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Sonstige DienstleistungsberufeBBiG

Gebäudereiniger

Gebäudereiniger sorgen für saubere, hygienisch einwandfreie und gepflegte Gebäude aller Art – von Bürokomplexen über Krankenhäuser bis hin zu Glasfassaden. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit Kenntnissen über Reinigungschemie, Maschinentechnik und Hygieneschutzvorschriften. Er eignet sich für Menschen, die körperlich aktiv arbeiten möchten, Sorgfalt mitbringen und keine Scheu vor frühen Arbeitszeiten oder Höhenarbeit haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Gebäudereiniger?

Der Arbeitstag beginnt oft früh morgens, häufig noch vor Öffnung der Gebäude. Zunächst werden Reinigungswagen bestückt, Dosiergeräte für Reinigungsmittel befüllt und der Tagesplan besprochen. Dann geht es in die Objekte: In Bürogebäuden werden Böden mit Einscheibenmaschinen oder Scheuersaugmaschinen (z. B. Kärcher B 60 W) gereinigt, Sanitäranlagen mit Desinfektionsmitteln nach TRGS 200 behandelt und Oberflächen mit Mikrofasertüchern abgewischt. In spezialisierten Bereichen wie der Krankenhausreinigung kommen Desinfektionssprühgeräte und Einwegartikel nach Hygieneplan zum Einsatz. Nachmittags übernehmen Gebäudereiniger oft Glasreinigungen mit Fensterwischer-Sets, Teleskopstangen oder Hubarbeitsbühnen sowie Unterhaltsreinigungen in Schulen oder Wohnanlagen. Man arbeitet häufig allein oder in kleinen Teams und stimmt sich mit Objektleitung sowie Auftraggebern ab. Dokumentationen über eingesetzte Reinigungsmittel und erbrachte Leistungen werden in Leistungsverzeichnissen oder digitalen Apps festgehalten.

Wo arbeitest du?

Gebäudereiniger arbeiten überwiegend in spezialisierten Reinigungsunternehmen, von kleinen Handwerksbetrieben bis zu Konzernen wie WISAG, Gegenbauer, Piepenbrock oder Dussmann Group. Auftraggeber sind Kommunen, Krankenhäuser, Büroimmobilien, Schulen, Einkaufszentren und Industriebetriebe. Auch Facility-Management-Dienstleister und Wohnungsbaugesellschaften beschäftigen Gebäudereiniger fest. In der Branche herrscht deutlicher Fachkräftemangel, besonders für qualifizierte Fachkräfte in Krankenhaus- und Industriereinigung.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss ist die Mindestanforderung, viele Betriebe bevorzugen jedoch einen Realschulabschluss, da Berechnungen zu Flächen, Mengen und Kosten zum Berufsalltag gehören. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Flächenberechnungen, Mengenkalkulation) und Chemie (Reinigungsmittelkunde). Persönlich wichtig sind körperliche Belastbarkeit, Sorgfalt und Zuverlässigkeit, da hygienische Ergebnisse direkt kontrollierbar sind. Pünktlichkeit und Diskretion – Arbeit oft in fremden Räumen – sowie Teamfähigkeit und ein freundlicher Umgang mit Kunden runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Reinigungstechnik im Vordergrund: Eigenschaften und sichere Handhabung von Reinigungsmitteln, Einteilung in alkalische, saure und neutrale Mittel, Arbeitssicherheit nach DGUV-Vorschriften sowie grundlegende Maschinenkunde (Staubsauger, Kehrsaugmaschinen, Wischsysteme). Außerdem werden Materialkundekenntnisse vermittelt – welche Bodenbeschichtungen vertragen welche Mittel? Im zweiten Lehrjahr vertieft sich das Wissen: Glasreinigung, Fassadenreinigung, Sonderreinigungen (Steinreinigung, Parkettpflege), Berechnung von Reinigungsflächen und Angebotskalkulation. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen wie Unterhaltsreinigung in sensiblen Bereichen (Reinraum, Krankenhaus), Qualitätskontrolle, Kundenkommunkation und Mitarbeiterunterweisung. Im Unterschied zur Ausbildung zum Hauswirtschafter liegt der Fokus klar auf gewerblicher Gebäudereinigungstechnik, Maschineneinsatz und betriebswirtschaftlichen Grundlagen.

