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Raumausstatter

Raumausstatter gestalten und verschönern Innenräume durch das Verlegen von Bodenbelägen, das Anbringen von Tapeten und Wandbespannungen sowie die Anfertigung und Montage von Polstermöbeln, Gardinen und Sonnenschutzanlagen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit gestalterischem Gespür für Farben, Materialien und Raumwirkung. Er eignet sich für Menschen, die sowohl kreativ als auch handwerklich begabt sind und Freude an sichtbaren Ergebnissen ihrer Arbeit haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Raumausstatter?

Der Arbeitsalltag eines Raumausstatters ist abwechslungsreich und findet sowohl in der Werkstatt als auch direkt beim Kunden statt. Morgens beginnt der Tag häufig mit der Vorbereitung von Materialien: Teppichböden, PVC-Beläge, Laminat oder Parkett werden zugeschnitten, Tapeten angemischt und Polstermaterialien wie Schaumstoffe, Federn oder Vlieseinlagen bereitgestellt. In der Werkstatt werden Vorhänge und Dekostoffe an Nähmaschinen verarbeitet oder Holzrahmen für Polstermöbel aufgebaut. Nachmittags erfolgen häufig Montageeinsätze beim Kunden: Teppichböden werden mit Nahtkleber oder Spanntechniken verlegt, Tapeten fachgerecht angebracht, Gardinenstangen und Schienenprofile montiert sowie Sonnenschutzrollos oder Jalousien eingebaut. Auch das Aufpolstern von Sitzmöbeln mit Bezugsstoffen und Keder gehört zum Alltag. Zusammenarbeit besteht mit Innenarchitekten, Schreinern und direkt mit Privatkunden oder gewerblichen Auftraggebern. Genaue Aufmaße mit Maßband und Laser-Entfernungsmesser sowie die Materialberechnung sind tägliche Aufgaben.

Wo arbeitest du?

Raumausstatter arbeiten überwiegend in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben des Raumausstatterhandwerks. Potenzielle Arbeitgeber sind spezialisierte Raumausstattungsgeschäfte, Möbelhäuser mit eigenem Handwerksservice (z. B. XXXLutz, Ikea-Servicepartner), Polstereien sowie Innenausbauunternehmen. Auch Theaterwerkstätten, Messebauunternehmen und die Automobilindustrie (Sonderfahrzeugausstattung) stellen Raumausstatter ein. Fachkräftemangel ist im Handwerk ausgeprägt, qualifizierte Gesellen und Meister werden bundesweit gesucht.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, viele Betriebe bevorzugen einen Realschulabschluss. Besonders wichtig sind Mathematik (Flächenberechnung, Materialmengen), Werken/Technik und Kunst/Gestaltung. Persönlich sollten Interessierte handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit mitbringen, da Polsternähte und Tapezierstöße präzise ausgeführt werden müssen. Ein ausgeprägtes Farbgefühl, räumliches Vorstellungsvermögen und Freude an der Arbeit mit unterschiedlichen Materialien wie Stoffen, Teppich und Leder sind essenziell. Körperliche Belastbarkeit (kniende Tätigkeit beim Bodenbelegen) und Kundenorientierung sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr erwerben Auszubildende grundlegende Kenntnisse in der Werkzeugkunde (Cuttermesser, Nahtroller, Andrückrolle, Teppichmesser), lernen Untergründe zu beurteilen und zu präparieren sowie erste Techniken im Tapezieren und Bodenbelegen. Grundlagen der Farbenlehre und Stilkunde werden in der Berufsschule vermittelt. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen die Auszubildenden die Verarbeitung anspruchsvoller Materialien wie Naturstein-Teppich, Echtholzparkett und Kunstleder. Polstertechniken – darunter das Aufbauen von Federkernen und das Spannen von Bezugsstoffen – werden umfassend geübt. Sonnenschutztechnik, Elektroantriebe für Markisen und Rollos sowie die Planung und Kalkulation von Aufträgen kommen im dritten Lehrjahr hinzu. Im Vergleich zu Malern und Lackierern liegt der Schwerpunkt deutlich stärker auf textilen Materialien, Polsterung und dreidimensionaler Raumgestaltung.

Raumgestaltung und Polstertechnik (Lernfelder)Technologie der Werkstoffe und VerfahrenGestaltungslehre und FarbgestaltungWirtschafts- und SozialkundeDeutsch und Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Gesellenprüfung gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 (Zwischenprüfung) findet Mitte des zweiten Ausbildungsjahres (ca. Frühjahr, 18. Monat) statt. Geprüft werden praktische Fertigkeiten im Bereich Bodenbeläge verlegen oder Tapezieren (praktische Arbeitsprobe: ca. 5 Stunden) sowie schriftliche Grundkenntnisse (Technologie und Gestaltung: 120 Minuten). Teil 2 (Abschlussprüfung) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt und umfasst folgende Bereiche: Prüfungsbereich 1 – Gestaltung und Fertigung (praktische Arbeitsaufgabe: 2 Tage, Gewichtung 40 %), Prüfungsbereich 2 – Planung und Gestaltung, schriftlich, 150 Minuten (Gewichtung 20 %), Prüfungsbereich 3 – Wirtschaft und Kommunikation, schriftlich, 60 Minuten (Gewichtung 10 %), Prüfungsbereich 4 – Gestaltung und Konstruktion, schriftlich, 120 Minuten (Gewichtung 20 %), Fachgespräch zur praktischen Arbeitsaufgabe (Gewichtung 10 %). Zum Bestehen müssen in allen Prüfungsbereichen mindestens 50 Punkte (von 100) erreicht werden.

