Medienkaufleute Digital und Print sind kaufmännische Fachkräfte in Verlagen, Medienagenturen und Medienhäusern. Sie vermarkten und vertreiben mediale Produkte wie Zeitschriften, E-Books, Online-Portale und Werbeflächen. Der Beruf verbindet klassisches kaufmännisches Denken mit Medienkompetenz und eignet sich besonders für Personen, die Interesse an Medien, Kommunikation und wirtschaftlichen Zusammenhängen vereinen.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
600–950 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2600 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Medienkaufleute arbeiten überwiegend in Büroumgebungen von Verlagen, Medienhäusern oder Agenturen. Der Arbeitstag beginnt meist mit der Auswertung von Verkaufszahlen und Reichweitenanalysen in Tools wie Google Analytics, IVW-Statistiken oder CRM-Systemen wie Salesforce. Morgens stehen häufig Absprachen mit Redaktion, Anzeigenabteilung und Vertrieb auf dem Programm, etwa zur Koordination von Anzeigenschaltungen oder zur Planung von Print- und Online-Kampagnen. Nachmittags werden Angebote und Mediaplanungen erstellt, Verträge mit Werbekunden ausgearbeitet und Abrechnungen über SAP oder branchenspezifische Software wie Quark Publishing oder Adobe InDesign-Layouts koordiniert. Eine typische Aufgabe ist die Kalkulation einer Anzeigenpreisliste für ein Printmagazin inklusive Formatvarianten (1/1 Seite, Doppelseite, Advertorial). Eine weitere Kernaufgabe ist die Betreuung von Abonennt:innen sowie die Analyse von Kündigungsraten und Entwicklung von Maßnahmen zur Leserbindung. Enger Kontakt mit Druckereien, IT-Dienstleistern und externen Werbeagenturen gehört ebenfalls zum Alltag.
Medienkaufleute arbeiten vor allem in Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen (z. B. Axel Springer, Hubert Burda Media, Gruner + Jahr/Bertelsmann), Fachverlagen (z. B. Haufe, Vogel Communications), Medienagenturen, Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie Online-Medienhäusern. Auch Druckereien mit Medienvertrieb und Marketingabteilungen größerer Unternehmen kommen als Ausbildungsbetriebe in Frage. Der Fachkräftebedarf ist durch den digitalen Wandel der Branche weiterhin hoch, besonders für Kandidat:innen mit digitaler Affinität.
Für die Ausbildung wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder das Abitur empfohlen, da kaufmännische Inhalte und medienrechtliche Themen ein gutes Abstraktionsvermögen erfordern. Wichtige Schulfächer sind Deutsch, Mathematik, Wirtschaft und Englisch. Persönlich sollten Interessierte Freude an Kommunikation, Interesse an aktuellen Medienentwicklungen (Streaming, Social Media, Print) und ausgeprägte analytische Fähigkeiten mitbringen. Eigeninitiative, Organisationstalent und Kundenorientierung sind im direkten Kundenkontakt mit Werbe- und Vertriebspartnern unverzichtbar.
Im ersten Lehrjahr werden kaufmännische Grundlagen vermittelt: Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Grundzüge des Arbeits- und Handelsrechts sowie eine Einführung in den Medienmarkt (Verlags-, Agentur- und Rundfunkwesen). Außerdem lernen Auszubildende den Umgang mit Office-Anwendungen und branchenüblichen Datenbanksystemen. Im zweiten und dritten Lehrjahr folgen Vertiefungen in den Bereichen Mediaplanung, Vertrieb von Print- und Digitalprodukten, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement. Lernfelder umfassen Beschaffung, Absatz, Marketing, Controlling sowie medienrechtliche Grundlagen (Urheberrecht, Presserecht). Anders als Mediengestalter:innen liegt der Schwerpunkt nicht auf gestalterischen, sondern auf betriebswirtschaftlichen und vertrieblichen Kompetenzen. Die Ausbildung kombiniert duales Lernen in Betrieb und Berufsschule mit starkem Praxisbezug zur Medienbranche.
