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BauberufeBBiG

Feuerungs- und Schornsteinbauer

Feuerungs- und Schornsteinbauer errichten, sanieren und warten industrielle Feuerungsanlagen, Schornsteine und Abgasanlagen – von kleinen Hausschornsteinen bis hin zu gewerblichen Industrieschornsteinen mit mehr als 100 Metern Höhe. Das Besondere an diesem Nischenberuf ist die Kombination aus anspruchsvollem Maurerhandwerk, Kenntnissen über Abgastechnik und gelegentlicher Höhenarbeit. Er eignet sich für technisch interessierte, handwerklich begabte Menschen mit einem guten Sinn für Statik, die keine Scheu vor körperlich fordernden Einsätzen auf Gerüsten oder in engen Schächten haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

650–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Feuerungs- und Schornsteinbauer?

Der Arbeitstag beginnt meist auf der Baustelle, wo du gemeinsam mit deinem Trupp – in der Regel 2–4 Personen – Feuerungsanlagen und Schornsteinsysteme baust oder sanierst. Morgens werden Pläne geprüft, Materialien wie feuerfeste Schamottesteine, Hochtemperaturmörtel und Edelstahleinzüge vorbereitet und Gerüste aufgebaut. Du mauerst Schornsteine aus feuerfestem Material, setzt Stahlkonstruktionen und baust Abgasanlagen in Heizräumen ein. Dabei arbeitest du mit Winkelschleifern, Maurerkellen, Nivelliergeräten und Verbaugeräten. Am Nachmittag folgen oft Abdichtungsarbeiten, das Einbringen von Dämmung zwischen Schornsteinschale und Innenrohr sowie die Überprüfung des Zugverhaltens der Anlage. Bei Sanierungen werden Altschornsteine mit Edelstahlrohren ausgekleidet. Du arbeitest eng mit Installateuren für Heizungstechnik und dem Schornsteinfeger zusammen, der die Anlage abnimmt. Gelegentlich sind Einsätze auf hohen Industrieschornsteinen notwendig, was Schwindelfreiheit voraussetzt.

Wo arbeitest du?

Feuerungs- und Schornsteinbauer arbeiten vorwiegend in spezialisierten Fachbetrieben für Schornstein- und Feuerungsbau, etwa bei der ENGIE Schornsteintechnik oder regionalen Handwerksbetrieben im Bau- und Ausbaugewerbe. Weitere Arbeitgeber sind Unternehmen der Energiewirtschaft, Kraftwerksbetreiber und Industriebetriebe mit eigenen Feuerungsanlagen. Der Markt zeigt deutlichen Fachkräftemangel: Durch die Energiewende und den Austausch veralteter Heizungsanlagen ist die Nachfrage nach qualifizierten Schornsteinsanierern stark gestiegen.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da technisches Verständnis für Bauzeichnungen, Maßberechnungen und Materialkunde erforderlich ist. Wichtig sind gute Kenntnisse in Mathematik (Flächenberechnungen, Mischungsverhältnisse) und Physik (Thermodynamik, Druckverhältnisse). Persönliche Stärken sind handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt beim Arbeiten mit Maßtoleranzen im Millimeterbereich. Schwindelfreiheit ist bei Arbeiten auf Industrieschornsteinen unerlässlich. Körperliche Belastbarkeit und Teamfähigkeit auf der Baustelle runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen des Maurerhandwerks im Mittelpunkt: Mörtel anmischen, Mauerverbände herstellen, Schalungen aufbauen und einfache Betonarbeiten ausführen. Du lernst die Eigenschaften feuerfester Baustoffe wie Schamotte, Chamottemörtel und Hochtemperaturbeton kennen. Im zweiten Lehrjahr vertiefst du das Herstellen von Feuerungsanlagen und Schornsteinmauerwerk, lernst Stahlschornsteine zu montieren und Abgasleitungen nach DIN EN 1443 zu verlegen. Themen wie Zugverhalten, Abgastemperaturen und bauphysikalische Grundlagen kommen hinzu. Im dritten Lehrjahr liegt der Fokus auf komplexen Sanierungsmaßnahmen, dem Einziehen von Edelstahlsystemen, Dichtheitsprüfungen und dem Lesen anspruchsvoller technischer Zeichnungen. Im Vergleich zum Maurerberuf spezialisierst du dich stark auf feuerfeste Materialien und thermotechnische Zusammenhänge.

