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MedienberufeBBiG

Film- und Videoeditor

Film- und Videoeditoren schneiden und montieren Bild- und Tonmaterial für Kino, Fernsehen, Online-Plattformen und Werbeproduktionen. Sie gestalten aus Rohmaterial erzählerisch und dramaturgisch schlüssige audiovisuelle Werke. Der Beruf verbindet technisches Fachwissen mit kreativem Gespür für Rhythmus, Bildsprache und Storytelling. Er eignet sich für Menschen mit Ausdauer, ästhetischem Feingefühl und Leidenschaft für bewegte Bilder.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

550–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2600 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Film- und Videoeditor?

Morgens beginnt der Arbeitstag häufig mit der Sichtung und Einordnung von Rohmaterial: Kameraaufnahmen, Audiospuren und Grafiken werden in Systemen wie Adobe Premiere Pro, Avid Media Composer oder DaVinci Resolve angelegt und strukturiert. Anschließend erfolgt der Aufbau eines ersten Rohschnitts, bei dem Szenen nach Drehbuch oder Konzept zusammengesetzt werden. Nachmittags werden Schnittversionen mit Regisseuren, Produzenten oder Redakteuren besprochen und überarbeitet. Dazu kommen die Integration von Musik, Sounddesign-Elementen, Bauchbinden oder Motion-Graphics-Dateien sowie die Farbkorrektur im Color-Grading-Workflow. Weitere Alltagsaufgaben sind die Verwaltung von Mediendateien in digitalen Asset-Management-Systemen, die Qualitätskontrolle von Exportdateien nach Sendernormen (z. B. EBU R128 für Lautstärke) sowie die Übergabe fertiger Schnittfassungen in verschiedenen Formaten wie H.264, ProRes oder MXF. Man arbeitet eng mit Kamerateams, Toningenieuren, Grafikern und Auftragggebern zusammen.

Wo arbeitest du?

Film- und Videoeditoren arbeiten in Postproduktionshäusern (z. B. Framepool, Achtung! GmbH), TV-Sendern (ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1), Online-Plattformen, Werbeagenturen mit eigenem Filmbereich sowie bei unabhängigen Dokumentarfilm- und Spielfilmproduktionsfirmen. Zunehmend sind sie auch bei YouTube-/Social-Media-Produktionsstudios und Corporate-Video-Agenturen gefragt. Fachkräftemangel ist in der Branche spürbar, besonders für Editoren mit DaVinci-Resolve- und Avid-Kenntnissen.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da das Verständnis für Dramaturgie, Medienrecht und technische Zusammenhänge ein solides Bildungsniveau erfordert. Wichtige Schulfächer sind Deutsch (Sprachgefühl, Drehbuchlesen), Informatik (Dateiformate, Datenverwaltung) und Kunst (Bildkomposition, Ästhetik). Persönlich wichtig sind Konzentrationsfähigkeit für mehrstündige Schnittsessions, ein ausgeprägtes Rhythmus- und Zeitgefühl, Kommunikationsstärke im Umgang mit Regisseuren sowie Stressresistenz bei engen Abgabedeadlines.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Filmgestaltung im Mittelpunkt: Schnitttheorie, Dramaturgie, Kameragrundlagen (Einstellungsgrößen, Bewegungen), Audiobasiswissen sowie die Einführung in Schnittsoftware wie Adobe Premiere Pro. Außerdem werden Urheberrecht, Medienrecht und betriebliche Abläufe vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Arbeit mit komplexen Schnittstrukturen, erlernen Farbkorrektur und Color Grading in DaVinci Resolve, Grundlagen des Sounddesigns und die Zusammenarbeit mit Compositing-Tools. Im dritten Lehrjahr folgt die Spezialisierung: Serienformate, Dokumentarfilm- oder Werbeschnitt, Advanced Audio-Mixing, medientechnische Ausgabestandards und Projektmanagement. Im Vergleich zur Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton liegt der Fokus weniger auf Aufnahmetechnik und stärker auf der gestalterischen Postproduktion.

Schnitt und PostproduktionMediengestaltung Bild und TonMedienwirtschaft und RechtDeutsch/KommunikationWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst eine schriftliche Prüfung von 120 Minuten zu Grundlagen der Bild- und Tongestaltung, Schnitttechnik sowie Medienrecht. Die Abschlussprüfung (Teil 2) gliedert sich in vier Bereiche: Erstens eine praktische Arbeitsaufgabe, bei der ein vorgegebenes Rohmaterial innerhalb von 7 Stunden zu einer fertigen Schnittfassung montiert wird (Gewichtung 50 %). Zweitens ein Fachgespräch von 15–20 Minuten über die Gestaltungsentscheidungen der Arbeitsaufgabe (Gewichtung 20 %). Drittens eine schriftliche Prüfung im Bereich 'Konzeption und Gestaltung' von 90 Minuten (Gewichtung 15 %). Viertens eine schriftliche Prüfung 'Wirtschafts- und Sozialkunde' von 60 Minuten (Gewichtung 15 %). Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte (von 100) erreicht werden; in der praktischen Arbeitsaufgabe darf kein Prüfungsbereich mit 0 Punkten abschließen.

