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Recht und Öffentliche VerwaltungBBiG

Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung

Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung erheben, verarbeiten und analysieren Daten über Meinungen, Verhalten und gesellschaftliche Trends. Sie führen Befragungen durch, pflegen Datenbanken und bereiten Ergebnisse für Auftraggeber aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf. Der Beruf eignet sich für analytisch denkende Menschen mit Interesse an Statistik, Kommunikation und gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

550–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung?

Der Arbeitsalltag findet überwiegend im Büro statt, teils aber auch im Außendienst oder in Interviewzentren. Morgens werden aktuelle Projekte in Team-Meetings besprochen: Welche Befragungswellen laufen, welche Quoten noch zu erfüllen sind und ob technische Probleme mit dem CATI-System (Computer Assisted Telephone Interviewing) oder der Online-Befragungssoftware wie Unipark oder Confirmit bestehen. Anschließend werden Fragebögen auf Plausibilität geprüft, Stichprobenpläne kontrolliert und Intervieweranleitungen erstellt. Eine typische Morgenaufgabe: die Überprüfung eingehender Datensätze auf Vollständigkeit und Ausreißerwerte in SPSS oder Excel. Nachmittags erfolgen Dateneingabe, Codierung offener Antworten und die Aufbereitung von Rohdaten. Häufig werden Tabellen und Grafiken für Ergebnisberichte in PowerPoint oder Word erstellt. Man arbeitet eng mit Projektleitern, Statistikern, IT-Fachkräften sowie Auftraggebern aus der Wirtschaft oder dem öffentlichen Sektor zusammen.

Wo arbeitest du?

Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung arbeiten bei spezialisierten Marktforschungsinstituten wie Kantar, Ipsos, GfK, Forsa, Infratest dimap oder YouGov. Auch öffentliche Institutionen wie das Statistische Bundesamt, Sozialforschungsinstitute (z. B. infas, Sinus-Institut) und Unternehmensberatungen mit Research-Abteilungen beschäftigen diese Fachkräfte. Die Branche leidet unter einem wachsenden Fachkräftemangel, insbesondere bei Spezialisten für digitale Erhebungsmethoden und Datenanalyse.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein Realschulabschluss, da die Ausbildung solide Kenntnisse in Mathematik und Statistik sowie schriftliche Ausdrucksfähigkeit voraussetzt. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Deutsch, Informatik und Sozialwissenschaften. Persönlich sollte man analytisches Denkvermögen, Genauigkeit beim Umgang mit Zahlen und Datensätzen sowie Kommunikationsstärke für Kundenkontakt und Interviewerführung mitbringen. Interesse an gesellschaftlichen Themen, Neutralität bei der Datenerhebung und ein sorgfältiger Umgang mit vertraulichen Daten sind ebenfalls wichtige Eigenschaften.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Markt- und Sozialforschung im Mittelpunkt: Erhebungsmethoden (quantitativ/qualitativ), Grundbegriffe der Statistik, Datenschutz nach DSGVO, Büroorganisation sowie das Erstellen einfacher Fragebögen. Außerdem werden kaufmännische Grundlagen wie Rechnungswesen und Kommunikation vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertieft sich die Ausbildung: Stichprobenverfahren, Skalierungsmethoden (Likert, Semantisches Differential), Interviewer-Schulung und erste Auswertungen mit Software wie SPSS oder Excel. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen: komplexe Datenanalyse, Codierverfahren, Ergebnispräsentation, Kalkulation von Forschungsprojekten und Qualitätssicherung. Im Gegensatz zu Kaufleuten für Büromanagement liegt der Fokus klar auf empirischer Forschungsmethodik, Statistik und Befragungsdesign.

