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ElektroberufeBBiG

Elektroanlagenmonteur

Elektroanlagenmonteure installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen in Gebäuden, Industriebetrieben und Infrastruktureinrichtungen. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit technischem Verständnis für Nieder- und Mittelspannungsanlagen. Er eignet sich besonders für Menschen, die gerne praktisch arbeiten, technische Zusammenhänge verstehen wollen und keine Scheu vor körperlicher Arbeit auf Leitern, in Schächten oder auf Baustellen haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Elektroanlagenmonteur?

Morgens beginnt der Arbeitstag meist mit der Materialbereitung und Durchsicht der Montagepläne sowie Schaltpläne (z. B. mit EPLAN oder auf Papier). Anschließend geht es auf die Baustelle oder in den Industriebetrieb: Kabel werden verlegt, Kabeltrassen aus Stahl- oder Kunststoffprofilen montiert und Leitungsschutzschalter, Sicherungen sowie FI-Schutzschalter in Verteiler- und Schaltschränken eingebaut. Mit Werkzeugen wie Kabelmessern, Abisolierzangen, Crimppresszangen und Akkuschraubern werden Anschlussarbeiten an Steckdosen, Beleuchtungsanlagen und Maschinenstromkreisen durchgeführt. Nachmittags folgen Mess- und Prüfarbeiten mit digitalen Multimetern, Isolationsmessgeräten (z. B. Metrel oder Fluke) sowie die Dokumentation nach VDE 0100. Typische Aufgaben sind zum Beispiel das Anschließen einer Unterverteilung in einem Neubau oder die Störungssuche an einer Produktionsmaschine. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Elektromeistern, anderen Gewerken (Sanitär, Trockenbau) auf Baustellen sowie mit Betriebstechnikern in Industrieanlagen.

Wo arbeitest du?

Elektroanlagenmonteure arbeiten überwiegend in Elektrohandwerksbetrieben (Elektroinstallateure, Elektromeisterbetriebe) sowie in der Gebäudetechnik- und Facility-Management-Branche. Große Industrieunternehmen wie Siemens, ABB, Bosch oder BASF beschäftigen sie in der Betriebsinstandhaltung. Auch Energieversorger (z. B. EnBW, RWE, E.ON) und öffentliche Auftraggeber (Krankenhäuser, Kommunen) sind relevante Arbeitgeber. Der Fachkräftemangel in der Elektrobranche ist ausgeprägt — qualifizierte Elektroanlagenmonteure werden bundesweit dringend gesucht.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da Schaltpläne lesen, Berechnungen zu Ohm'schem Gesetz und Dreiphasenwechselstrom sowie das Verständnis technischer Dokumentationen solide Mathematik- und Physikkenntnisse voraussetzen. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Physik und Technik. Persönlich sollte man handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt beim Arbeiten unter Spannung und Schwindelfreiheit mitbringen. Teamfähigkeit auf Baustellen und Bereitschaft zur körperlichen Arbeit sind ebenso wichtig wie Eigenverantwortung bei Sicherheitsvorschriften.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen die elektrotechnischen Grundlagen im Mittelpunkt: Grundgrößen wie Spannung, Strom und Widerstand, der Umgang mit Handwerkzeugen und Messgeräten, das Lesen einfacher Schalt- und Installationspläne sowie Sicherheitsvorschriften nach DGUV V3. Außerdem werden erste Verdrahtungsübungen an Übungsplatinen und Kleinverteilern durchgeführt. Im 2. Lehrjahr vertiefen sich die Kenntnisse in der Installationstechnik: Leitungsverlegung in Unterputz- und Aufputzinstallation, Grundlagen der Steuerungstechnik (Relais, Schütze), Beleuchtungstechnik und Schutzmaßnahmen nach VDE 0100. Im 3. Lehrjahr folgt die Spezialisierung: Gebäudeautomation (KNX-Grundlagen), Photovoltaikanlagen, Notbeleuchtungssysteme und komplexe Schaltschrankarbeiten. Im Vergleich zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik liegt der Schwerpunkt stärker auf der handwerklichen Montage und weniger auf Planung oder Programmierung.

