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Systeminformatiker

Systeminformatiker entwickeln und betreuen eingebettete Systeme sowie hardwarenahe Software, die in Maschinen, Steuerungen und elektronischen Geräten zum Einsatz kommen. Der Beruf verbindet Elektronik, Mikrocontroller-Programmierung und Softwareentwicklung auf einzigartige Weise. Er eignet sich für technikbegeisterte Menschen, die sowohl an Hardware als auch an Low-Level-Software arbeiten möchten und präzises, analytisches Denken mitbringen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

700–1100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 3200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Systeminformatiker?

Morgens beginnt der Arbeitstag oft mit der Überprüfung von Entwicklungsboards und Testaufbauten im Labor. Du analysierst Fehlerprotokolle von Embedded-Systemen, liest Logdaten über serielle Schnittstellen (UART, SPI, I2C) aus und wertest Messsignale mit dem Oszilloskop oder Logikanalysator aus. Anschließend arbeitest du in der Entwicklungsumgebung – etwa Eclipse, MPLAB X oder IAR Embedded Workbench – an Firmware in C oder Assembler für Mikrocontroller wie ATmega, STM32 oder ESP32. Nachmittags stehen häufig Integrationstests auf der Agenda: Du flashst neue Firmware auf Zielhardware, führst Unit-Tests durch und dokumentierst Testergebnisse in Jira oder Confluence. Gemeinsam mit Elektronikentwicklern besprichst du Schaltplandetails in KiCad oder Eagle und stimmst Softwareanforderungen ab. Typische Beispielaufgaben sind die Implementierung eines CAN-Bus-Treibers für ein Steuergerät oder die Optimierung eines Echtzeit-Betriebssystems (RTOS) wie FreeRTOS hinsichtlich Speicherverbrauch. Du arbeitest in Büros, Laboren und Testumgebungen, eng mit Elektronikingenieuren, Projektleitern und Qualitätssicherungsteams zusammen.

Wo arbeitest du?

Systeminformatiker arbeiten vorwiegend in der Industrie: Automobilzulieferer (Bosch, Continental, ZF), Maschinenbau- und Automatisierungsunternehmen (Siemens, Beckhoff, Phoenix Contact), Medizintechnikfirmen (Dräger, Biotronik) sowie Luft- und Raumfahrtunternehmen (Airbus, Diehl Aviation). Auch spezialisierte Embedded-Software-Dienstleister und IoT-Startups stellen aus. Es besteht deutlicher Fachkräftemangel im Bereich Embedded Systems, was die Jobperspektiven sehr gut macht.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschule), da die Ausbildung mathematisch und technisch anspruchsvoll ist; viele Betriebe bevorzugen Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur. Besonders wichtig sind gute Kenntnisse in Mathematik und Physik. Persönlich solltest du logisch-analytisch denken können, Geduld beim Debuggen mitbringen, präzise und strukturiert arbeiten sowie Interesse an Hardware und Elektronik haben. Kenntnisse in einfacher Programmierung (Python, C) und Erfahrungen mit Elektronik-Bastelprojekten (Arduino, Raspberry Pi) sind ein großes Plus.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden elektrotechnische Grundlagen vermittelt: Schaltungstechnik, Löten, Messen mit Multimeter und Oszilloskop sowie grundlegende Programmierung in C. Du lernst, wie Mikroprozessoren und Mikrocontroller aufgebaut sind, und nimmst erste einfache Embedded-Programme in Betrieb. Im zweiten Lehrjahr vertiefst du die Softwareentwicklung für eingebettete Systeme, arbeitest mit Echtzeitbetriebssystemen (RTOS), Bus-Systemen (CAN, I2C, SPI, UART) und lernst Debugging-Techniken mit JTAG und In-Circuit-Debuggern kennen. Themen wie Speicherverwaltung, Interrupts und Treiberentwicklung stehen im Vordergrund. Im dritten Lehrjahr spezialisierst du dich auf Systemintegration, Qualitätssicherung, Sicherheitsanforderungen nach IEC 62443 oder ISO 26262 sowie auf Dokumentation nach Industriestandard. Im Vergleich zu Fachinformatikern liegt der Fokus deutlich auf Hardware-Software-Schnittstellen statt auf Applikations- oder Webentwicklung.

