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Wirtschaft und VerwaltungBBiG

Verkäufer

Verkäuferinnen und Verkäufer sind das Herzstück des Einzelhandels und beraten Kunden direkt im Geschäft, an der Kasse oder im Lager. Die zweijährige Ausbildung vermittelt fundiertes Wissen über Warenkunde, Kassiervorgänge und Kundenkommunikation. Der Beruf eignet sich für kommunikative, serviceorientierte Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und ein breites Warenspektrum kennenlernen möchten.

Ausbildungsdauer

2 Jahre

Azubi-Gehalt

550–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Verkäufer?

Der Arbeitsalltag beginnt morgens mit der Warenannahme und Kontrolle der Lieferscheine. Verkäufer räumen Waren ein, prüfen Mindesthaltbarkeitsdaten, beschriften Regale mit Preisschildern und bestücken Schaufenster oder Aktionsflächen. Sie arbeiten mit Handscannern, Kassensystemen wie GLORY oder Diebold Nixdorf sowie Warenwirtschaftssystemen wie SAP Retail oder LS Central. Am Vormittag steht die Kundenberatung im Vordergrund: Verkäufer erklären Produkteigenschaften, vergleichen Artikel und helfen bei der Kaufentscheidung. Nachmittags werden Kassiervorgänge abgewickelt, Reklamationen bearbeitet und Retouren verbucht. Typische Aufgaben umfassen zum Beispiel das Erstellen von Sonderangebotsdisplays und die Inventurvorbereitung mit Zählscannern. Die Arbeit findet überwiegend im Verkaufsraum, Kassenbereich und Lager statt. Enger Kontakt besteht zu Filialleitern, Kolleginnen aus dem Lager sowie Vertretern von Lieferanten. Schichtarbeit inklusive Samstagsarbeit ist üblich.

Wo arbeitest du?

Verkäufer arbeiten überwiegend in Lebensmitteleinzelhandelsbetrieben wie REWE, EDEKA, Lidl, Aldi und Kaufland sowie in Fachgeschäften für Mode (H&M, Zara), Elektronik (MediaMarkt, Saturn), Drogerien (dm, Rossmann) oder Baumärkten (OBI, Bauhaus). Sowohl große Filialketten als auch inhabergeführte Einzelhändler bilden aus. Im gesamten deutschen Einzelhandel herrscht spürbarer Fachkräftemangel, besonders in ländlichen Regionen und im Lebensmittelbereich.

Voraussetzungen

Für die Ausbildung zum Verkäufer wird in der Regel ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt, ein Realschulabschluss verbessert die Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich. Besonders relevant sind die Schulfächer Deutsch (für Kundengespräche und schriftliche Kommunikation), Mathematik (für Kalkulation, Kassieren, Prozentrechnung) und Wirtschaft/Sozialkunde. Wichtige persönliche Stärken sind ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Freude am Umgang mit Menschen, Serviceorientierung, Belastbarkeit in Stoßzeiten sowie Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr erwerben Auszubildende grundlegendes Wissen über Warensortimente, einfache Verkaufsgespräche und den Umgang mit dem Kassensystem. Sie lernen Wareneingang prüfen, Regalpflege durchführen und Preisauszeichnungsgesetze (PreisAngV) anwenden. Berufsschulfächer wie Warenwirtschaft und Rechnungswesen vermitteln kaufmännische Grundlagen. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende ihre Beratungskompetenz, lernen Reklamationsmanagement nach BGB, Inventur sowie Grundlagen der Kalkulation und Lagerhaltung. Sie bearbeiten Sonderaktionen, Werbemaßnahmen und erlernen einfache betriebswirtschaftliche Auswertungen. Im Vergleich zur dreijährigen Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel entfallen beim Verkäufer tiefergehende kaufmännische Themen wie strategisches Einkaufsmanagement oder umfassendes Controlling. Der Fokus liegt auf operativer Tätigkeit im Tagesgeschäft.

