfprotokolle nach DIN VDE 0100 Teil 600 behandelt. Im Vergleich zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ist der Elektroinstallateur stärker auf handwerkliche Gebäudeinstallation ausgerichtet und weniger auf Anlagenplanung und Steuerungstechnik.

Elektrotechnik / SchaltungstechnikTechnische MathematikInstallationstechnik / GebäudetechnikWirtschafts- und SozialkundeDeutsch / Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet im zweiten Lehrjahr (ca. Mitte, meist Januar/Februar) statt. Schriftlich werden in 120 Minuten elektrotechnische Grundlagen, Schaltungstechnik und Sicherheitsvorschriften geprüft. Dazu kommt eine praktische Aufgabe (ca. 60 Minuten), bei der eine einfache Schaltung nach Schaltplan aufgebaut und gemessen wird. Die Abschlussprüfung (Teil 2) erfolgt am Ende des dritten Lehrjahres (April/Mai schriftlich, kurz danach praktisch). Sie gliedert sich in vier Prüfungsbereiche: Elektrische Installationstechnik – praktische Arbeitsaufgabe inkl. Fachgespräch (50 %, ca. 6 Stunden); Anlagentechnik – schriftlich (20 %, 90 Minuten); Elektrotechnische Systeme – schriftlich (20 %, 90 Minuten); Wirtschafts- und Sozialkunde – schriftlich (10 %, 60 Minuten). In jedem schriftlichen Bereich müssen mindestens 50 % der Punkte erreicht werden. Das Fachgespräch zur praktischen Arbeitsaufgabe dauert ca. 20 Minuten und bewertet Planung, Ausführung und Messergebnisse.

Prüfungsthemen

  • Elektrische Installationstechnik und Schaltungsaufbau nach DIN VDE 0100
  • Schutzmaßnahmen und Potenzialausgleich
  • Mess- und Prüftechnik (Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, RCD-Prüfung)
  • Beleuchtungstechnik und Lux-Berechnung
  • Anlagentechnik (Photovoltaik, Busanlagen/KNX)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Elektrotechnische Systeme und Steuerungstechnik

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich: Meister im Elektrohandwerk (HwK) – Voraussetzung für eine eigene Betriebsgründung; Techniker Fachrichtung Elektrotechnik (staatlich geprüft, 2 Jahre); Industriemeister Elektrotechnik (IHK). Mit Abitur oder Fachhochschulreife bieten sich Studiengänge wie Elektrotechnik B.Eng., Energietechnik B.Sc. oder Gebäudetechnik an. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Vorarbeiter, Bauleiter oder Projektleiter im Elektrohandwerk realistisch. Spezialgebiete sind Photovoltaik- und Ladetechnik (E-Mobilität), Smart-Home/KNX-Systeme sowie Blitzschutz. Gehaltlich sind nach Meisterprüfung 3.800–5.000 EUR brutto monatlich möglich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart (meist 1. August/September) abgesendet werden, also idealerweise bereits im Herbst des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe enthält: Anschreiben mit Bezug auf Elektrotechnik-Interesse, tabellarischer Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Praktikumsnachweise. Viele Betriebe führen einen IHK-Einstellungstest oder einen eigenen technischen Test durch, der Grundrechenarten, physikalische Grundbegriffe (Spannung, Strom, Widerstand) und technisches Verständnis prüft. Im Vorstellungsgespräch überzeugen Bewerber mit Kenntnissen über Grundprinzipien der Elektrizität, Interesse an erneuerbaren Energien oder Smart Home sowie nachgewiesenen Praktika in Elektrobetrieben. Handwerkliche Hobbys (Modellbau, Elektronikbasteln) sind ein Plus.

Ratgeber

Der Elektroinstallateur ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.800 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen beim Elektroinstallateur?
Im Rahmen der Ausbildung können Schwerpunkte in Bereichen wie Gebäudetechnik, Energieversorgung oder Smart-Home-Systeme gesetzt werden. In der Praxis spezialisieren sich viele Elektroinstallateure später auf Photovoltaikanlagen, Gebäudeautomation oder Industrieinstallationen. Eine formale Fachrichtungsteilung wie bei einigen anderen Elektroberufen gibt es beim Elektroinstallateur jedoch nicht in jedem Bundesland einheitlich.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Elektroinstallateur benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss. Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik sind von Vorteil, da technisches Verständnis im Berufsalltag unerlässlich ist. Auch Bewerber mit Abitur beginnen diese Ausbildung, insbesondere wenn sie anschließend eine Weiterbildung oder ein Studium anstreben.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Elektroinstallateure?
Elektroinstallateure sind vor allem in Handwerksbetrieben des Elektrohandwerks tätig, die Wohn- und Gewerbegebäude mit Strom- und Beleuchtungsanlagen ausstatten. Darüber hinaus finden sich Arbeitgeber im Anlagenbau, bei Wohnungsbaugesellschaften, in der Industrie sowie bei kommunalen Versorgungsunternehmen. Auch selbstständige Handwerksbetriebe und größere Baukonzerne beschäftigen ausgebildete Elektroinstallateure.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Elektromeister oder staatlich geprüften Elektrotechniker weiterbilden, was auch die Voraussetzung für eine eigene Betriebsgründung schafft. Mit einer Meisterprüfung besteht zudem die Möglichkeit, ohne Abitur ein Studium an einer Fachhochschule aufzunehmen. Alternativ bieten sich Weiterbildungen in der Gebäudeautomation, Energieberatung oder als Techniker im Bereich Elektrotechnik an.

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