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MetallberufeBBiG

Metallbildner

Metallbildner fertigen kunsthandwerkliche und technische Objekte aus Metallen wie Kupfer, Messing, Silber und Edelstahl – von Skulpturen und Reliefs über Schilder und Beschläge bis hin zu Fassadenverkleidungen. Der Beruf vereint traditionelles Handwerk mit modernen Fertigungstechniken und erfordert sowohl gestalterisches Talent als auch handwerkliches Geschick. Er eignet sich für Menschen, die kreativ arbeiten möchten und Freude an präziser, sorgfältiger Metallverarbeitung haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

480–750 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Metallbildner?

Morgens beginnt der Arbeitsalltag im Metallbildner-Betrieb mit der Planung und Vorbereitung der Werkstücke: Du liest technische Zeichnungen und gestalterische Entwürfe, wählst geeignete Metallbleche (z. B. 1,5 mm Kupferblech oder 2 mm Messingblech) aus und zeichnest Konturen mit Reißnadel und Anreißwerkzeug an. Anschließend werden Bleche mit Handscheren, Sägen oder Blechschneidemaschinen zugeschnitten. Ein typisches Morgenbeispiel: Du treibst ein Kupferrelief mit Treibhämmern und Treibeisen in die gewünschte Form. Nachmittags liegt der Schwerpunkt auf Oberflächenbearbeitung und Montage. Du feilest, schleifst mit Schleifvlies und Winkelschleifern, polierst Oberflächen oder trägst Patinierungsmittel auf. Ein weiteres Beispiel: Du lötest Messingbeschläge mit Silberlot und Lötlampe zusammen und montierst fertige Elemente an Gebäudefassaden oder Inneneinrichtungen. Du arbeitest eng mit Architekten, Designern und Kunden zusammen und stimmst gestalterische Details ab. Die Arbeit findet überwiegend in Handwerksbetrieben oder Metallbildnerwerkstätten statt.

Wo arbeitest du?

Metallbildner arbeiten fast ausschließlich in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben des Metallbildnerhandwerks, die häufig auf Gürtlerei, Silberschmiedearbeiten, Orden- und Auszeichnungsfertigung oder kunsthandwerkliche Metallarbeiten spezialisiert sind. Bedeutende Arbeitgeber finden sich in Bayern (München) und Thüringen (Traditionsregion für Ordensherstellung). Weitere Einsatzbereiche sind Galvanikunternehmen, Denkmalpflegebetriebe sowie Kunstgießereien. Der Beruf ist ein Nischenhandwerk mit geringer Ausbildungszahl, weshalb qualifizierte Fachkräfte sehr gesucht sind.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, idealer ist ein Realschulabschluss, da die Ausbildung sowohl technisches Verständnis als auch gestalterische Kompetenz erfordert. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Berechnung von Maßen, Flächen, Winkeln), Physik/Chemie (Werkstoffeigenschaften, Lötprozesse) sowie Kunst/Werken für gestalterisches Grundverständnis. Persönlich punkten handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Geduld und Sorgfalt bei Detailarbeit sowie ein ausgeprägter ästhetischer Sinn. Interesse an Kunsthandwerk, Kulturgeschichte und materiellem Gestalten ist ein klarer Vorteil.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen grundlegende Metallbearbeitungstechniken im Vordergrund: manuelles Feilen, Sägen, Bohren, Meißeln sowie Grundlagen der Werkstoffkunde (Eigenschaften von Kupfer, Messing, Zinn, Edelstahl). Du lernst den sicheren Umgang mit Handwerkzeug und einfachen Maschinen sowie das Lesen technischer Zeichnungen. Im 2. Lehrjahr vertiefst du Umformtechniken wie Treiben, Biegen und Drücken sowie Fügetechniken (Weich- und Hartlöten, Schweißen). Du lernst Oberflächenbehandlungen wie Beizen, Patinieren und Galvanisieren kennen. Im 3. Lehrjahr spezialisierst du dich auf eine der drei Fachrichtungen: Gürtler und Metalldrücker, Silberschmied oder Statuette und Orden. Du erlernst komplexe gestalterische und handwerkliche Techniken, Kalkulation sowie Qualitätsprüfung. Im Vergleich zu Metallbauern liegt der Fokus weniger auf Konstruktion als auf Formgebung und Ästhetik.