Elektrotechnik / SchaltungstechnikInstallationstechnik und AnlagenmontageMess- und PrüftechnikWirtschafts- und SozialkundeTechnische Mathematik / Physik

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung Teil 1 (Zwischenprüfung) findet zu Beginn des 3. Ausbildungsjahres (ca. Monat 18–20) statt und besteht aus einem schriftlichen Teil mit 90 Minuten Dauer zu Grundlagen der Elektrotechnik, Sicherheit und Installationstechnik. Die Abschlussprüfung Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt und gliedert sich in vier Prüfungsbereiche: Erstens die praktische Arbeitsaufgabe (betriebliche Aufgabe, ca. 6–7 Stunden): Montage und Inbetriebnahme einer elektrischen Anlage inklusive Messung und Dokumentation — Gewichtung 50 %. Zweitens Schaltungs- und Funktionsanalyse (schriftlich, 90 Minuten) — Gewichtung 25 %. Drittens Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten) — Gewichtung 10 %. Viertens ein Fachgespräch zur praktischen Aufgabe (ca. 15 Minuten) — Gewichtung 15 %. Zum Bestehen muss in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte (von 100) erreicht werden. Ein Ausgleichsverfahren ist bei schwachem Einzelbereich möglich, sofern kein Prüfungsbereich unter 30 Punkte fällt.

Prüfungsthemen

  • Elektrische Installationstechnik (Leitungsverlegung, Unterverteilungen, VDE 0100)
  • Schaltungs- und Funktionsanalyse (Schalt- und Stromlaufpläne)
  • Mess- und Prüftechnik (Isolationswiderstand, Schleifenwiderstand, Protokollierung)
  • Schutzmaßnahmen und Sicherheit (Fehlerschutz, DGUV V3, Potenzialausgleich)
  • Steuerungstechnik (Relais, Schütze, einfache SPS-Grundlagen)
  • Beleuchtungs- und Energieverteilungstechnik
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege an: Der Elektromeister (HWK) oder Industriemeister Elektrotechnik (IHK) ermöglicht nach 3–5 Jahren die Übernahme von Vorarbeiter- oder Meisterpositionen mit Personalverantwortung und eigenem Ausbildungsrecht. Alternativ führt der Weg über den staatlich geprüften Techniker Elektrotechnik zu Tätigkeiten in der Planung und Projektleitung. Ein berufsbegleitendes Studium zum Bachelor of Engineering Elektrotechnik (z. B. an FH oder DHBW) öffnet Türen in die Entwicklung und das technische Projektmanagement. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Photovoltaik/Erneuerbare Energien, Gebäudeautomation (KNX-Zertifizierung), Blitzschutz oder Mittelspannungsanlagen. Gehaltlich steigt man von ca. 2.400 EUR brutto zum Einstieg auf 3.200–4.000 EUR mit Meisterabschluss.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart (Ausbildungsbeginn meist September/Oktober) eingereicht werden, bei größeren Betrieben bereits früher. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Schul- und ggf. Praktikumszeugnisse sowie ein Motivationsschreiben mit Bezug zur Elektrotechnik. Im Vorstellungsgespräch werden häufig praktische Aufgaben gestellt (z. B. einfache Schaltpläne skizzieren) oder technisches Grundverständnis abgefragt. Manche Betriebe nutzen den IHK-Einstellungstest (Rechnen, Physik, technisches Verständnis, Konzentration). Besonders überzeugend wirken Bewerber, die Eigeninitiative zeigen (z. B. Elektronik-Bausätze, Jugend forscht), technisches Vorwissen aus dem Physik-Unterricht nachweisen und Verlässlichkeit sowie Sorgfalt betonen — zentrale Eigenschaften bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten unter Spannung.

Ratgeber

Der Elektroanlagenmonteur ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Elektroanlagenmonteurs?
Der Beruf ist in der Regel nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können Schwerpunkte je nach Betrieb variieren, etwa in der Gebäudetechnik, industriellen Anlagen oder Energieversorgung. In der Praxis spezialisieren sich viele Fachkräfte durch Berufserfahrung oder Zusatzqualifikationen auf bestimmte Bereiche wie Photovoltaik oder Niederspannungsanlagen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Elektroanlagenmonteur benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik, Physik und Technik sind von Vorteil. Ein Abitur ist nicht erforderlich, aber auch kein Nachteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Elektroanlagenmonteure?
Elektroanlagenmonteure arbeiten hauptsächlich in Elektroinstallationsbetrieben, bei Energieversorgungsunternehmen sowie in der Industrie. Auch Unternehmen der Gebäude- und Haustechnik, des Anlagenbaus oder kommunale Versorgungsbetriebe beschäftigen diese Fachkräfte. Die Tätigkeiten finden sowohl auf Baustellen als auch in Produktions- und Versorgungsanlagen statt.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Elektromeister oder Elektrotechniker (Staatlich geprüfter Techniker) weiterzubilden. Über die Meisterausbildung eröffnet sich zudem der Weg in ein Hochschulstudium, etwa der Elektrotechnik oder Energietechnik. Auch Zusatzqualifikationen im Bereich Erneuerbare Energien oder Gebäudeautomation sind verbreitet.

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