🧭AG
Alle BerufeBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Berufe
IT-BerufeBBiG

Gestalter für immersive Medien

Gestalter für immersive Medien entwickeln und produzieren interaktive Virtual-Reality-, Augmented-Reality- und Mixed-Reality-Erlebnisse. Sie verbinden kreatives 3D-Design mit technischer Programmierung und Audiovisueller Gestaltung. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Affinität zu Gaming, 3D-Kunst und Technologie, die an der Schnittstelle zwischen Kreativbranche und IT arbeiten möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–1050 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2700 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Gestalter für immersive Medien?

Morgens beginnt der Arbeitsalltag häufig mit Team-Meetings in agilen Entwicklungsumgebungen (Scrum, Kanban), bei denen Projektfortschritte besprochen werden. Anschließend modellieren Gestalter für immersive Medien dreidimensionale Objekte, Umgebungen und Charaktere in Software wie Autodesk Maya, Cinema 4D oder Blender. Texturen werden mit Adobe Substance Painter erstellt und auf 3D-Modelle angewendet. Nachmittags folgt oft die technische Integration in Echtzeit-Engines wie Unity 3D oder Unreal Engine 5, wo Interaktionslogiken per C# oder Blueprints programmiert werden. Für VR-Projekte werden Headsets wie Meta Quest 3 oder HTC Vive Pro getestet und Performance-Optimierungen vorgenommen, um stabile Bildraten zu gewährleisten. Typische Aufgaben sind beispielsweise das Erstellen eines virtuellen Messeauftritts für einen Industriekunden oder die Entwicklung einer AR-Trainingsanwendung für medizinisches Personal. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Mediengestaltern, Softwareentwicklern, Projektmanagern und Kunden aus Industrie, Werbung oder Bildung.

Wo arbeitest du?

Gestalter für immersive Medien arbeiten in VR/AR-Agenturen (z. B. Viscopic, Re'flekt, IOXP), Werbeagenturen mit Digitalfokus, Spieleentwicklungsstudios, Automobilkonzernen (BMW, Audi, Mercedes-Benz nutzen VR intensiv), Museen, Bildungseinrichtungen sowie der Medizintechnikbranche. Auch TV-Produktionsfirmen und Eventdienstleister setzen auf immersive Erlebnisse. Der Fachkräftemangel ist erheblich, da der Beruf erst seit 2023 staatlich anerkannt ist und Absolventen rar sind.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da Programmierung, räumliches Denken und Designtheorie fundiertes Basiswissen erfordern. Mit Abitur oder Fachhochschulreife bestehen bessere Chancen bei größeren Agenturen oder Industrieunternehmen. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Vektorrechnung, Trigonometrie), Informatik, Kunst und Technik. Persönlich sollten Bewerber räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität und Ausdauer beim Problemlösen mitbringen. Interesse an Gaming, Film, interaktiven Medien und ein Gespür für Benutzerfreundlichkeit und Ästhetik sind besonders wertvoll.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden Grundlagen der 2D- und 3D-Gestaltung, grundlegende Programmierkenntnisse (z. B. JavaScript, C#) sowie Medienwirtschaft und Urheberrecht vermittelt. Außerdem lernen Auszubildende den Umgang mit Grafikprogrammen wie Adobe Photoshop und Illustrator sowie erste Schritte in Unity oder Unreal Engine. Im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefen die Azubis die Echtzeit-3D-Produktion, Shader-Programmierung, Spatial Audio, Interaktionsdesign und die Optimierung für VR/AR-Hardware. Hinzu kommen Projektmanagement-Methoden, Kundenkommunikation und Usability-Testing immersiver Anwendungen. Die Ausbildung unterscheidet sich von der Mediengestaltung Digital und Print durch den starken Fokus auf Echtzeit-Engines, 6DoF-Interaktion (Six Degrees of Freedom) sowie spezialisiertes Hardware-Testing mit VR/AR-Brillen, was sie einzigartig unter den Medienausbildungsberufen macht.

Gestaltung immersiver MedienEchtzeit-Produktion und ProgrammierungMedientechnik und XR-HardwareMedienwirtschaft und ProjektmanagementWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung (Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung) findet im zweiten Ausbildungsjahr, etwa im 4. Semester, statt. Sie umfasst eine schriftliche Prüfung von 90 Minuten zu Grundlagen der 3D-Gestaltung, Medienproduktion und Programmierung sowie eine praktische Aufgabe von 180 Minuten, bei der eine einfache interaktive Szene in einer Echtzeit-Engine erstellt wird. Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des dritten Ausbildungsjahres statt. Folgende Prüfungsbereiche sind vorgesehen: - Gestaltung und Konzeption immersiver Medien (schriftlich, 90 Minuten, 20 %) - Produktion immersiver Medien (schriftlich, 90 Minuten, 20 %) - Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, 10 %) - Praktische Arbeitsaufgabe: Konzeption und Umsetzung eines immersiven Medienprojekts in Unity oder Unreal Engine (ca. 14–16 Stunden, 40 %) - Fachgespräch zur praktischen Aufgabe (20 Minuten, 10 %) Zum Bestehen muss in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte (ausreichend) erreicht werden. Der Prüfungsteil 1 geht mit 25 % in die Gesamtnote ein.