Technologie der MetallbearbeitungTechnisches Zeichnen und GestaltungWerkstoffkundeWirtschafts- und SozialkundeMathematik

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Gesellenprüfung (Teil 1) findet Mitte des 2. Ausbildungsjahres, üblicherweise im Januar/Februar, statt. Sie umfasst eine praktische Prüfungsarbeit (ca. 7 Stunden), bei der ein vorgegebenes Werkstück gefertigt wird, sowie einen schriftlichen Teil zu Grundlagen der Metallbearbeitung (90 Minuten). Die Gesellenprüfung (Teil 2) erfolgt im 3. Lehrjahr, üblicherweise im Sommer (Juni/Juli). Sie gliedert sich in: - Praktische Prüfungsarbeit (Gesellenstück): Fertigung eines komplexen Werkstücks gemäß Zeichnung und gestalterischem Konzept (ca. 18 Stunden), Gewichtung 50 % - Technologie/Fachkunde schriftlich: 120 Minuten, Gewichtung 20 % - Gestaltung und Arbeitsplanung schriftlich: 90 Minuten, Gewichtung 15 % - Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich: 60 Minuten, Gewichtung 10 % - Fachgespräch über das Gesellenstück: ca. 20 Minuten, Gewichtung 5 % Jeder Prüfungsbereich muss mit mindestens 30 Punkten (von 100) bestanden werden. Das Fachgespräch dient der Erläuterung technischer und gestalterischer Entscheidungen beim Gesellenstück.

Prüfungsthemen

  • Metallische Werkstoffe und ihre Eigenschaften (Kupfer, Messing, Silber, Edelstahl)
  • Umformtechniken: Treiben, Drücken, Biegen, Prägen
  • Fügetechniken: Weich- und Hartlöten, Schweißen
  • Oberflächenbehandlung: Beizen, Patinieren, Galvanisieren, Polieren
  • Gestaltung und Entwurf: Technische Zeichnung, Ornamentik
  • Kalkulation und Arbeitsplanung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung können Metallbildner die Meisterprüfung im Metallbildnerhandwerk (Handwerksmeister HwO) ablegen, die Führungspositionen in Handwerksbetrieben oder die Selbstständigkeit ermöglicht. Der staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Metalltechnik) bietet vertiefte technische Qualifikation. Wer gestalterisch tätig bleiben möchte, kann ein Studium im Bereich Industrial Design, Kunsthandwerk oder Produktdesign anschließen (FH/HS). Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter, Ausbilder oder selbstständiger Betriebsinhaber realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR (Einstieg) auf 2.800–3.500 EUR (mit Meister/Führungsaufgaben). Spezialisierungen in Denkmalpflege, Schmuck oder Kunstguss bieten besondere Nischen.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (September) abgeschickt werden, da es nur wenige Ausbildungsbetriebe gibt. Die Bewerbungsmappe umfasst Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis sowie – sehr wichtig – eine Mappe mit eigenen gestalterischen Arbeiten oder Zeichnungen, die kreatives Interesse belegen. Im Vorstellungsgespräch werden handwerkliche Vorkenntnisse, gestalterisches Interesse und Motivation für diesen speziellen Beruf erfragt. Einige Betriebe verlangen einen kurzen Praxistest, z. B. das Zeichnen eines einfachen Ornaments oder eine Fingerfertigkeitsübung. Ausbilder überzeugt, wer Kenntnisse über Metallarten, Erfahrungen aus Schüler- oder Ferienpraktika in Handwerksbetrieben sowie echtes Interesse an kunsthandwerklichen Objekten mitbringt.

Ratgeber

Der Metallbildner ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Metallberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 480 und 750 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es beim Metallbildner?
Der Ausbildungsberuf Metallbildner gliedert sich in die Fachrichtungen Gürtler und Metalldrücker sowie Silberschmied. Gürtler und Metalldrücker fertigen und verarbeiten Metallteile durch Drücken, Treiben und Ziehen, während Silberschmiede Tafelsilber, Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Edelmetallen herstellen. Die Wahl der Fachrichtung bestimmt den späteren Schwerpunkt des Berufs.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Metallbildner benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Ausbildungsbetriebe stellen jedoch Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Freude an der Metallverarbeitung sind wichtige Voraussetzungen. Ein gutes Verständnis für Mathematik und Werken oder Technik ist von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Metallbildner?
Metallbildner arbeiten vor allem in metallverarbeitenden Handwerksbetrieben, Kunsthandwerkswerkstätten sowie in der Schmuck- und Silberwarenindustrie. Mögliche Arbeitgeber sind Goldschmiede- und Silberschmiedebetriebe, Gießereien sowie Hersteller von Zier- und Gebrauchsgegenständen aus Metall. Auch Restaurierungswerkstätten für historische Metallgegenstände beschäftigen ausgebildete Metallbildner.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Metallbildner die Meisterprüfung ablegen und sich damit selbstständig machen oder Führungsverantwortung übernehmen. Über den Meisterabschluss oder die Fachhochschulreife besteht auch die Möglichkeit, ein Studium in Bereichen wie Produktdesign, Kunsthandwerk oder Metallgestaltung aufzunehmen. Zusätzlich bieten Handwerkskammern Fortbildungen in Bereichen wie CNC-Technik oder Oberflächenbehandlung an.

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