Feuerungs- und SchornsteintechnikWerkstoffe und MaterialbearbeitungSicherheit und BrandschutzBetriebswirtschaft und Kundenservice

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung wird als gestrecktes Verfahren von der zuständigen Handwerkskammer (HwK) durchgeführt. Prüfungsteil 1 findet nach etwa 18 Monaten Ausbildung statt und umfasst eine praktische Arbeitsprobe: Du mauerst innerhalb von rund fünf Stunden einen vorgegebenen Feuerungsabschnitt oder einen Schornsteinabschnitt aus feuerfesten Steinen nach Zeichnung auf – dabei werden Maßgenauigkeit, Materialauswahl und handwerkliche Sauberkeit bewertet. Prüfungsteil 2 findet am Ende der Ausbildung (nach 36 Monaten) statt. Er gliedert sich in einen praktischen Teil (Herstellung einer komplexen Feuerungsanlage oder Schornsteinsanierung, ca. 7–8 Stunden), einen schriftlich-technologischen Teil (Prüfungsbereiche: Feuerungs- und Schornsteinbau, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Technische Mathematik, je 90–120 Minuten) und ein abschließendes Fachgespräch (etwa 15 Minuten). Die praktische Prüfung und das Fachgespräch werden mit mindestens ausreichend (50 von 100 Punkten) bewertet, damit die Prüfung als bestanden gilt.

Prüfungsthemen

  • Feuerungsanlagen und Brennstoffversorgung
  • Schornstein- und Rauchgasanlagenbau
  • Wärmetechnik und Abgasmessung
  • Sicherheit, Brandschutz und baurechtliche Vorschriften
  • Energieeffizienz und Umweltschutz bei Heizungsanlagen

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist der erste Karriereschritt die Gesellenzeit mit wachsender Verantwortung als Vorarbeiter auf Baustellen. Mit etwa 3–5 Jahren Berufserfahrung kann der Meisterabschluss im Feuerungs- und Schornsteinbauerhandwerk angestrebt werden – dieser öffnet die Tür zur Betriebsleitung oder Selbstständigkeit. Alternativ bietet der staatlich geprüfte Bautechniker (Fachrichtung Hochbau) eine technische Weiterbildungsroute. An Fachhochschulen ist ein Studium im Bauingenieurwesen möglich, oft gefördert durch Meisterbonus-Programme der Länder. Nach 10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Bauleiter, Kalkulator oder technischer Betriebsleiter mit Gehältern ab 3.500 € brutto monatlich realistisch. Meister mit eigenem Betrieb können deutlich mehr erwirtschaften.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 9–12 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart, also spätestens bis Oktober des Vorjahres, eingereicht werden. Die Bewerbungsmappe enthält ein individuelles Anschreiben mit Bezug auf Bauprojekte oder handwerkliche Hobbys, einen tabellarischen Lebenslauf und die letzten beiden Schulzeugnisse. Betriebe achten im Vorstellungsgespräch auf handwerkliches Vorverständnis, technisches Interesse und körperliche Eignung. Einige Betriebe führen einen Einstellungstest zu Mathematik und räumlichem Denken durch. Besonders überzeugen Bewerber, die ein Praktikum auf einer Baustelle oder im Maurerhandwerk nachweisen können, Eigeninitiative zeigen und realistische Vorstellungen von der körperlich anspruchsvollen Außenarbeit mitbringen.

Ratgeber

Der Feuerungs- und Schornsteinbauer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Baubereich. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 650 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Feuerungs- und Schornsteinbauers?
Im Berufsfeld gibt es verschiedene Schwerpunkte, etwa Schornsteinbau, Industrieofenbau oder die Sanierung und Instandhaltung von Feuerungsanlagen. In der Praxis spezialisieren sich viele Betriebe auf bestimmte Bereiche wie gewerbliche Großfeuerungsanlagen oder den klassischen Hausschornsteinbau.
Welcher Schulabschluss wird für diese Ausbildung benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss. Gute Kenntnisse in Mathematik und handwerkliches Geschick sind von Vorteil, da technisches Verständnis und körperliche Belastbarkeit im Berufsalltag wichtig sind.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Feuerungs- und Schornsteinbauer?
Feuerungs- und Schornsteinbauer sind vor allem in spezialisierten Baubetrieben und Schornsteinbauunternehmen tätig. Darüber hinaus bieten Industriebetriebe mit eigenen Feuerungsanlagen, Energieversorgungsunternehmen sowie kommunale Versorger Beschäftigungsmöglichkeiten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Absolventen die Meisterprüfung im Schornsteinfeger- oder Maurerhandwerk ablegen und sich damit für leitende Positionen qualifizieren. Mit der entsprechenden Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen oder Versorgungstechnik möglich.

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