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Recht und Öffentliche VerwaltungBBiG

Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste erschließen, verwalten und vermitteln Informationen in Bibliotheken, Archiven, Behörden oder Dokumentationsstellen. Sie katalogisieren Medien, recherchieren in Datenbanken und beraten Nutzer bei der Informationssuche. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Freude an Ordnung, digitalen Recherchesystemen und dem Umgang mit vielfältigen Medienformen – von historischen Akten bis zu digitalen Datenbanken.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste?

Morgens beginnt der Arbeitstag häufig mit der Bearbeitung neu eingegangener Medien: Bücher, Zeitschriften, Mikrofiche, digitale Datenträger oder Archivgut werden gesichtet, mit Signaturen versehen und in Systemen wie dem Bibliothekssystem ALEPH, BIBLIOTHECAplus oder einem DMS (Dokumentenmanagementsystem) erfasst. Dabei erfolgt die formale und inhaltliche Erschließung nach Regelwerken wie RDA (Resource Description and Access) sowie Klassifikationssystemen wie der Regensburger Verbundklassifikation (RVK). Nachmittags steht häufig der Nutzerdienst im Vordergrund: Fachangestellte beantworten Auskunftsanfragen am Informationsscounter, führen gezielte Rechercheaufträge in Datenbanken wie JSTOR, Juris oder dem OPAC durch und betreuen die Ausleihe oder Rückgabe von Medien. In Archiven werden Findmittel erstellt, Akten verzeichnet und Schutzfristen geprüft. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Bibliothekaren, Verwaltungsangestellten, IT-Abteilungen sowie Endnutzern aus Wissenschaft, Behörden oder der Öffentlichkeit.

Wo arbeitest du?

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste arbeiten vor allem in öffentlichen Bibliotheken (Stadtbibliotheken, Landesbibliotheken), wissenschaftlichen Bibliotheken (Universitätsbibliotheken, Deutsche Nationalbibliothek), Behörden- und Staatsarchiven, kommunalen Archiven sowie in der Dokumentation von Verlagen, Krankenhäusern, Forschungsinstituten oder Medienunternehmen. Bekannte Arbeitgeber sind z. B. das Bundesarchiv, die Bayerische Staatsbibliothek oder Landratsämter. Im öffentlichen Sektor herrscht deutlicher Fachkräftemangel, insbesondere im Bereich digitale Archivierung.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die Ausbildung fundierte Deutschkenntnisse, logisch-strukturiertes Denken und den sicheren Umgang mit EDV-Systemen voraussetzt. Wichtige Schulfächer sind Deutsch (für präzises Formulieren und Erschließen), Englisch (internationale Datenbanken und Fachbegriffe), Informatik sowie Geschichte (besonders für die Fachrichtung Archiv). Persönlich überzeugen Bewerber mit Sorgfalt, Ordnungssinn, Freude an Recherche und Systematik, Kommunikationsstärke im Nutzerkontakt sowie Interesse an analogen und digitalen Informationsmedien.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen der Medien- und Informationsarbeit vermittelt: Aufbau und Struktur von Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen, einfache Katalogisierung nach Formalerschließungsregeln, Grundlagen des Urheberrechts sowie der Medienkunde. Außerdem lernen Auszubildende den sicheren Umgang mit Büro- und Verwaltungssoftware. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte je nach gewählter Fachrichtung – Bibliothek, Archiv, Information und Dokumentation, Bildagenturen oder medizinische Dokumentation. Zentrale Lernfelder sind die inhaltliche Erschließung mit Normdateien (GND), Datenbankrecherche, Bestandspflege, Digitalisierung analoger Medien sowie rechtliche Grundlagen des Datenschutzes und Archivrechts. Im Vergleich zu Verwaltungsfachangestellten liegt der Schwerpunkt klar auf Informationsmanagement statt auf allgemeiner Verwaltung.

