Klempner fertigen, montieren und warten Bauteile aus Blech – von Dachrinnen und Fallrohren über Fassadenverkleidungen bis hin zu Lüftungskanälen und Sanitäranlagen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit Präzisionsarbeit an Metall und ist ideal für technikbegeisterte Menschen, die sowohl in der Werkstatt als auch auf Baustellen und Dächern arbeiten möchten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–900 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2800 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Morgens beginnt der Arbeitstag in der Werkstatt mit dem Zuschneiden und Anreißen von Blechplatten (Stahlblech, Kupfer, Zink, Aluminium) mithilfe von Blechscheren, Winkelschleifern und Kantbänken. Du biegst, falzt und lötest Bauteile wie Regenrinnen, Traufbleche oder Übergangsstücke für Lüftungsanlagen nach Maß. Dabei nutzt du Schablonen, Zirkel und CAD-Zeichnungen als Grundlage. Nachmittags wechselt der Einsatzort häufig auf Baustellen oder Dachflächen: Dort montierst du Dachentwässerungssysteme, befestigst Wandanschlussbleche mit Nieten und Dichtmassen oder installierst Lüftungskanäle aus vorgefertigten Blechelementen. Du arbeitest eng mit Dachdeckern, Installateuren und Bauleitern zusammen. Eine typische Aufgabe ist das fachgerechte Löten eines Kupfer-Kehlenbleches am Dachfirst oder das Anpassen eines Zinkabdeckprofils an eine individuell geformte Brüstung. Auch Reparaturen an bestehenden Klempnerarbeiten – etwa das Abdichten undichter Kehlen oder das Austauschen korrodierter Fallrohre – gehören zum Alltag.
Klempner arbeiten überwiegend in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben des Klempner-, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikhandwerks. Zu den Arbeitgebern zählen spezialisierte Klempnerbetriebe, Dachdeckerunternehmen mit Klempnerabteilung, Gebäudetechnikfirmen sowie Unternehmen im Bereich Industrielüftung und Fassadenbau. Im Bereich Denkmalpflege und Kirchturmrestaurierung gibt es spezialisierte Betriebe. Der Fachkräftemangel im Klempnerhandwerk ist ausgeprägt – qualifizierte Gesellen sind bundesweit stark nachgefragt.
Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, besser ein Realschulabschluss, da Technisches Zeichnen, Geometrie und Werkstoffkunde solide Mathekenntnisse erfordern. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Flächen- und Körperberechnungen), Physik (Wärmedehnung, Strömungslehre) und Technisches Zeichnen. Wer räumliches Vorstellungsvermögen, handwerkliches Geschick und keine Höhenangst mitbringt, ist klar im Vorteil. Sorgfalt und Genauigkeit beim Maßnehmen und Anfertigen von Blechwinkeln sind ebenso entscheidend wie körperliche Belastbarkeit für die Arbeit auf Dächern und Gerüsten.
Im ersten Lehrjahr stehen metallhandwerkliche Grundlagen im Vordergrund: manuelles und maschinelles Trennen, Umformen und Fügen von Blechen, Lesen und Anfertigen von technischen Zeichnungen sowie grundlegende Werkstoffkunde (Stahl, Zink, Kupfer, Aluminium, Titanzink). Du lernst den sicheren Umgang mit Blechscheren, Kantbänken und Lötwerkzeug. Im zweiten Lehrjahr vertiefst du das Herstellen von Blechprofilen, Rohrverbindungen und Übergangsstücken für Lüftungssysteme; dazu kommen Grundlagen der Dachentwässerung und erste Montagetechniken. Im dritten Lehrjahr spezialisierst du dich auf komplexe Dachbekleidungen, Fassadenverkleidungen sowie Sanitär- und Lüftungsinstallationen; Aufmaß, Kalkulation und Qualitätsprüfung runden die Ausbildung ab. Anders als Anlagenmechaniker konzentriert sich der Klempner stark auf Blechverarbeitung im Dach- und Fassadenbereich statt auf Rohrleitungssysteme im Gebäudeinneren.
