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MedienberufeBBiG

Schriftsetzer

Schriftsetzer ist ein historischer Druckberufe-Ausbildungsberuf, der heute als eigenständige Ausbildung nicht mehr existiert – er wurde durch modernere Medienberufe wie Mediengestalter Digital und Print abgelöst. Früher setzten Schriftsetzer Texte für den Druck manuell oder maschinell, heute übernehmen Mediengestalter diese Aufgaben digital mit DTP-Software. Wer sich für Typografie, Layout und Druckvorstufe interessiert, findet in verwandten Berufen eine fundierte Ausbildung.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Schriftsetzer?

Da die Ausbildung zum Schriftsetzer in Deutschland nicht mehr nach BBiG angeboten wird, beschreiben wir den historischen und inhaltlich verwandten Berufsalltag sowie den modernen Nachfolgeberuf Mediengestalter Digital und Print. Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Sichtung von Druckaufträgen, dem Einlesen von Textdaten und der Vorbereitung von Satzprojekten in Software wie Adobe InDesign, QuarkXPress oder Affinity Publisher. Texte werden typografisch aufbereitet, Schriftarten ausgewählt und Zeilenabstände sowie Satzbreiten definiert. Nachmittags erfolgen Korrekturdurchläufe, Abstimmungen mit Kunden oder dem Redaktionsteam sowie die Übergabe der druckfertigen Daten an die Druckvorstufe. Konkrete Aufgaben umfassen das Setzen mehrspaltig angelegter Zeitungsseiten sowie die Erstellung von Akzidenzsatz für Geschäftsdrucksachen wie Briefbögen, Visitenkarten und Kataloge. Die Arbeitsumgebung ist überwiegend ein Büro oder Medienproduktionsstudio, die Zusammenarbeit erfolgt mit Grafikdesignern, Korrektoren, Druckern und Kunden.

Wo arbeitest du?

Mediengestalter und typografisch ausgebildete Fachkräfte arbeiten in Druckereien, Verlagen (Buch-, Zeitungs-, Zeitschriftenverlage), Werbeagenturen, Medienproduktionstudios und bei Unternehmen mit eigener Marketingabteilung. Bekannte Arbeitgeber sind Bertelsmann, Axel Springer, Hubert Burda Media, Mohn Media sowie mittelständische Druckereien. In Handwerksbetrieben der Druckbranche herrscht ein spürbarer Fachkräftemangel, besonders für erfahrene Fachkräfte mit DTP-Kenntnissen.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, für die meisten Betriebe jedoch ein Realschulabschluss, da gestalterisches Verständnis und sprachliche Sorgfalt gefragt sind. Wichtige Schulfächer sind Deutsch (Rechtschreibung, Grammatik), Kunst/Gestaltung und Mathematik (für Maßberechnungen und Farbwerte). Persönlich überzeugen Bewerber mit ausgeprägtem Sinn für Ästhetik und Typografie, hoher Detailgenauigkeit, Ausdauer beim Korrekturlesen sowie technischem Interesse an Druckprozessen und Computersoftware. Farbenblindheit kann einschränkend sein.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen typografische Grundlagen im Mittelpunkt: Schriftklassifikation nach DIN 16518, Schriftmischung, Satztechnik (Blocksatz, Flattersatz, Rausatz), Grundlagen der Druckvorstufe und Einführung in DTP-Software wie Adobe InDesign. Außerdem werden Werkstoffkunde (Papierformate, Papiersorten nach DIN 476) und grundlegende Farblehre (CMYK, RGB, Pantone) vermittelt. Im 2. und 3. Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Satzgestaltung für Bücher, Zeitschriften und Werbemittel, erlernen die Druckdatenerstellung nach PDF/X-Standards, Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop sowie die Produktion barrierefreier PDF-Dokumente. Im Vergleich zu Druckern oder Buchbindern liegt der Schwerpunkt klar auf gestalterischer Schrift- und Layoutarbeit statt auf maschinell-technischer Fertigung.