Prüfungsthemen

  • 3D-Modellierung und Texturierung (Blender, Maya, Substance Painter)
  • Echtzeit-Rendering und Shadergestaltung in Unity/Unreal Engine
  • Interaktionsprogrammierung mit C# oder Unreal Blueprints
  • VR/AR-Hardware-Integration und Performance-Optimierung
  • Konzeption und Storyboarding immersiver Erlebnisse
  • Spatial Audio und immersive Soundgestaltung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Medienrecht, Projektmanagement)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich Weiterbildungen zum Mediengestalter-Meister (HwK) oder zum Staatlich geprüften Techniker für Medientechnik an. Besonders attraktiv ist der Bachelor-Studiengang Medieninformatik, Game Design, Mediendesign oder Extended Reality (XR) an Hochschulen wie der Hochschule der Medien Stuttgart oder der HAW Hamburg. Für Führungsaufgaben qualifiziert ein Medienökonom oder Creative Director-Titel. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Lead-Artist, XR-Projektleiter, Art Director oder Gründer einer Medienagentur realistisch. Das Bruttoeinstiegsgehalt liegt bei ca. 2.400–3.000 EUR, erfahrene Spezialisten in VR/AR-Studios oder Automobilkonzernen erreichen 4.500–6.000 EUR monatlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten spätestens 9–12 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn (in der Regel 1. August oder 1. September) eingereicht werden. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf und Schulzeugnisse. Besonders wichtig ist ein persönliches Portfolio: eigene 3D-Renders, Blender-Projekte, Unity-Szenen oder Game-Mod-Projekte auf Plattformen wie ArtStation oder GitHub demonstrieren praktische Eignung eindrucksvoll. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu Lieblingstools, Spielgewohnheiten und kreativen Projekten gestellt. Manche Betriebe verlangen einen kleinen Designtest oder die Bearbeitung einer Kurzaufgabe in Blender oder Unity. Ausbilder überzeugt man durch Eigeninitiative, nachweisbare Projekte und Begeisterung für neue Technologien wie XR und KI-generierte Inhalte.

Ratgeber

Der Gestalter für immersive Medien ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 1.050 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.700 Euro brutto monatlich in diesem zukunftsorientierten IT- und Medienberuf.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen im Beruf Gestalter für immersive Medien?
Die Ausbildung umfasst Schwerpunkte in Bereichen wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR). Je nach Ausbildungsbetrieb können unterschiedliche Technologien und Anwendungsfelder wie 3D-Visualisierung, Echtzeit-Rendering oder interaktive Installationen im Vordergrund stehen. Eine formale Aufteilung in gesetzlich definierte Fachrichtungen gibt es nicht.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Gestalter für immersive Medien vorausgesetzt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Kenntnisse in Informatik, Mathematik und gestalterischen Fächern sind von Vorteil. Auch Hauptschulabsolventen mit entsprechendem Interesse und technischen Vorkenntnissen haben grundsätzlich Chancen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Gestalter für immersive Medien?
Mögliche Arbeitgeber sind Agenturen für digitale Medien und XR-Technologien, Spieleentwicklungsstudios, Werbeagenturen sowie Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Gesundheitswesen oder der Architektur. Auch Museen, Veranstaltungsdienstleister und Softwarehäuser setzen immersive Technologien ein. Der Beruf ist branchenübergreifend einsetzbar, da VR- und AR-Anwendungen in immer mehr Wirtschaftsbereichen Einzug halten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, ein Studium in Bereichen wie Medieninformatik, Game Design, Kommunikationsdesign oder Computer Science aufzunehmen, teils auch ohne Abitur über eine Eignungsprüfung. Darüber hinaus sind Weiterbildungen zum Technischen Fachwirt, Mediengestalter oder Projektmanager möglich. Zertifizierungen in spezifischen Technologien wie Unity oder Unreal Engine ergänzen das Profil zusätzlich.

Ähnliche Berufe in IT-Berufe

Kaufmann für Digitalisierungsmanagement

Kaufleute für Digitalisierungsmanagement planen, koordinieren und begleiten digitale Transformationsprojekte in Unternehmen. Sie analysieren Geschäftsprozesse, entwickeln IT-gestützte Lösungskonzepte und kommunizieren zwischen Fachabteilungen und IT-Teams. Der Beruf eignet sich für Menschen, die technisches Verständnis mit kaufmännischem Denken und Projektmanagement-Kompetenz verbinden möchten.

3 Jahre →

Technischer Assistent für Informatik

Der Technische Assistent für Informatik ist ein schulischer Ausbildungsberuf, der an Berufsfachschulen absolviert wird und fundierte Kenntnisse in Programmierung, Netzwerktechnik und Systemadministration vermittelt. Absolventen können IT-Systeme konfigurieren, Software entwickeln und technischen Support leisten. Der Beruf eignet sich für technikbegeisterte Jugendliche mit logischem Denkvermögen, die einen schnellen Einstieg in die IT-Branche anstreben.

2 Jahre →

Systeminformatiker

Systeminformatiker entwickeln und betreuen eingebettete Systeme sowie hardwarenahe Software, die in Maschinen, Steuerungen und elektronischen Geräten zum Einsatz kommen. Der Beruf verbindet Elektronik, Mikrocontroller-Programmierung und Softwareentwicklung auf einzigartige Weise. Er eignet sich für technikbegeisterte Menschen, die sowohl an Hardware als auch an Low-Level-Software arbeiten möchten und präzises, analytisches Denken mitbringen.

3 Jahre →

Kaufmann für IT-System-Management

Der Kaufmann für IT-System-Management verbindet betriebswirtschaftliches Know-how mit technischem IT-Verständnis. Er plant, beschafft und verwaltet IT-Systeme und -Dienstleistungen für Unternehmen und berät Kunden bei IT-Lösungen. Der Beruf eignet sich für Menschen, die sowohl zahlenaffin als auch technikbegeistert sind und gerne an der Schnittstelle zwischen Kundenservice, Einkauf und IT-Infrastruktur arbeiten.

3 Jahre →