Schilder- und Lichtreklamehersteller gestalten und fertigen Werbe- und Informationsschilder, Leuchtreklamen, Beschriftungen sowie digitale Displayanlagen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit grafischer Kreativität und technischem Verständnis für Elektrotechnik und Materialbearbeitung. Er eignet sich für Menschen, die sowohl am Computer gestalten als auch praktisch in der Werkstatt arbeiten möchten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
550–850 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2200 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Der Arbeitsalltag beginnt morgens meist mit der Auftragsplanung und der Vorbereitung von Materialien wie Acrylglas, Dibond-Platten, PVC-Folie oder Aluminium-Verbundplatten. An CNC-Fräsmaschinen und Laserschneidanlagen werden Buchstaben und Formen aus Kunststoff oder Metall ausgeschnitten. Am Grafikarbeitsplatz – typischerweise mit Software wie Adobe Illustrator, CorelDRAW oder dem branchenspezifischen Programm FlexiSIGN – werden Entwürfe für Kunden erstellt und Druckdaten aufbereitet. Nachmittags steht häufig die Montage im Vordergrund: Folienbeschriftungen werden per Plotter geschnitten und auf Fahrzeuge, Schaufensterscheiben oder Firmenschilder appliziert. LED-Module und Neonröhren werden in Leuchtkästen eingebaut und verkabelt. Zwei typische Aufgaben aus dem Berufsalltag sind die Herstellung eines beleuchteten Firmenschildes aus Edelstahl-Buchstaben mit LED-Hintergrundbeleuchtung sowie das Bekleben eines Fahrzeugs mit einer Vollfolierung. Man arbeitet eng mit Grafikern, Kunden und Montageteams zusammen.
Schilder- und Lichtreklamehersteller arbeiten überwiegend in kleinen und mittelständischen Werbetechnikbetrieben und Schilderwerkstätten. Mögliche Arbeitgeber sind spezialisierte Werbetechnikunternehmen wie Müller Schilderwerk oder regionale Betriebe, Druckereien mit Werbetechnikabteilung, Fahrzeugbeschriftungsunternehmen sowie Außenwerbungsdienstleister. Es handelt sich fast ausschließlich um handwerkliche Betriebe (HwO). In der Branche herrscht spürbarer Fachkräftemangel, da der Beruf wenig bekannt ist, gleichzeitig aber die Nachfrage nach individuellen Werbeanlagen und Fahrzeugfolierungen kontinuierlich wächst.
Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, idealerweise ein Realschulabschluss, da die Ausbildung anspruchsvolle Technik- und Designkenntnisse verknüpft. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Flächenberechnungen, Kalkulation), Physik (Elektrotechnik, Optik), Kunst und Werken sowie Informatik. Persönlich punkten Bewerber mit einem guten Auge für Proportionen und Farben, handwerklichem Geschick, Sorgfalt beim Arbeiten mit empfindlichen Materialien, technischem Verständnis für Maschinen und Elektrik sowie Kreativität und Kommunikationsfähigkeit im Kundenkontakt.
Im ersten Lehrjahr stehen grundlegende Kenntnisse der Materialkunde im Mittelpunkt: Eigenschaften von Kunststoffen, Metallen und Folien, sicherer Umgang mit Handwerkzeugen, Einführung in die Grafik-Software sowie grundlegende Elektrotechnik für Beleuchtungsanlagen. Azubis lernen außerdem das Mischen und Auftragen von Farben und Lacken. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte: CNC-Fräsen, Laserschneiden, Siebdruck und Digitaldruckverfahren (z. B. UV-Direktdruck) werden beherrscht. Die Planung und Montage komplexer Leuchtreklamen mit LED-Technik sowie die Kalkulation von Angeboten runden die Ausbildung ab. Im Unterschied zu Druckern liegt der Fokus hier nicht auf Massenproduktion, sondern auf Einzel- und Kleinserienfertigung individueller Werbemittel mit starkem Kundenbezug und Außenmontageanteilen.
