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Verkehr, Transport und LogistikBBiG

Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den nationalen und internationalen Transport von Gütern über Straße, Schiene, Luft und See. Sie koordinieren Frachtaufträge, kalkulieren Transportkosten und überwachen Lieferketten. Der Beruf verbindet kaufmännisches Denken mit logistischem Verständnis und ist ideal für Menschen, die gerne mit Zahlen, Geografie und internationalem Geschäftsverkehr arbeiten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–1050 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Spedition mit der Auswertung von eingehenden Frachtanfragen per E-Mail und dem Speditionssystem (z. B. Cargowise, LDVS oder Softlog). Du prüfst Sendungsstatus, klärst Lieferverzögerungen mit Frachtführern und Disponenten telefonisch ab und aktualisierst Tracking-Daten im System. Dabei arbeitest du eng mit Fahrern, Lagermitarbeitern, Zollspeditionen und ausländischen Partneragenturen zusammen. Nachmittags erstellst du Frachtbriefe (CMR, Luftfrachtbriefe AWB, Konnossemente B/L), kalkulierst Angebote für Kunden auf Basis aktueller Frachtraten und bearbeitest Zolldokumente über ATLAS (automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem). Typische Aufgaben sind z. B. die Planung einer Sammelgutladung von Hamburg nach Barcelona unter Berücksichtigung von Ladekapazitäten, Fahrzeiten und Zollvorschriften oder die Buchung einer Luftfrachtsendung mit Gefahrgut (IATA-Vorschriften) für einen Pharmakunden. Auch die Rechnungsprüfung von Subunternehmern und die Erstellung von Kundenrechnungen gehören zum Alltag.

Wo arbeitest du?

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung arbeiten bei klassischen Speditionsunternehmen wie DB Schenker, DHL Freight, Kühne+Nagel, Dachser, Rhenus Logistics oder Panalpina. Auch Industrieunternehmen mit eigener Logistikabteilung, Frachtführer, Reedereien, Flughafenlogistik und Zollagenturen beschäftigen diese Fachkräfte. Es besteht ein ausgeprägter Fachkräftemangel, besonders in der See- und Luftfrachtabwicklung sowie im Zollwesen, was die Übernahmechancen nach der Ausbildung erhöht.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die Ausbildung kaufmännisches Denken, fremdsprachliche Kommunikation und komplexe rechtliche Inhalte erfordert. Besonders wichtig sind Mathematik (Frachtkalkulation, Währungsrechnung), Englisch (internationale Korrespondenz, Dokumente) und Geografie (Verkehrswege, Länder, Zonen). Persönliche Stärken sollten sein: Organisationstalent, strukturiertes Arbeiten unter Zeitdruck, Kommunikationsstärke im Kontakt mit Kunden und Dienstleistern sowie ein ausgeprägtes Interesse an globalem Handel und Logistikprozessen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen des Speditions- und Logistikwesens vermittelt: Verkehrsträger (Straße, Schiene, Luft, See, Binnenschifffahrt), Güterarten, grundlegende kaufmännische Prozesse wie Auftragsannahme, Angebotserstellung und einfache Zollabwicklung. Außerdem lernst du den Umgang mit Standardsoftware und Branchensystemen sowie das kaufmännische Rechnen mit Frachtkosten und Wechselkursen. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefst du die Bereiche internationale Transportrecht (CMR, Montrealer Übereinkommen, Haager Regeln), Incoterms 2020, Gefahrgutvorschriften (ADR, IMDG, IATA), Zollrecht (Ausfuhr-, Einfuhranmeldung, Präferenzen) sowie Lagerhaltung und Kontraktlogistik. Du lernst, komplexe Transportketten multimodal zu planen und Schadensabwicklungen durchzuführen. Im Vergleich zu ähnlichen Berufen wie Kaufmann für Groß- und Außenhandel liegt der Fokus klar auf Transportlogistik, Frachtkalkulation und internationalem Warenverkehr.

