Kaufleute für Marketingkommunikation planen und realisieren Werbe- und Kommunikationskampagnen für Unternehmen oder Agenturen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen kreativem Konzept und kaufmännischer Umsetzung – von der Mediaplanung über Social-Media-Strategien bis zur Erfolgsmessung. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Gespür für Sprache, Zahlen und visuelle Kommunikation, die kreative Ideen strukturiert umsetzen wollen.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–950 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2500 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Der Arbeitsalltag findet überwiegend im Büro oder in der Agentur statt – am Rechner mit Tools wie Adobe Creative Cloud, Google Analytics, Meta Business Suite, HubSpot oder CRM-Systemen wie Salesforce. Morgens starten Kaufleute für Marketingkommunikation typischerweise mit der Auswertung laufender Kampagnen: Sie analysieren Klickraten, Conversion-Raten und Reichweiten und erstellen Berichte für Kunden oder die Geschäftsleitung. Anschließend werden Briefings für Kreativteams oder externe Dienstleister vorbereitet, Angebote eingeholt und Mediapläne kalkuliert. Nachmittags stehen oft Kundengespräche, Abstimmungen mit Grafikern, Textern oder Mediahäusern sowie das Pflegen von Redaktionsplänen für Social-Media-Kanäle auf dem Programm. Eine typische Aufgabe: die Koordination einer Produktkampagne über Print, Online-Banner und Instagram – vom Kostenvoranschlag bis zur Rechnungsprüfung. Eine weitere: das Monitoring einer Google-Ads-Kampagne und die Optimierung von Keyword-Geboten. Man arbeitet eng mit Art Directors, Projektmanagern, Mediaplanern und Kunden zusammen.
Kaufleute für Marketingkommunikation arbeiten in Werbe- und Kommunikationsagenturen (z. B. BBDO, Jung von Matt, Serviceplan), PR-Agenturen, Media-Agenturen (z. B. MediaMarktSaturn Media Group, GroupM) sowie in den Marketingabteilungen von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen aller Branchen (z. B. BMW, REWE, Deutsche Telekom, Zalando). Auch Verlage, Rundfunkanstalten und Non-Profit-Organisationen bilden aus. Es besteht ein spürbarer Fachkräftebedarf, insbesondere für digitale und datengetriebene Marketingprofile.
Empfohlen wird mindestens ein Realschulabschluss, da kaufmännisches Verständnis, Kommunikationsfähigkeit und analytisches Denken intensiv gefordert sind; viele Ausbildungsbetriebe bevorzugen Bewerber mit (Fach-)Abitur. Besonders wichtig sind gute Kenntnisse in Deutsch (Textsicherheit, Rechtschreibung), Mathematik (Kalkulation, Statistik) und Englisch (internationale Kampagnen, Tools). Persönlich sollte man Kreativität mit strukturiertem Denken verbinden, Freude an Präsentationen und Kundenkontakt mitbringen, Trends in digitalen Medien verfolgen und teamorientiert arbeiten. Interesse an Psychologie, Design und Storytelling ist ein großer Vorteil.
Im ersten Lehrjahr werden kaufmännische Grundlagen vermittelt: Buchführung, Rechnungswesen, Vertragsrecht, Grundlagen der Betriebsorganisation sowie erste Einblicke in Kommunikationspolitik, Zielgruppenanalyse und Marktforschung. Zudem lernen Azubis die gängigen Office-Anwendungen und erste Marketingtools kennen. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte: Mediaplanung (TV, Print, Online, Out-of-Home), Kampagnenplanung, Grundlagen der Kreationsprozesse, Projektmanagement sowie rechtliche Rahmenbedingungen der Werbung (UWG, DSGVO, Presserecht). Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen in digitalen Marketingkanälen (SEO, SEA, Social Media Marketing, Content-Marketing), Controlling von Werbemaßnahmen, Kundenpräsentationen und Pitches. Im Vergleich zu Kaufleuten für Büromanagement liegt der Fokus klar auf Kommunikations- und Mediakompetenz; gegenüber Mediengestaltern stehen kaufmännische und strategische Aspekte im Vordergrund.