Die Abschlussprüfung wird als gestrecktes Verfahren in zwei Teilen durchgeführt. Teil 1 (Zwischenprüfung) findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe (ca. 7 Stunden), in der ein Schild oder eine Beschriftung hergestellt wird, sowie einen schriftlichen Prüfungsteil (ca. 120 Minuten) zu Gestaltungsgrundlagen und Materialkunde. Teil 1 fließt mit 30 % in die Gesamtnote ein. Teil 2 der Abschlussprüfung findet am Ende des dritten Lehrjahres statt. Er besteht aus: einer praktischen Prüfungsaufgabe (8–10 Stunden, Gewichtung 50 %), bei der ein komplexes Werbeobjekt – z. B. ein Leuchtkasten mit Digitaldruckeinlage – hergestellt und montiert wird, sowie einem anschließenden Fachgespräch (15–20 Minuten, Gewichtung 10 %). Schriftliche Prüfungsbereiche sind Gestaltung und Fertigung (90 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten), zusammen 10 % gewichtet. Zum Bestehen müssen in allen Prüfungsbereichen mindestens 50 Punkte (von 100) erreicht werden.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung ist die Weiterbildung zum Gestalter für visuelles Marketing oder der Erwerb des Meistertitels als Schilder- und Lichtreklamehersteller-Meister (HwK) ein klassischer Schritt. Mit dem Meisterbrief ist die Selbstständigkeit und Betriebsführung möglich. Alternativ bietet sich der staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Druck- und Medientechnik an. Im Bereich Werbetechnik qualifizieren sich viele Fachkräfte auch zum Werbetechnik-Meister. Weiterführende Studiengänge wie Kommunikationsdesign (B.A.) oder Medieninformatik eröffnen Wege in Agenturen und Marketing-Abteilungen. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter, Projektleiter für Großkunden oder Betriebsinhaber realistisch. Das Monatsgehalt steigt dabei von ca. 2.200 EUR auf 3.500–4.500 EUR.
Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsstart (Ausbildungsbeginn meist August/September) eingereicht werden, also bereits im Herbst des Vorjahres. In die Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, die letzten zwei Schulzeugnisse sowie – falls vorhanden – ein eigenes gestalterisches Portfolio (Zeichnungen, Fotobearbeitungen, selbst erstellte Grafiken). Beim Vorstellungsgespräch wird häufig ein kleiner Eignungstest zu Grundrechenarten, räumlichem Denken und Farbwahrnehmung durchgeführt. Ausbilder überzeugt, wer Kenntnisse in Grafikprogrammen wie Inkscape, Photoshop oder CorelDRAW mitbringt, Interesse an handwerklicher Präzision zeigt und eigene kreative Arbeiten vorlegen kann. Ein Praktikum in einem Werbetechnikbetrieb vorab ist ein klares Pluspunkt.
Ratgeber
Der Schilder- und Lichtreklamehersteller ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, angesiedelt im Berufsfeld der Bauberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 850 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.
Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer
Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer sorgen dafür, dass Gebäude, Rohrleitungen, Lüftungsanlagen und Industrieanlagen effizient gedämmt werden. Sie verarbeiten Dämmstoffe wie Mineralwolle, Polyurethanschaum, Kautschuk und Kalziumsilikat, um Energie zu sparen, Lärm zu reduzieren und Kondensation zu verhindern. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen mit Interesse an Energieeffizienz und modernen Bautechnologien.
3 Jahre →
Ausbaufacharbeiter
Der Ausbaufacharbeiter ist ein zweijähriger Grundlagenberuf im Bauhandwerk, der auf Innenausbau und Ausbauarbeiten spezialisiert ist. Er bildet die Basis für weiterführende Fachberufe wie Trockenbaumonteur, Estrichleger oder Bodenleger. Der Beruf eignet sich für handwerklich begabte Jugendliche, die präzise arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen und Freude an der Gestaltung von Innenräumen haben.
2 Jahre →
Werksteinhersteller
Werksteinhersteller fertigen künstliche Steine und Betonwaren wie Treppenstufen, Fassadenplatten, Fensterbänke oder Pflastersteine aus Beton, Terrazzo und ähnlichen mineralischen Bindemitteln. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit Kenntnissen in Baustoffkunde und Formenbau. Er eignet sich für Menschen, die präzise arbeiten, gerne mit Beton und Gesteinskörnungen umgehen und an der Herstellung langlebiger Bauprodukte interessiert sind.
3 Jahre →
Vergolder
Vergolder sind Handwerksspezialisten, die Oberflächen aus Holz, Metall, Gips oder Stein mit Blattgold, Blattsilber oder anderen Blattmetallen veredeln. Der Beruf verbindet jahrhundertealte Handwerkstechniken wie das Polimentvergolden mit modernen Restaurierungsaufgaben an Kunstwerken, Sakralbauten und Prunkräumen. Er eignet sich für Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Präzision, handwerkliches Geschick und Freude an kunsthistorischen Zusammenhängen.
3 Jahre →