Spedition und LogistikKaufmännische Steuerung und KontrolleEnglisch für Spedition und LogistikWirtschafts- und SozialkundeZoll- und Außenwirtschaft

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung ist in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1 (Zwischenprüfung) findet im zweiten Ausbildungsjahr, meist im Oktober/November, statt. Er umfasst einen schriftlichen Prüfungsbereich 'Speditionelle Aufträge bearbeiten' mit einer Dauer von 90 Minuten und ist nicht benotet, dient aber als Zulassungsvoraussetzung für Teil 2. Teil 2 (Abschlussprüfung) findet im dritten Lehrjahr im Mai/Juni statt und besteht aus vier Prüfungsbereichen: 'Kaufmännische Steuerung und Kontrolle' (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 20 %), 'Transportlogistik' (schriftlich, 120 Minuten, Gewichtung 25 %), 'Speditionelle Leistungen' (schriftlich, 90 Minuten, Gewichtung 25 %) sowie 'Fallbezogenes Fachgespräch' (mündlich, 20 Minuten, Gewichtung 30 %). Im Fachgespräch wird ein praxisorientierter Kundenauftrag besprochen, den der Prüfling selbst vorbereitet hat. Zum Bestehen müssen in allen Bereichen mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden; kein Prüfungsbereich darf mit 'ungenügend' bewertet sein.

Prüfungsthemen

  • Transportlogistik und Verkehrsträger (Straße, Schiene, Luft, See)
  • Internationales Transportrecht (CMR, Montrealer Übereinkommen, Incoterms 2020)
  • Zollabwicklung und Außenwirtschaft (ATLAS, Einfuhr-/Ausfuhranmeldung)
  • Gefahrgutvorschriften (ADR, IATA, IMDG)
  • Frachtkalkulation und kaufmännische Steuerung
  • Speditionelle Dokumente (Frachtbrief, AWB, Konnossement, Ladeschein)
  • Schadensabwicklung und Haftungsrecht

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich: Verkehrsfachwirt IHK (Dauer ca. 2 Jahre berufsbegleitend), Fachwirt für Güterverkehr und Logistik IHK, Industriemeister Logistik IHK oder Speditionsbetriebswirt. Mit Abitur oder Fachabitur bieten sich duale Studiengänge wie Logistikmanagement (B.Sc./B.A.) oder Internationales Transportmanagement an. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Teamleiter Disposition, Niederlassungsleiter, Head of Logistics oder Supply-Chain-Manager realistisch. Gehälter steigen dann auf 4.500–6.500 EUR brutto/Monat. Spezialisierungen sind möglich in Luftfracht, Seefracht, Zollmanagement oder Kontraktlogistik.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart (September) eingereicht werden, also ab Herbst des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören: Anschreiben mit Bezug auf konkrete Branchen (z. B. Seefrachtspedition), tabellarischer Lebenslauf, letzte zwei Schulzeugnisse und ggf. Praktikumsbelege. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Grundkenntnisse in Geografie, Englisch und kaufmännischem Rechnen abgefragt. Einige Betriebe setzen IHK-Einstellungstests oder eigene Eignungstests ein. Überzeuge den Ausbilder durch nachgewiesenes Interesse an internationalen Transporten, z. B. durch Kenntnisse aktueller Logistikthemen (Containerknappheit, Digitalisierung von Zollprozessen) oder ein Praktikum in einer Spedition.

Ratgeber

Der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, angesiedelt im Berufsfeld Verkehr, Transport und Logistik. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 700 und 1.050 Euro monatlich. Berufseinsteiger nach der Ausbildung verdienen durchschnittlich ab 2.600 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?
Eine formale Fachrichtung innerhalb der Ausbildung gibt es nicht, jedoch können sich Auszubildende je nach Betrieb auf bestimmte Bereiche wie Seefracht, Luftfracht, Landverkehr oder Lagerlogistik spezialisieren. Im Berufsschulunterricht und durch betriebliche Schwerpunkte werden unterschiedliche Logistikbereiche vertieft. Manche Betriebe bieten zudem zusätzliche Zertifikate, etwa im Zollwesen, an.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung benötigt?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Bewerber mit Hauptschulabschluss werden ebenfalls eingestellt, insbesondere wenn sie gute Noten in Mathematik und Deutsch vorweisen können. Englischkenntnisse sind aufgrund des internationalen Umfelds von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung arbeiten?
Typische Arbeitgeber sind Speditionsunternehmen, Logistikdienstleister sowie Kurier-, Express- und Paketdienste. Auch Industrie- und Handelsunternehmen mit eigenen Logistikabteilungen, Reedereien, Fluggesellschaften und Zolldienstleister beschäftigen diesen Berufsstand. Der Arbeitsmarkt ist national wie international ausgerichtet, was vielfältige Einsatzmöglichkeiten bietet.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Speditionskaufmann oder Logistikmeister (IHK) weiterbilden oder den Abschluss als Fachwirt für Güterverkehr und Logistik erwerben. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, Logistik oder des Supply Chain Managements möglich. Einige Hochschulen bieten zudem duale Studiengänge an, die an die Ausbildung anknüpfen.

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