VerkaufsprozesseWarenkunde und MerchandisingEinzelhandelsbetriebslehreRechnungswesen und ControllingDeutsch/KommunikationPolitik und Gesellschaft

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung beim Verkäufer wird als gestrecktes Prüfungsverfahren in zwei Teilen durchgeführt. Teil 1 findet am Ende des ersten Ausbildungsjahres statt (ca. Frühjahr) und umfasst die schriftliche Prüfung im Bereich 'Verkauf und Marketing' mit einer Dauer von 90 Minuten sowie eine praktische Aufgabe zur Warenannahme oder Warenpräsentation (60 Minuten). Teil 1 fließt mit 25 % in die Gesamtnote ein. Teil 2 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt (Sommer). Er beinhaltet folgende Prüfungsbereiche: 'Kaufmännische Steuerung und Kontrolle' (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 20 %), 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 45 Minuten, Gewichtung 10 %), sowie eine praktische Prüfung 'Beratung und Verkauf' (Kundenberatungsgespräch inkl. Fachgespräch, ca. 20 Minuten, Gewichtung 45 %). Zum Bestehen müssen in der Gesamtnote sowie im praktischen Prüfungsbereich mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden. In keinem Prüfungsbereich darf ein ungenügend (unter 30 Punkte) erzielt werden.

Prüfungsthemen

  • Einzelhandelsprozesse und Warenwirtschaft
  • Verkaufs- und Beratungsgespräche führen
  • Kasse und Zahlungsabwicklung
  • Warenpräsentation und Verkaufsförderung
  • Kundenservice und Konfliktlösung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, direkt zur dreijährigen Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel aufzustocken oder verkürzt abzuschließen. Als Weiterbildungen bieten sich der Handelsfachwirt IHK (4 Semester, ermöglicht Führungspositionen), der Fachwirt im Vertrieb IHK oder der Meister im Verkauf an. Für den akademischen Weg eignen sich Studiengänge wie BWL Handel (B.A.), Retail Management oder E-Commerce. Nach 5 bis 10 Jahren sind Positionen als Abteilungsleiter, Filialleiter oder Category Manager mit Gehältern von 2.800 bis 4.500 EUR brutto monatlich realistisch. Spezialisierungen in den Bereichen Frischetheke, Mode, Elektronik oder Onlinehandel sind möglich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn (in der Regel August oder September) eingereicht werden, also bereits ab Herbst des Vorjahres. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Nachweise über Praktika im Einzelhandel. Viele Handelsketten setzen einen IHK-Einstellungstest oder einen unternehmenseigenen Eignungstest ein, der Mathematik, Rechtschreibung und logisches Denken prüft. Im Vorstellungsgespräch werden häufig kurze Rollenspiele zur Kundenberatung durchgeführt. Ausbilder überzeugen Bewerber mit freundlichem Auftreten, gepflegtem Äußeren, Kenntnissen über das Unternehmen und erste Erfahrungen durch Praktika oder Nebenjobs im Einzelhandel.

Ratgeber

Der Verkäufer ist ein 2-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 850 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.100 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in der Ausbildung zum Verkäufer?
Der Ausbildungsberuf Verkäufer ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch spezialisieren sich Auszubildende in der Praxis durch ihren jeweiligen Ausbildungsbetrieb auf bestimmte Warengruppen – etwa Lebensmittel, Textilien, Elektronik oder Heimwerkerbedarf. Darüber hinaus können Absolventen im Anschluss die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel aufstocken, die stärker auf kaufmännische Inhalte ausgerichtet ist.
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Verkäufer erforderlich?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Ein Hauptschulabschluss ist häufig ausreichend, wobei gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse sowie Kommunikationsfähigkeit von Vorteil sind.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Verkäufer arbeiten?
Verkäufer sind hauptsächlich im stationären Einzelhandel tätig, etwa in Supermärkten, Discountern, Fachmärkten, Kaufhäusern oder Fachgeschäften. Arbeitgeber sind sowohl große Handelsketten wie Rewe, Edeka, Aldi oder Kaufland als auch kleinere inhabergeführte Fachgeschäfte in nahezu allen Konsumbereichen.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Verkäufer?
Nach der Ausbildung kann man die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel verkürzt nachholen oder sich zum Handelsfachwirt (IHK) weiterqualifizieren, was einer höheren Berufsbildung entspricht. Mit entsprechender Berufserfahrung und dem Erwerb der Fachhochschulreife ist auch ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft oder Handelsmanagement möglich.

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