Medienproduktion und DrucktechnikGestaltung und TypografieBetriebliche Kommunikation und DeutschWirtschafts- und SozialkundeInformationstechnik und DTP-Anwendungen

IHK-Prüfung & Abschluss

Da der Schriftsetzer als eigenständiger Ausbildungsberuf nicht mehr existiert, beziehen sich die Prüfungsangaben auf den direkt verwandten Nachfolgeberuf Mediengestalter Digital und Print (BBiG, 3 Jahre). Zwischenprüfung (Teil 1): findet im 2. Lehrjahr (ca. 18. Monat) statt. Schriftliche Prüfung: 120 Minuten zu Medienproduktion und Gestaltungsgrundlagen. Zusätzlich eine praktische Aufgabe: Erstellung einer Drucksache in max. 7 Stunden. Abschlussprüfung (Teil 2): im 3. Lehrjahr (ca. 36. Monat). Prüfungsbereiche und Gewichtungen: Medienproduktion praktisch (50 %, Fachaufgabe mit Kundengespräch/Fachgespräch 20 Minuten), Gestaltung und Realisation von Medienprodukten schriftlich (20 %, 90 Minuten), Medienintegration schriftlich (10 %, 60 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich (10 %, 60 Minuten), Konzeption und Gestaltung schriftlich (10 %, 90 Minuten). Mindestens 50 von 100 Punkten je Prüfungsbereich erforderlich. Kein Prüfungsbereich darf mit null Punkten abschließen.

Prüfungsthemen

  • Typografie und Schriftgestaltung (Schriftklassifikation, Satzregeln, Mikrotypografie)
  • DTP-Software und Druckdatenerstellung (Adobe InDesign, PDF/X-Standards)
  • Farblehre und Farbmanagement (CMYK, RGB, ICC-Profile, Pantone)
  • Druckvorstufe und Reproduktionstechnik (Rasterung, Auflösung, Druckverfahren)
  • Gestaltungsgrundlagen (Layout, Bildkomposition, Rastersysteme)
  • Medienintegration und Datenformate (Bildformate, Schriftformate, Preflight)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Ausbildungsrecht, Tarifverträge, Betriebsorganisation)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen: Medienfachwirt IHK (18 Monate berufsbegleitend), Techniker Druck- und Medientechnik (staatlich geprüft, 2 Jahre Vollzeit), Typografik-Spezialisierungen im Bereich Schriftgestaltung oder Buchsatz. Ein Studium in Mediendesign (B.A.), Kommunikationsdesign (B.A.) oder Druck- und Medientechnik (B.Eng.) ist über Aufstiegsstipendien möglich. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Leiter Druckvorstufe, Art Director oder Projektleiter Medienproduktion realistisch. Gehaltlich sind nach 5 Jahren 3.200–4.200 EUR brutto monatlich erreichbar. Spezialisierungen: Buchsatz, Zeitungssatz, barrierefreie Medienproduktion, Verpackungsdesign.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (Start meist August/September) eingereicht werden, da Verlage und Druckbetriebe früh planen. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf, Schulzeugnisse und – besonders wichtig – eine Arbeitsprobenmappe mit eigenen Gestaltungen, Schriftexperimenten oder Layoutentwürfen. Im Vorstellungsgespräch werden Kenntnisse zu Schriftarten, Typografie und Druckverfahren abgefragt. Viele Betriebe setzen einen IHK-Einstellungstest ein, der Rechtschreibung, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen prüft. Ausbilder überzeugt, wer eigene Schriftprojekte oder Gestaltungsarbeiten mitbringt, grundlegende Kenntnisse in InDesign oder Photoshop nachweist und Begeisterung für das Handwerk der Typografie authentisch vermitteln kann.

Ratgeber

Der Schriftsetzer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Medienberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Schriftsetzer?
Im Beruf des Schriftsetzers können Spezialisierungen im Bereich Bleisatz, digitaler Satz oder Typografie entstehen. In der modernen Ausbildung liegt der Schwerpunkt zunehmend auf DTP (Desktop Publishing) und digitalen Satzsystemen. Je nach Betrieb können unterschiedliche Schwerpunkte wie Buch-, Zeitungs- oder Werbesatz vermittelt werden.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Schriftsetzer benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Realschulabschluss. Ein Hauptschulabschluss kann bei entsprechend guten Leistungen ebenfalls ausreichend sein. Kenntnisse in Deutsch, Rechtschreibung und ein Gespür für Gestaltung sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Schriftsetzer?
Schriftsetzer arbeiten hauptsächlich in Druckereien, Verlagen, Werbeagenturen sowie bei Medien- und Satzdienstleistungsunternehmen. Auch Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sowie spezialisierte Setzereien beschäftigen Fachkräfte dieses Berufs. Durch die Digitalisierung sind zunehmend auch Medienproduktionsunternehmen und Online-Publisher als Arbeitgeber relevant.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Schriftsetzer?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Medienfachwirt oder Druckfachwirt weiterzubilden. Auch eine Meisterprüfung im Druckgewerbe ist möglich. Wer studieren möchte, kann über eine Fachhochschulreife oder den zweiten Bildungsweg Studiengänge wie Mediengestaltung, Kommunikationsdesign oder Drucktechnik anstreben.

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