Die Abschlussprüfung ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 findet gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres (ca. Monat 18, in der Regel im April/Mai) statt und prüft schriftlich Kernqualifikationen aus Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung sowie allgemeine Wirtschaftslehre – Dauer ca. 90 Minuten. Das Ergebnis fließt mit 25 % in die Gesamtnote ein. Teil 2 der Abschlussprüfung findet im dritten Lehrjahr (April/Mai bzw. November) statt und umfasst drei Prüfungsbereiche: Erstens 'Medienwirtschaft' (schriftlich, 90 Minuten, Gewichtung 30 %), zweitens 'Kaufmännische Steuerung und Kontrolle' (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 25 %), drittens ein 'Fallbezogenes Fachgespräch' (mündlich, ca. 20 Minuten, Gewichtung 20 %). Grundlage des Fachgesprächs ist eine selbst erstellte praxisbezogene Fallstudie aus dem Ausbildungsbetrieb. Zum Bestehen muss jeder Prüfungsbereich mit mindestens 30 Punkten (von 100) und der Gesamtdurchschnitt mit mindestens 50 Punkten abschließen.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Der 'Fachwirt für Medien und Informationsdienste (IHK)' oder der 'Medienfachwirt Digital und Print (IHK)' ermöglichen Führungspositionen im mittleren Management. Der 'Betriebswirt (IHK)' ist eine weitere Option für kaufmännische Verantwortung. Ein duales oder reguläres Studium in Medienwirtschaft, Medienmanagement, Marketing oder Betriebswirtschaftslehre ist mit Fachhochschulreife oder Abitur möglich. Nach 5–10 Jahren sind Positionen wie Verlagsleiter:in, Leitung Anzeigenvertrieb, Produktmanager:in Digital oder Head of Subscription erreichbar. Gehälter steigen von ca. 2.500–3.000 EUR brutto (Einstieg) auf 4.000–6.000 EUR brutto in Führungspositionen. Spezialisierungen in SEO/SEA, Datenanalyse oder B2B-Mediaberatung sind besonders gefragt.
Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart eingereicht werden, da viele Verlage früh planen – also ab September/Oktober des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe sollte ein individuelles Anschreiben mit konkretem Medienbezug (Lieblingszeitschrift, genutztes Online-Medium), Lebenslauf und Schulzeugnisse enthalten. Im Vorstellungsgespräch werden häufig aktuelle Medienthemen, Kenntnisse des Verlags und kaufmännisches Grundverständnis abgefragt. Viele große Verlage nutzen Eignungstests (Rechtschreibung, Mathematik, logisches Denken). Besonders überzeugen Bewerber:innen, die bereits Praktika in Redaktionen oder Agenturen absolviert haben, Social-Media-Kanäle betreiben oder Schulzeitungen mitgestaltet haben. Gute Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift ist ein entscheidendes Auswahlkriterium.
Ratgeber
Der Medienkaufmann Digital und Print ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, zuständig über die IHK. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 600 und 950 Euro monatlich. Berufseinsteiger verdienen nach der Ausbildung durchschnittlich ab 2.600 Euro brutto monatlich.
Sport- und Fitnesskaufmann
Sport- und Fitnesskaufleute organisieren den kaufmännischen Betrieb von Sportstätten, Fitnessstudios, Vereinen und Sportverbänden. Sie verbinden betriebswirtschaftliches Know-how mit einer Leidenschaft für Sport und Gesundheit. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gern mit Kunden kommunizieren, Veranstaltungen planen und gleichzeitig kaufmännische Prozesse wie Buchhaltung und Marketing gestalten möchten.
3 Jahre →
Bankkaufmann
Bankkaufleute beraten Privat- und Firmenkunden in allen Finanzfragen – von Girokonten und Krediten über Wertpapiere bis hin zu Versicherungen und Altersvorsorge. Der Beruf verbindet wirtschaftliches Fachwissen mit intensiver Kundenberatung und erfordert ein hohes Maß an Seriosität und Zahlenverständnis. Er eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Interesse an Finanzmärkten, Wirtschaft und persönlicher Beratungsarbeit.
3 Jahre →
Tankwart
Tankwart ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Bereich Mineralölvertrieb und Kraftstoffversorgung. Fachkräfte bedienen Zapfsäulen, führen Kassengeschäfte durch, beraten Kunden zu Kraftstoffen, Schmierstoffen und Autopflegeprodukten und übernehmen einfache Wartungsarbeiten. Der Beruf eignet sich für handlungsfreudige Menschen mit Freude am Kundenkontakt und technischem Grundinteresse, die gerne in wechselnden Schichten arbeiten.
2 Jahre →
Fachpraktiker für Bürokommunikation
Der Fachpraktiker für Bürokommunikation ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach §66 BBiG, der speziell für Menschen mit besonderem Förderbedarf konzipiert wurde. Er vermittelt praxisorientierte Bürokenntnisse in den Bereichen Textverarbeitung, Datenverwaltung, Postbearbeitung und Kundenkorrespondenz. Im Gegensatz zum Kaufmann für Büromanagement sind die Inhalte etwas vereinfacht strukturiert, aber dennoch vollwertig und betrieblich anerkannt. Dieser Beruf eignet sich besonders für Menschen, die organisiert, zuverlässig und kommunikativ sind und eine solide Grundlage im kaufmännischen Bürobereich aufbauen möchten.
3 Jahre →