Die Zwischenprüfung findet zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres (circa 18. Monat) statt und dauert 120 Minuten schriftlich. Geprüft werden Grundlagen der Marketingkommunikation, kaufmännische Basiskompetenzen und erste Mediakenntnisse. Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt und gliedert sich in mehrere Bereiche: 'Kommunikationspolitische Aufgaben und Konzepte' (schriftlich, 150 Minuten, Gewichtung 30 %), 'Mediawirtschaft und -planung' (schriftlich, 120 Minuten, Gewichtung 25 %), 'Kaufmännische Steuerung und Kommunikation' (schriftlich, 90 Minuten, Gewichtung 20 %) sowie eine praktische Arbeitsaufgabe in Form eines 'Kommunikationskonzepts' als betrieblicher Auftrag mit abschließendem Fachgespräch (30 bis 45 Minuten, Gewichtung 25 %). Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden; kein Einzelbereich darf mit weniger als 30 Punkten abschließen. Das Fachgespräch bezieht sich auf den betrieblichen Auftrag und die eingereichte Dokumentation.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung sind klassische Weiterbildungswege der 'Geprüfte Fachwirt für Marketing (IHK)' sowie der 'Geprüfte Betriebswirt (IHK)'. Wer in Richtung Führung strebt, kann den 'Kaufmännischen Betriebsleiter IHK' anstreben. Für den akademischen Weg bieten sich Studiengänge wie B.A. Kommunikationsmanagement, B.A. Marketing, B.Sc. Medien- und Kommunikationswissenschaft oder duales Studium im Bereich Marketing an. Nach fünf bis zehn Berufsjahren sind Positionen als Junior/Senior Account Manager, Campaign Manager, Head of Marketing oder Marketingleiter erreichbar. Spezialisierungen in Performance Marketing, SEO/SEA, Social Media Management oder Brand Management sind besonders gefragt. Das Bruttomonatsgehalt steigt von rund 2.500 EUR beim Berufseinstieg auf 4.000–5.500 EUR in Führungspositionen.
Bewerbungen sollten zwölf bis achtzehn Monate vor Ausbildungsbeginn (August/September) eingereicht werden, da viele Agenturen und Unternehmen Azubis bereits im Herbst des Vorjahres auswählen. In die Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis sowie ggf. Nachweise über Praktika, ehrenamtliches Engagement oder eigene kreative Projekte (Blogartikel, Social-Media-Kanäle, Schulzeitung). Im Vorstellungsgespräch wird häufig nach aktuellen Werbekampagnen gefragt, die gefallen haben und warum. Einige größere Unternehmen setzen einen kaufmännischen Eignungstest ein. Besonders überzeugen Bewerber, die eigene Kampagnenideen mitbringen, digitale Affinität zeigen (z. B. eigener Instagram- oder YouTube-Kanal), Praktikumserfahrungen in Agenturen vorweisen und klare Begeisterung für Kommunikation und Marken demonstrieren.
Ratgeber
Der Kaufmann für Marketingkommunikation ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, angesiedelt im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.500 Euro brutto monatlich.
Kaufmann im Groß- und Außenhandel
Kaufleute im Groß- und Außenhandel organisieren den Einkauf und Verkauf von Waren in großen Mengen zwischen Herstellern, Händlern und gewerblichen Abnehmern. Besonders ist die Kombination aus kaufmännischer Sachbearbeitung, Logistikkoordination und internationalem Handel. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Organisationstalent, Freude an Verhandlungen und Interesse an Wirtschaft sowie globalen Warenströmen.
3 Jahre →
Immobilienkaufmann
Immobilienkaufleute verwalten, vermitteln und vermarkten Wohn- und Gewerbeimmobilien. Sie begleiten Kunden beim Kauf, Verkauf und der Anmietung von Objekten und kümmern sich um alle kaufmännischen und rechtlichen Abläufe rund um Gebäude und Grundstücke. Der Beruf verbindet wirtschaftliches Denken mit Rechtskenntnis und persönlicher Beratungskompetenz – ideal für kommunikationsstarke Menschen mit Interesse an Architektur, Wirtschaft und Recht.
3 Jahre →
Industriekaufmann
Industriekaufleute sind kaufmännische Allrounder in Industrieunternehmen und steuern betriebswirtschaftliche Prozesse von der Beschaffung über die Produktion bis zum Vertrieb. Sie verbinden technisches Grundverständnis mit fundierten Kenntnissen in Rechnungswesen, Personalwirtschaft und Marketing. Der Beruf eignet sich für analytisch denkende, kommunikationsstarke Menschen, die in einem industriellen Umfeld arbeiten und vielfältige kaufmännische Aufgaben übernehmen möchten.
3 Jahre →
Veranstaltungskaufmann
Veranstaltungskaufleute planen, organisieren und vermarkten Kongresse, Messen, Firmenevents, Konzerte und Kulturveranstaltungen von der Konzeptidee bis zur Nachkalkulation. Der Beruf verbindet kaufmännisches Denken mit Kreativität und hohem Koordinationsaufwand unter Zeitdruck. Er eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Organisationstalent, die gerne mit Dienstleistern, Kunden und Technikteams zusammenarbeiten.
3 Jahre →