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Verkehr, Transport und LogistikBBiG

Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr

Kaufleute im Eisenbahn- und Straßenverkehr organisieren den Personen- und Güterverkehr auf Schiene und Straße. Sie disponieren Transportaufträge, bearbeiten Tarifanfragen, verkaufen Tickets und Fahrscheine und wickeln Reklamationen ab. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Interesse an Logistik, Mobilität und kaufmännischen Abläufen, die gerne mit Kunden kommunizieren und komplexe Transportketten koordinieren.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–1100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr?

Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Überprüfung eingehender Transportaufträge im Dispositionssystem (z. B. SAP TM oder Rego-Data) sowie der Abstimmung mit Fahrdienstleitern und Lagerteams. Kaufleute prüfen Lieferpapiere, erstellen Frachtbriefe (CIM für Schiene, CMR für Straße) und bearbeiten Kundenanfragen per Telefon und E-Mail zu Verbindungen, Tarifen oder Verspätungen. Nachmittags werden Abrechnungen erstellt, Fahrgastzahlen ausgewertet und Beschwerdemanagement betrieben – beispielsweise die Bearbeitung von Entschädigungsanträgen nach der Fahrgastrechte-Verordnung. Ein weiteres Beispiel: Die Kalkulation eines Sondertransportangebots unter Berücksichtigung von Streckengebühren, Personalkosten und Kundentarifen. Die Arbeit findet im Büro, in Servicezentren oder Bahnhofsinformationen statt. Man arbeitet eng mit Disponenten, Lokführern, Busfahrern, Spediteuren sowie Kunden aus Industrie und Privatbereich zusammen.

Wo arbeitest du?

Kaufleute im Eisenbahn- und Straßenverkehr finden Stellen vor allem bei der Deutschen Bahn AG (DB Cargo, DB Fernverkehr, DB Regio), privaten Eisenbahnunternehmen (z. B. Transdev, Abellio, Go-Ahead), regionalen Verkehrsverbünden (z. B. HVV, VRR, MVV), Busunternehmen und kommunalen Verkehrsbetrieben (z. B. BVG, MVG, SSB). Auch Güterverkehrsunternehmen wie TX Logistik oder Railion beschäftigen diese Fachkräfte. Im öffentlichen Personennahverkehr herrscht aufgrund des Mobilitätswandels aktuell deutlicher Fachkräftemangel.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die kaufmännischen und rechtlichen Inhalte ein solides Abstraktionsvermögen erfordern. Besonders wichtig sind gute Noten in Mathematik (Tarifkalkulation, Kostenrechnung), Deutsch (Geschäftsbriefe, Reklamationsbearbeitung) und Erdkunde (Streckennetze, Geographie). Persönlich überzeugen Bewerber, die strukturiert und belastbar sind, gerne mit Menschen kommunizieren, auch in Stresssituationen ruhig bleiben (z. B. bei Zugausfällen) und technisches Interesse an Verkehrssystemen mitbringen. Teamfähigkeit und ein gutes Zahlenverständnis sind ebenso wichtig wie Serviceorientierung im Kundenkontakt.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen kaufmännische Grundlagen im Vordergrund: Geschäftsprozesse im Verkehrsbetrieb, Grundzüge des Transportrechts, Buchführung, Aufbau von Tarif- und Preissystemen sowie grundlegende Kundenberatung. Azubis lernen, wie Eisenbahn- und Busverkehr organisiert ist und welche gesetzlichen Rahmenbedingungen (Personenbeförderungsgesetz PBefG, Allgemeines Eisenbahngesetz AEG) gelten. Im zweiten Lehrjahr folgen Vertiefungen in Disposition, Tourenplanung, Güterverkehrsdokumentation (CMR, CIM-Frachtbriefe) und Kostenrechnung. Im dritten Lehrjahr spezialisieren sich Azubis entweder auf den Personenverkehr (Tarifberatung, Fahrplangestaltung) oder den Güterverkehr (Gefahrgut nach RID/ADR, Zollabwicklung). Im Vergleich zur Ausbildung zum Speditionskaufmann liegt der Fokus stärker auf infrastrukturgebundenen Verkehrsträgern Schiene und öffentlichem Nahverkehr statt auf freier Speditionslogistik.