Prüfungsthemen

  • Bodenbeläge (Teppich, PVC, Laminat, Parkett) verlegen und verarbeiten
  • Tapezieren und Wandbekleidung (Raufaser, Vlies, Glasgewebe, Naturmaterialien)
  • Polstertechniken (Federkern, Schaumstoff, Bezugsstoffe spannen und nähen)
  • Gardinen, Dekostoffe und Sonnenschutzsysteme (Rollos, Jalousien, Markisen)
  • Gestaltungsplanung, Farbenlehre und Stilkunde
  • Werkstoffkunde und Materialkalkulation
  • Wirtschaft, Kommunikation und Kundenberatung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen vielfältige Weiterbildungswege offen. Als erste Stufe bietet sich der Raumausstattermeister (HwO) an, der zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildung berechtigt. Alternativ ist der staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Raumgestaltung) an Fachschulen möglich. Ein Studium zum Bachelor of Arts in Innenarchitektur oder Interior Design baut auf der praktischen Erfahrung auf. Fachwirtqualifikationen im Bereich Holz und Einrichtung ergänzen kaufmännische Kompetenzen. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter, Projektleiter für Großaufträge oder Betriebsinhaber realistisch. Das Monatsgehalt steigt von rund 2.200 EUR (Einstieg) auf 3.200–4.000 EUR als Meister. Spezialisierungen in Bühnenbau, Yachtausstattung oder historischer Restaurierung sind möglich.

Bewerbungstipps

Die Bewerbung sollte 9–12 Monate vor Ausbildungsbeginn (Ausbildungsstart meist 1. August/September) erfolgen. In die Bewerbungsmappe gehören: Anschreiben mit konkreten Bezügen zum Beruf (z. B. eigene Heimwerkprojekte, Interesse an Inneneinrichtung), tabellarischer Lebenslauf, Schulzeugnisse (letztes und vorletztes Zeugnis) sowie gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Ein Bewerbungspraktikum in einem Raumausstatterbetrieb verschafft deutliche Vorteile. Im Vorstellungsgespräch werden häufig handwerkliche Interessen, Farbvorlieben und Vorstellungen zur Raumgestaltung abgefragt. Einige Betriebe und Innungen setzen den IHK-Einstellungstest oder eigene Eignungstests (geometrisches Vorstellungsvermögen, Rechnen) ein. Wer Eigeninitiative durch ein Praktikum oder ein kleines Gestaltungsportfolio (z. B. Fotos selbst gestalteter Räume) zeigt, überzeugt Ausbilder besonders.

Ratgeber

Der Raumausstatter ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Handwerk. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 500 und 850 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen oder Schwerpunkte gibt es beim Raumausstatter?
Im Ausbildungsberuf Raumausstatter gibt es in der Regel Schwerpunkte wie Polstern, Boden, Raumtextilien, Licht und Dekorationstechnik. Betriebe spezialisieren sich häufig auf einen dieser Bereiche, zum Beispiel auf Bodenbeläge und Teppiche, auf Polstermöbel oder auf Dekorationen und Textilien. Die Ausbildung vermittelt jedoch zunächst eine breite Grundlage über alle Bereiche hinweg.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Raumausstatter?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Handwerksbetriebe Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife ein. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und ein Sinn für Farben und Gestaltung sind wichtiger als ein hohes Bildungsniveau.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Raumausstatter?
Raumausstatter arbeiten hauptsächlich in Handwerksbetrieben des Raumausstatterhandwerks sowie in Möbelhäusern und Einrichtungshäusern. Auch Baufirmen, Innenarchitekturbüros, Messe- und Veranstaltungsagenturen sowie Theaterbetriebe beschäftigen Fachkräfte dieses Berufs. Selbstständigkeit als eigener Handwerksbetrieb ist ebenfalls ein verbreiteter Berufsweg.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man den Meistertitel im Raumausstatterhandwerk ablegen, der zur selbstständigen Betriebsführung und zur Ausbildung eigener Lehrlinge berechtigt. Alternativ bieten sich Weiterbildungen zum Gestalter im Handwerk oder zum Techniker im Bereich Raumgestaltung an. Mit dem Meisterabschluss ist zudem ein Studium an vielen Hochschulen möglich, etwa in Innenarchitektur oder Design.

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