Die Gesellenprüfung gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 (Zwischenprüfung) findet gegen Ende des zweiten Lehrjahres statt, meist im Frühjahr. Er umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe (ca. 6 Stunden), bei der ein Blechformstück – zum Beispiel ein Kastenrinnen-Segment – eigenständig hergestellt wird, sowie einen schriftlichen Teil zu Technologie, Technischer Mathematik und Wirtschafts- und Sozialkunde (je 60 Minuten). Teil 2 (Abschlussprüfung) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt. Die praktische Prüfung besteht aus einem Gesellenstück (8–10 Stunden), bei dem eine komplexe Blechkonstruktion – etwa ein Dachrinnenabschnitt mit Einlaufkasten und Fallrohr – gefertigt und montiert wird; Gewichtung 50 %. Der schriftliche Prüfungsbereich umfasst Klempnertechnik (120 Minuten, 25 %), Baukonstruktion und Bauphysik (60 Minuten, 15 %) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 %). Ein anschließendes Fachgespräch von ca. 15 Minuten ergänzt die Bewertung des Gesellenstücks. Zum Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte (von 100) erforderlich.
Prüfungsthemen
Nach der Gesellenprüfung ist die Weiterbildung zum Meister im Klempner-Handwerk (HwO) der klassische Aufstiegsweg; er eröffnet die Möglichkeit zur Betriebsgründung und zur Ausbildung eigener Azubis. Alternativ bieten sich der Staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Metallbau oder Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie der Betriebswirt des Handwerks (HwK) an. Wer studieren möchte, kann mit entsprechender Berufserfahrung ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik aufnehmen. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Vorarbeiter, Bauleiter oder Betriebsleiter eines Klempnerbetriebs realistisch. Spezialisierungen in Denkmalpflege, Kupferdachbau oder Industrielüftung steigern Nachfrage und Gehalt erheblich.
Bewerbungen sollten spätestens 12 Monate vor Ausbildungsbeginn (also ab Herbst des Vorjahres) verschickt werden. Die Bewerbungsmappe umfasst Anschreiben, Lebenslauf, die letzten zwei Schulzeugnisse und ggf. Praktikumsnachweise. Viele Betriebe führen zunächst ein kurzes Telefoninterview, danach folgt ein persönliches Vorstellungsgespräch mit praktischem Eignungstest (z. B. einfaches Messen, Sägen oder Feilen von Metallstücken). Größere Betriebe nutzen den IHK-Einstellungstest mit Aufgaben zu Mathematik, technischem Verständnis und räumlichem Denken. Wer beim Bewerbungsgespräch konkrete handwerkliche Vorerfahrungen (Schulpraktikum, Ferienjob, eigene Bastelarbeiten) nennen kann und Kenntnisse über Werkstoffe wie Zink und Kupfer zeigt, überzeugt Ausbilder besonders. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und der Wunsch nach körperlich aktivem Arbeiten im Freien kommen sehr gut an.
Ratgeber
Der Klempner ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Handwerk. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.800 Euro brutto monatlich.
Kraftfahrzeugmechatroniker
Kraftfahrzeugmechatroniker kombinieren mechanisches und elektronisches Fachwissen, um moderne Fahrzeuge zu warten, zu reparieren und zu diagnostizieren. Der Beruf vereint klassische Metallbearbeitung mit komplexer Fahrzeugelektronik und digitaler Diagnosetechnik. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die gerne mit Händen arbeiten und gleichzeitig mit computergestützten Systemen umgehen möchten.
3.5 Jahre →
Oberflächenbeschichter
Oberflächenbeschichter bereiten Metall-, Kunststoff- und Holzoberflächen vor und versehen sie mit Schutz- oder Dekorschichten durch Galvanik, Lackierung, Pulverbeschichtung oder thermisches Spritzen. Der Beruf verbindet chemisches Fachwissen mit handwerklichem Geschick und Präzision. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Chemie, Materialien und technischen Prozessen, die Wert auf exakte Qualitätsergebnisse legen.
3 Jahre →
Metallbildner
Metallbildner fertigen kunsthandwerkliche und technische Objekte aus Metallen wie Kupfer, Messing, Silber und Edelstahl – von Skulpturen und Reliefs über Schilder und Beschläge bis hin zu Fassadenverkleidungen. Der Beruf vereint traditionelles Handwerk mit modernen Fertigungstechniken und erfordert sowohl gestalterisches Talent als auch handwerkliches Geschick. Er eignet sich für Menschen, die kreativ arbeiten möchten und Freude an präziser, sorgfältiger Metallverarbeitung haben.
3 Jahre →
Mechatroniker für Kältetechnik
Mechatroniker für Kältetechnik installieren, warten und reparieren Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen. Das Besondere ist die Kombination aus Mechanik, Elektronik und Kältemittelkreisläufen. Der Beruf eignet sich für technikbegeisterte Menschen, die sowohl handwerklich als auch analytisch arbeiten möchten und keine Scheu vor körperlicher Arbeit in wechselnden Umgebungen haben.
3 Jahre →