Lernfeld Embedded Systems / MikrocontrollerprogrammierungElektrotechnik und SchaltungstechnikSoftwareentwicklung und AlgorithmenNetzwerktechnik und IT-SystemeWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung Teil 1 (ehemals Zwischenprüfung) findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im April/Mai, statt. Sie umfasst einen schriftlichen Teil mit 90 Minuten zu Grundlagen der IT und Elektrotechnik sowie eine praktische Aufgabe von ca. 7 Stunden, bei der ein eingebettetes Teilsystem entwickelt und dokumentiert wird. Abschlussprüfung Teil 2 wird zum Ende des dritten Lehrjahres im Sommer (Juni/Juli) abgelegt. Sie besteht aus folgenden Prüfungsbereichen: - Praktische Arbeitsaufgabe (betriebliche Projektarbeit, ca. 8–10 Stunden, inklusive Dokumentation und Präsentation/Fachgespräch ca. 30 Minuten): Gewichtung 50 % - Systementwurf (schriftlich, 90 Minuten): Gewichtung 20 % - Funktions- und Systemanalyse (schriftlich, 90 Minuten): Gewichtung 20 % - Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten): Gewichtung 10 % Zum Bestehen müssen insgesamt mindestens 50 Punkte von 100 erreicht werden; kein Einzelbereich darf mit weniger als 30 Punkten abschließen. Das Fachgespräch zur Projektarbeit dauert maximal 30 Minuten.

Prüfungsthemen

  • Mikrocontroller-Architektur und Embedded-Hardware (Interrupts, Speicher, Peripherie)
  • Embedded-Softwareentwicklung in C (Treiber, RTOS, Speicherverwaltung)
  • Bus-Systeme und Kommunikationsschnittstellen (CAN, I2C, SPI, UART)
  • Systemintegration, Test und Debugging (JTAG, Logikanalysator, Oszilloskop)
  • Funktionale Sicherheit und Normen (IEC 62443, ISO 26262 Grundlagen)
  • IT-Sicherheit und Datenschutz in eingebetteten Systemen
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker – Fachrichtung Informatik oder Elektrotechnik möglich, alternativ zum Industriemeister Metall/Elektrotechnik IHK. Für den akademischen Weg bieten sich Studiengänge wie Embedded Systems, Technische Informatik oder Elektrotechnik (B.Eng./M.Eng.) an, oft berufsbegleitend oder als Verbundstudium. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Lead Embedded Engineer, Teamleiter Firmware-Entwicklung oder Systemarchitekt realistisch. Spezialisierungen auf Funktionaler Sicherheit (ISO 26262, IEC 61508), Cybersecurity (IEC 62443) oder IoT-Plattformentwicklung sind gefragt. Gehälter steigen von ca. 35.000 EUR im Einstieg auf 55.000–75.000 EUR als Senior Engineer.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsstart, also ab September/Oktober des Vorjahres, eingereicht werden, da viele Industrieunternehmen früh planen. Die Bewerbungsmappe sollte ein individuelles Anschreiben mit Bezug auf Elektronik- oder Programmierprojekte, einen tabellarischen Lebenslauf und aktuelle Schulzeugnisse enthalten. Viele Unternehmen setzen einen schriftlichen Einstellungstest ein, der Mathematik, Logik, technisches Verständnis und Englisch prüft; Übungsmaterial ist online verfügbar. Im Vorstellungsgespräch werden häufig praktische Fragen gestellt: Wie funktioniert ein Mikrocontroller? Was ist der Unterschied zwischen Prozessor und Mikrocontroller? Eigene Bastelprojekte mit Arduino oder ESP32 überzeugten Ausbilder regelmäßig. Grundkenntnisse in C und Begeisterung für Elektronik sollten klar kommuniziert werden.

Ratgeber

Der Systeminformatiker ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG, angesiedelt im IT-Berufsfeld. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 700 und 1.100 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 3.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es beim Systeminformatiker verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen?
Der Ausbildungsberuf Systeminformatiker ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können Schwerpunkte je nach Ausbildungsbetrieb variieren – etwa in der Entwicklung eingebetteter Systeme, der Automatisierungstechnik oder der Netzwerktechnik. Betriebe aus der Industrie und dem Anlagenbau legen häufig eigene inhaltliche Schwerpunkte fest.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Systeminformatiker benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Aufgrund der technisch-mathematischen Anforderungen sind gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Informatik von Vorteil. Einzelne Betriebe bilden auch mit Hauptschulabschluss aus, wenn die Leistungen entsprechend sind.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Systeminformatiker arbeiten?
Systeminformatiker werden vorwiegend in der Industrie eingesetzt, etwa im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungstechnik, der Elektronikfertigung oder bei Herstellern eingebetteter Systeme. Auch Unternehmen der Energieversorgung, der Medizintechnik und der Telekommunikation beschäftigen Systeminformatiker. Im Vergleich zu anderen IT-Berufen ist die Tätigkeit stärker hardwareorientiert.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Systeminformatiker?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Techniker oder Meister im IT-Bereich weiterqualifizieren oder die Prüfung zum geprüften Informatiker (IHK) ablegen. Mit dem Abitur oder einer Zugangsprüfung ist auch ein Studium in Informatik, Elektrotechnik oder Wirtschaftsinformatik möglich. Zudem bieten viele Hochschulen verkürzte Studiengänge für Absolventen einschlägiger Ausbildungsberufe an.

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