VerkehrsbetriebslehreKaufmännische Steuerung und KontrolleTransportrecht und SpeditionskundeWirtschafts- und GeschäftsprozesseDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet Mitte des zweiten Lehrjahres (ca. 15. Monat) statt. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil mit zwei Aufgabengebieten: Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Güter- und Personenverkehr, jeweils 60 Minuten. Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt und gliedert sich in vier schriftliche Prüfungsbereiche: 1. Verkehrsbetriebliche Prozesse (90 Minuten, 30 % Gewichtung), 2. Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (60 Minuten, 20 %), 3. Güter- und Personenverkehr (90 Minuten, 30 %) und 4. Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 %). Zusätzlich gibt es ein mündliches Fachgespräch auf Basis einer praxisbezogenen Aufgabe (Fallstudie, ca. 20 Minuten, 10 % Gewichtung). Zum Bestehen muss im Gesamtergebnis sowie in mindestens drei der vier schriftlichen Bereiche jeweils mindestens 50 Punkte (ausreichend) erreicht werden. Ein Bereich darf nicht mit ungenügend bewertet sein.

Prüfungsthemen

  • Verkehrsbetriebliche Prozesse und Transportrecht (PBefG, AEG, CMR, CIM)
  • Tarif- und Preissysteme im Personen- und Güterverkehr
  • Kaufmännische Steuerung, Kosten- und Leistungsrechnung
  • Disposition und Tourenplanung im Nah- und Fernverkehr
  • Güterverkehrsdokumentation und Gefahrgutvorschriften (RID/ADR)
  • Kundenberatung und Reklamationsbearbeitung (Fahrgastrechte-Verordnung)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich Weiterbildungen zum Verkehrsfachwirt IHK (bundesweit anerkannt, ca. 12–18 Monate berufsbegleitend) oder zum Betriebswirt Verkehr an. Technisch interessierte können den staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Betriebstechnik anstreben. Passende Studiengänge sind Verkehrsbetriebswirtschaft (Bachelor), Logistikmanagement oder Wirtschaftsingenieurwesen Verkehr. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Dispositionsleiter, Teamleiter Kundenservice, Verkaufsleiter oder Gebietsleiter Güterverkehr realistisch. Das Bruttomonatsgehalt steigt von rund 2.400 EUR beim Berufseinstieg auf 3.500–5.000 EUR in Führungspositionen. Spezialisierungen im Gefahrgutmanagement (Gefahrgutbeauftragter) oder internationalen Güterverkehr (Zollabwicklung) erhöhen die Marktchancen erheblich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (September) eingereicht werden, also spätestens im Oktober des Vorjahres. Zur Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelle Schulzeugnisse und ggf. Praktikumsnachweise im Verkehrs- oder Dienstleistungsbereich. Viele große Unternehmen wie die Deutsche Bahn schalten Online-Portale und verlangen zusätzlich einen Einstellungstest mit Aufgaben zu Mathematik, Logik, Textverständnis und Englisch. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu aktuellen Entwicklungen im Bahnverkehr, zur Motivation für Mobilität und zu Konfliktsituationen im Kundenkontakt gestellt. Wer zeigt, dass er aktuelle Themen wie Bahnreform, Deutschlandticket oder Güterverkehrsverlagerung kennt und sich für Transportprozesse begeistert, hinterlässt bei Ausbildern einen starken Eindruck.

Ratgeber

Der Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 700 und 1.100 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger im Bereich Verkehr und Logistik durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr?
Ja, der Beruf gliedert sich in zwei Fachrichtungen: Eisenbahnverkehr und Personenverkehr/Güterverkehr im Straßenverkehr. Je nach Fachrichtung liegt der Schwerpunkt entweder auf der Planung und Abwicklung von Schienentransporten oder auf dem straßengebundenen Personen- und Güterverkehr. Die Wahl der Fachrichtung bestimmt maßgeblich den späteren Einsatzbereich.
Welchen Schulabschluss braucht man für diese Ausbildung?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Vereinzelt werden auch Hauptschüler mit guten Leistungen, insbesondere in Mathematik und Deutsch, zum Ausbildungsbeginn zugelassen.
Bei welchen Arbeitgebern und in welchen Branchen kann man tätig sein?
Typische Arbeitgeber sind Eisenbahnunternehmen wie die Deutsche Bahn AG, regionale Bahnbetreiber sowie Bus- und Straßenbahngesellschaften des öffentlichen Personennahverkehrs. Auch Speditionen und Logistikunternehmen, die im kombinierten Verkehr tätig sind, bilden in diesem Beruf aus. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen zudem bei Verkehrsverbünden und staatlichen Verkehrsbehörden.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Absolventen die Weiterbildung zum Verkehrsfachwirt (IHK) anstreben, die vertiefte Kenntnisse im Transport- und Logistikmanagement vermittelt. Mit Fachhochschulreife oder Abitur ist auch ein Studium in Logistik, Betriebswirtschaft oder Verkehrswirtschaft möglich. Einige Hochschulen bieten zudem duale oder berufsbegleitende Studiengänge an, die auf der Ausbildung aufbauen.

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