Prüfungsthemen

  • Dramaturgie und Schnitttheorie (Montageformen, Rhythmus, Schnittfrequenz)
  • Bild- und Tongestaltung (Farbkorrektur, Color Grading, Audio-Mixing)
  • Medienrecht und Urheberrecht (Lizenzen, GEMA, Verwertungsrechte)
  • Postproduktions-Workflow und Dateiformate (ProRes, H.264, MXF, EBU-Normen)
  • Schnittsoftware und Systemkenntnisse (Avid Media Composer, Premiere Pro, DaVinci Resolve)
  • Projektmanagement und Kalkulation in der Medienproduktion
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Direkte Weiterbildungswege sind der Fachwirt für Medien- und Informationsdienste (IHK) sowie der Meister für Veranstaltungstechnik. Techniker-Abschlüsse im Bereich Medientechnik an Fachschulen öffnen Türen in Richtung Postproduktionsleitung. Ein Bachelorstudium Medienproduktion, Film & Fernsehen oder Medienwissenschaften ist ohne Abitur über Berufserfahrung möglich. Nach fünf bis zehn Jahren sind Positionen als leitender Cutter, Head of Post Production, Postproduktions-Supervisor oder Projektleiter in einer Produktionsfirma realistisch. Spezialisierungen auf VFX-Integration (After Effects, Nuke), Documentaries oder Werbung steigern den Marktwert. Das Monatsgehalt kann mit Berufserfahrung auf 3.800–5.500 € brutto steigen.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (September) abgesendet werden, da Produktionshäuser früh planen. Zur Bewerbungsmappe gehören Anschreiben, Lebenslauf und – besonders wichtig – eine Showreel-DVD oder ein Online-Portfoliolink mit eigenen Schnitt- oder Videoarbeiten, selbst wenn es Schulprojekte sind. Im Vorstellungsgespräch werden oft kurze Schnittaufgaben oder Fragen zur Filmanalyse gestellt. Ein IHK-Einstellungstest kann vorkommen. Ausbilder überzeugt, wer konkrete Lieblingsfilme oder -serien nennen und Schnittentscheidungen analysieren kann, bereits Grundkenntnisse in Adobe Premiere Pro oder DaVinci Resolve mitbringt und Teamfähigkeit in kreativen Prozessen glaubhaft belegt.

Ratgeber

Der Film- und Videoeditor ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 550 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.600 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Film- und Videoeditors?
Im Berufsalltag spezialisieren sich Film- und Videoeditoren häufig auf bestimmte Bereiche wie Spielfilm, Dokumentation, Werbung, Social-Media-Content oder Nachrichtenproduktion. Eine formale Fachrichtung innerhalb der Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, jedoch entwickeln sich Schwerpunkte meist durch den jeweiligen Ausbildungsbetrieb. Kenntnisse in bestimmter Schnittsoftware wie Adobe Premiere Pro, Avid oder DaVinci Resolve können ebenfalls eine Spezialisierungsrichtung vorgeben.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Film- und Videoeditor benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur. Ein Hauptschulabschluss kann in Einzelfällen ausreichen, wenn die Bewerbung durch praktische Erfahrungen oder ein überzeugendes Portfolio ergänzt wird. Kreativität, technisches Verständnis und Interesse an Bildsprache sind häufig wichtiger als formale Schulnoten.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Film- und Videoeditoren?
Film- und Videoeditoren finden Beschäftigung bei Filmproduktionsfirmen, Fernsehsendern, Werbeagenturen, Online-Medienunternehmen und Postproduktionsstudios. Auch Rundfunkanstalten wie ARD, ZDF oder private Sender wie RTL und ProSieben bilden aus. Zunehmend sind Stellen bei Streaming-Dienstleistern, YouTubeAgenturen und Corporate-Media-Abteilungen großer Unternehmen zu finden.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Meister im Bereich Medien oder ein Fachwirt im Medienbereich möglich. Mit entsprechender Berufserfahrung oder dem Abitur steht auch ein Studium in Fächern wie Medienwissenschaften, Film, Medienproduktion oder Kommunikationsdesign offen. Einige Hochschulen ermöglichen zudem über eine Eignungsprüfung den Studiumszugang auch ohne Abitur.

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