Reinigungstechnik und TechnologieBetriebswirtschaft und KalkulationChemie und MaterialkundeArbeitssicherheit und UmweltschutzWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung (Teil 1 der Abschlussprüfung) findet im zweiten Ausbildungsjahr statt, üblicherweise im Frühjahr. Sie umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe von ca. 90 Minuten, bei der eine Reinigungsarbeit am Prüfungsobjekt durchgeführt wird, sowie einen schriftlichen Teil von 60 Minuten zu Reinigungstechnik und Arbeitssicherheit. Die Abschlussprüfung (Teil 2) erfolgt am Ende des dritten Lehrjahres. Der schriftliche Prüfungsbereich 'Reinigungstechnik und Kundenorientierung' dauert 120 Minuten (Gewichtung 30 %), 'Wirtschafts- und Sozialkunde' dauert 60 Minuten (Gewichtung 10 %). Die praktische Abschlussprüfung umfasst zwei Arbeitsaufgaben (Gesamtdauer ca. 4 Stunden, Gewichtung zusammen 50 %) sowie ein Fachgespräch von ca. 15 Minuten (Gewichtung 10 %). Teil 1 fließt mit 20 % in die Gesamtnote ein. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mit mindestens 50 Punkten (ausreichend) bewertet sein; eine schwache Einzelnote kann durch eine mündliche Ergänzungsprüfung ausgeglichen werden.

Prüfungsthemen

  • Reinigungstechnik und Reinigungsverfahren
  • Reinigungsmittelkunde und Arbeitssicherheit (TRGS, DGUV)
  • Maschinenkunde (Einscheiben-, Scheuersaugmaschinen, Hochdruckreiniger)
  • Glasreinigung und Fassadenreinigung
  • Kundenorientierung und Qualitätskontrolle
  • Kalkulation und Leistungsverzeichnisse
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist der Aufstieg zum Vorarbeiter oder Objektleiter häufig schon nach 2–3 Jahren erreichbar, mit Gehaltsschritten auf 2.400–2.900 EUR brutto. Mit Berufserfahrung bietet sich der Geprüfte Fachwirt für Gebäudemanagement (IHK) an, der auch betriebswirtschaftliche Führungsaufgaben qualifiziert. Alternativ führt der Meister des Gebäudereiniger-Handwerks (HwK) zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildungsberechtigung. Techniker-Abschlüsse im Bereich Facility Management oder ein Bachelor-Studium 'Facility Management' (z. B. an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen) öffnen Wege ins Gebäudemanagement. Teamleitungen, Bereichsleiter- oder Niederlassungsleiterposten in großen Reinigungsunternehmen sind realistische Karriereziele nach 5–10 Jahren.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 6–9 Monate vor Ausbildungsbeginn (meist 1. August oder 1. September) eingereicht werden, da viele Stellen früh vergeben werden. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf und aktuelle Schulzeugnisse; ein Erste-Hilfe-Schein oder Praktikumsnachweis im Dienstleistungsbereich ist ein Plus. Im Vorstellungsgespräch werden Zuverlässigkeit, Motivation und Bereitschaft zu Früh- und Wochenendschichten abgefragt. Einige größere Betriebe setzen einen IHK-Einstellungstest mit Rechnen und Textverständnis ein. Überzeugende Bewerber punkten mit gepflegtem Erscheinungsbild, Kenntnissen über gängige Reinigungsmittel oder Maschinen sowie einem nachgewiesenen Praktikum oder Nebenjob im Reinigungsbereich.

Ratgeber

Der Gebäudereiniger ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger im Gebäudereinigerhandwerk durchschnittlich ab 2.100 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es in der Gebäuderreiniger-Ausbildung?
Die Ausbildung umfasst verschiedene Fachrichtungen, darunter Glas- und Fassadenreinigung, Unterhalts- und Intensivreinigung sowie Reinigung und Service. Hinzu kommen spezialisierte Bereiche wie Industrie- und Verkehrsmittelreinigung. Die gewählte Fachrichtung prägt den späteren Schwerpunkt im Berufsalltag.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Gebäudereiniger benötigt?
Für die Ausbildung zum Gebäudereiniger ist formal kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Wichtiger als der Abschluss sind körperliche Fitness, Zuverlässigkeit und Sorgfalt.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Gebäudereiniger?
Gebäudereiniger sind vor allem in spezialisierten Gebäudereinigungs- und Facility-Management-Unternehmen tätig. Einsatzbereiche umfassen Bürogebäude, Krankenhäuser, Industrieanlagen, Schulen, öffentliche Einrichtungen sowie den Bereich Verkehrsmittel. Auch Hotellerie, Einzelhandel und Wohnungswirtschaft zählen zu typischen Auftraggebern.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Gebäudereiniger?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, den Meister im Gebäudereinigerhandwerk abzulegen, was den Weg in Führungspositionen und die Selbstständigkeit eröffnet. Alternativ sind Fortbildungen zum Fachwirt für Gebäudemanagement oder Facility Manager möglich. Mit dem Meisterabschluss ist auch ein Studium an einer Hochschule ohne klassisches Abitur möglich.

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