Medien- und InformationsdienstleistungenBeschaffen und Aufbereiten von InformationenWirtschafts- und SozialkundeDeutsch/KommunikationInformationstechnologie

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet Mitte des zweiten Ausbildungsjahres (ca. Ende des 3. Halbjahres) statt. Sie prüft schriftlich allgemeine Grundlagen der Medien- und Informationsarbeit sowie Wirtschafts- und Sozialkunde in etwa 90 Minuten. Die Abschlussprüfung (Teil 2) erfolgt am Ende des dritten Lehrjahres und gliedert sich in mehrere Prüfungsbereiche: Medien- und Informationsdienstleistungen (schriftlich, 120 Minuten, ca. 40 % Gewichtung), Beschaffen und Aufbereiten von Informationen (schriftlich, 90 Minuten, ca. 20 %), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, ca. 10 %) sowie eine praktische Arbeitsaufgabe mit anschließendem Fachgespräch (ca. 30–45 Minuten, ca. 30 % Gewichtung). In der praktischen Aufgabe bearbeiten Prüflinge eine reale Arbeitsaufgabe aus ihrer Fachrichtung, z. B. Erschließung eines Medienpaketes oder Erstellung eines Rechercheberichts. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mindestens mit ausreichend (50 Punkte auf der 100-Punkte-Skala) bewertet sein; ein Bereich darf nicht unter 30 Punkte fallen.

Prüfungsthemen

  • Formale und inhaltliche Erschließung von Medien (RDA, RVK, GND)
  • Datenbankrecherche und Informationsdienstleistungen
  • Bestandsaufbau, Bestandspflege und Medienverwaltung
  • Urheberrecht, Datenschutz und Archivrecht
  • Digitalisierung und digitales Dokumentenmanagement
  • Nutzerdienst, Auskunft und Informationsvermittlung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich Weiterbildungen zum Fachwirt für Medien- und Informationsdienste (IHK) oder zum Bibliothekar/Archivar über ein Studium (Bachelor of Arts Bibliotheks- und Informationswissenschaft, z. B. an der HU Berlin oder TH Köln) an. Technisch Interessierte können den Certified Records Manager (CRM) oder Weiterbildungen im Bereich Digitales Archivmanagement anstreben. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Abteilungsleiter im Bibliotheksdienst, leitender Dokumentar, Sachgebietsleiter in Behördenarchiven oder Informationsmanager in Unternehmen realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR brutto im Berufseinstieg auf bis zu 3.500–4.200 EUR brutto in Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst (TVöD EG 6–9).

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn eingereicht werden, da öffentliche Arbeitgeber früh planen. Die Bewerbungsmappe umfasst Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Schulzeugnisse der letzten zwei Jahre sowie ggf. Nachweise über Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten in Bibliotheken oder Archiven. Manche Arbeitgeber verlangen einen IHK-Einstellungstest oder einen hausinternen Test mit Aufgaben zu Rechtschreibung, Textverständnis und logischem Denken. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Motivation für den Beruf, Umgang mit Recherchesituationen und Kenntnisse über Mediensysteme abgefragt. Ausbilder überzeugen besonders Bewerber, die bereits Erfahrung als Bibliotheksnutzer mitbringen, strukturiert arbeiten und konkrete Kenntnisse über die jeweilige Einrichtung (Stadtarchiv, Universitätsbibliothek etc.) nachweisen können.

Ratgeber

Der Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Fachrichtung und Betrieb zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Berufseinsteiger können nach der Ausbildung mit einem Gehalt von ca. 2.200 Euro brutto monatlich rechnen.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es bei der Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste?
Die Ausbildung gliedert sich in fünf Fachrichtungen: Archiv, Bibliothek, Bildagentur, Information und Dokumentation sowie Medizinische Dokumentation. Die Wahl der Fachrichtung bestimmt den späteren Einsatzbereich und wird bereits zu Ausbildungsbeginn festgelegt.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung vorausgesetzt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschule) oder Abitur ein. In Bibliotheken und Archiven öffentlicher Träger wird häufig mindestens ein Realschulabschluss erwartet.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste arbeiten?
Mögliche Arbeitgeber sind öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, Stadtarchive, Bundesarchive, Krankenhäuser und Forschungseinrichtungen (Medizinische Dokumentation), Nachrichtenagenturen sowie Unternehmen mit eigenen Dokumentationsabteilungen. Viele Stellen sind im öffentlichen Dienst angesiedelt, es gibt aber auch Beschäftigungsmöglichkeiten in privaten Unternehmen und Verlagen.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten bestehen nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Fachwirt für Medien- und Informationsdienste möglich. Mit entsprechender Fachhochschulreife oder dem schulischen Äquivalent kann man auch ein Studium in Bibliotheks- und Informationsmanagement, Archivwissenschaft oder Informationswissenschaft aufnehmen; manche Hochschulen erkennen die Ausbildung dabei als Zulassungsvoraussetzung an.

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