Methoden der Markt- und SozialforschungDatenerfassung und -auswertungAuftragsbearbeitung und ProjektmanagementWirtschafts- und SozialkundeDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung Teil 1 findet Mitte des zweiten Ausbildungsjahres (ca. Frühjahr) statt und umfasst schriftliche Aufgaben aus den Bereichen Erhebungsmethoden und Datenerfassung (120 Minuten). Die Abschlussprüfung Teil 2 findet am Ende des dritten Lehrjahres (Sommer/Winter) statt und besteht aus vier Bereichen: 'Markt- und Sozialforschung' (schriftlich, 150 Minuten, Gewichtung 30 %), 'Auftragsbearbeitung und kaufmännische Steuerung' (schriftlich, 120 Minuten, 20 %), 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 60 Minuten, 10 %) sowie einer praktischen 'Projektarbeit mit Präsentation und Fachgespräch' (Projektarbeit ca. 30 Stunden Bearbeitungszeit, Präsentation 15 Minuten, Fachgespräch 10 Minuten, zusammen 40 %). Teil 1 fließt mit 20 % in die Gesamtnote ein. Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis und in der Projektarbeit mindestens 50 Punkte von 100 erreicht werden. Ein Prüfungsbereich kann mit mindestens 30 Punkten kompensiert werden, sofern die übrigen Bereiche ausreichend sind.

Prüfungsthemen

  • Erhebungsmethoden (quantitativ und qualitativ)
  • Fragebogengestaltung und Skalierungsverfahren
  • Stichprobenplanung und -kontrolle
  • Datenerfassung, Codierung und Datenbereinigung
  • Statistische Auswertung mit SPSS/Excel
  • Kalkulation und kaufmännische Steuerung von Forschungsprojekten
  • Datenschutz (DSGVO) und Qualitätssicherung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung sind Weiterbildungen zum Fachwirt für Markt- und Sozialforschung (IHK) oder zum Statistiker möglich. Einschlägige Studiengänge sind Marktforschung, Wirtschaftspsychologie, Soziologie oder Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing, teils auch berufsbegleitend. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Projektleiter, Senior Research Manager oder Abteilungsleiter Feldforschung realistisch. Spezialisierungsrichtungen umfassen quantitative Online-Forschung, qualitative Methoden (Fokusgruppen, Tiefeninterviews), UX-Research oder politische Meinungsforschung. Das Gehalt steigt von ca. 2.200 EUR brutto beim Einstieg auf 3.500–5.000 EUR brutto in Führungspositionen.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (Spätsommer des Vorjahres, also ab September/Oktober) eingereicht werden, da viele Institute früh planen. Die Bewerbungsmappe sollte Anschreiben, Lebenslauf, aktuelle Zeugnisse und ggf. Praktikumsnachweise enthalten. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu gesellschaftlichen Themen, Mediennutzung und Meinungsbildung gestellt. Manche Institute setzen einen Einstellungstest mit Mathematik-, Logik- und Sprachaufgaben ein. Ausbilder überzeugt man besonders durch nachgewiesenes Interesse an Statistik oder Sozialwissenschaften, eine sorgfältige und strukturierte Arbeitsweise sowie die Bereitschaft, sensibel mit persönlichen Daten umzugehen. Kenntnisse in Excel oder erste Erfahrungen mit Umfragetools sind ein klarer Pluspunkt.

Ratgeber

Der Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 850 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung?
Die Ausbildung ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, vermittelt jedoch Kenntnisse in beiden Kernbereichen: Marktforschung (z. B. Konsumenten- und Wettbewerbsanalysen) und Sozialforschung (z. B. Meinungsumfragen, gesellschaftliche Studien). Je nach Ausbildungsbetrieb können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, etwa quantitative oder qualitative Erhebungsmethoden.
Welchen Schulabschluss braucht man für diese Ausbildung?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur ein. Da die Tätigkeit analytisches Denken und Kommunikationsstärke erfordert, werden gute Noten in Mathematik, Deutsch und ggf. Statistik bevorzugt.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung arbeiten?
Hauptarbeitgeber sind spezialisierte Markt- und Meinungsforschungsinstitute wie Kantar, GfK oder infas. Darüber hinaus bieten Unternehmen mit eigenen Marktforschungsabteilungen, Unternehmensberatungen, Verbände sowie öffentliche Einrichtungen und Ministerien Stellen an. Der Beruf ist damit sowohl im privatwirtschaftlichen als auch im öffentlichen Sektor vertreten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Absolventen können sich durch Fortbildungen zum Fachwirt für Markt- und Sozialforschung qualifizieren, was eine leitende Position ermöglicht. Mit Hochschulzugangsberechtigung oder über den Weg der Begabtenprüfung ist ein Studium in Bereichen wie Sozialwissenschaften, Statistik oder Wirtschaftspsychologie möglich. Außerdem bieten IHK und private Bildungsträger Zertifikatslehrgänge zu spezifischen Forschungsmethoden an.

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