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Gesundheit, Körperpflege, SozialesBBiG

Gesundheits- und Krankenpfleger

Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen erkrankte, verletzte und pflegebedürftige Menschen in Krankenhäusern, Kliniken und spezialisierten Einrichtungen. Sie übernehmen eigenverantwortlich pflegerische Maßnahmen, assistieren bei ärztlichen Eingriffen und überwachen Vitalparameter. Der Beruf eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem Einfühlungsvermögen, naturwissenschaftlichem Interesse und der Fähigkeit, in stressigen Situationen besonnen zu handeln.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

1100–1400 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 3000 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Gesundheits- und Krankenpfleger?

Der Arbeitsalltag beginnt meist mit der Übergabe vom Nacht- zum Frühdienst, bei der Pflegedokumentation und Patientenstatus systematisch besprochen werden. Morgens stehen die Grundpflege (Waschen, Lagern, Mobilisieren), das Messen von Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und Temperatur sowie die Vergabe von Medikamenten nach ärztlicher Verordnung auf dem Programm. Verbandswechsel werden mit sterilen Instrumenten und Wundversorgungsmaterialien wie Hydrokolloid-Verbänden oder VAC-Systemen durchgeführt. Infusionen und Injektionen gehören ebenso zum Routineablauf. Nachmittags liegt der Schwerpunkt auf der Betreuung und psychosozialen Unterstützung der Patienten, Vorbereitung für diagnostische Maßnahmen wie Endoskopien oder Operationen sowie der Pflegedokumentation im EDV-System (z. B. Medico, SAP IS-H oder Orbis). Zusammengearbeitet wird täglich mit Ärzten, Physiotherapeuten, Sozialdienst, Ernährungsberatern und Angehörigen. Eine typische Aufgabe ist die prä- und postoperative Überwachung inklusive EKG-Monitoring.

Wo arbeitest du?

Hauptarbeitgeber sind Krankenhäuser und Kliniken aller Versorgungsstufen, von kommunalen Krankenhäusern bis zu Universitätskliniken wie der Charité Berlin oder dem Klinikum München. Weitere Arbeitgeber sind Rehabilitationskliniken, Dialysezentren, ambulante Pflegedienste, psychiatrische Einrichtungen und medizinische Versorgungszentren. Große Träger wie Helios, Asklepios, Sana und die kirchlichen Träger Caritas und Diakonie beschäftigen tausende Pflegefachkräfte. Es besteht ein erheblicher Fachkräftemangel, der Absolventen sehr gute Jobperspektiven bietet.

Voraussetzungen

Formell wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder ein gleichwertiger Abschluss verlangt; mit Hauptschulabschluss ist der Einstieg über eine vorherige Ausbildung als Pflegehelfer möglich. Wichtige Schulfächer sind Biologie, Chemie und Deutsch. Persönlich sollte man Empathie und emotionale Belastbarkeit mitbringen, da der Umgang mit schwer kranken und sterbenden Menschen zur täglichen Arbeit gehört. Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, körperliche Ausdauer für Schichtdienst sowie sorgfältige und präzise Arbeitsweise bei der Medikamentengabe sind unbedingt erforderlich.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden pflegerische Grundlagen vermittelt: Körperpflege, Lagerungstechniken, Grundlagen der Anatomie und Physiologie, Hygienemaßnahmen nach RKI-Richtlinien sowie erste Wundversorgung. Pflegetheorien nach Roper, Logan und Tierney oder Orem werden eingeführt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende ihre Kenntnisse in der Medikamentenlehre, Injektions- und Infusionstechnik, Pflege bei internistischen und chirurgischen Erkrankungen sowie psychiatrische Grundpflege. Das dritte Lehrjahr umfasst Spezialbereiche wie Intensivpflege, Onkologie, Geriatrie oder Pädiatrie sowie die Vorbereitung auf eigenverantwortliches Handeln. Im Gegensatz zur Altenpflege liegt der Schwerpunkt stärker auf akuten Krankheitsbildern, Notfallmanagement und medizinisch-technischen Maßnahmen. Berufsschule und Praxiseinsätze in verschiedenen Stationen wechseln sich ab.

Pflegewissenschaft und PflegeprozessAnatomie und PhysiologieKrankheitslehre (Pathologie)Medikamentenlehre und PharmakologieBerufs-, Gesetzes- und Staatskunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung gemäß Krankenpflegegesetz (KrPflG) bzw. seit 2020 zunehmend nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) als generalistisch ausgerichtete Pflegefachmann/Pflegefachfrau-Prüfung. Die Zwischenprüfung findet in der Mitte der Ausbildung (Ende 2. Lehrjahr) statt und umfasst eine schriftliche Leistungsüberprüfung (ca. 120 Minuten) zu Pflegegrundlagen. Die Abschlussprüfung besteht aus drei Teilen: einem schriftlichen Teil (drei Klausuren à 120 Minuten) zu den Bereichen Pflegeprozesse, medizinisch-pflegerisches Wissen und pflegewissenschaftliche Grundlagen (Gewichtung ca. 50 %), einem praktischen Teil mit einer Pflegesituation am realen Patienten (Vorbereitung 10 Minuten, Durchführung ca. 120 Minuten, Nachbesprechung 20 Minuten, Gewichtung ca. 35 %) sowie einem mündlichen Teil als Fachgespräch (ca. 30 Minuten, Gewichtung ca. 15 %). Zum Bestehen ist in jedem Prüfungsteil mindestens die Note 4,0 erforderlich. Bei der praktischen Pflegesituation wird eine vollständige Pflegeplanung inklusive Assessmentinstrumenten erwartet.

Prüfungsthemen

  • Pflegeprozess und Pflegeplanung (Assessment, Diagnose, Evaluation)
  • Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie häufiger Erkrankungen
  • Medikamentenlehre und Arzneimittelverabreichung
  • Hygiene und Infektionsprävention nach RKI-Richtlinien
  • Notfallmanagement und Reanimation (BLS/ALS)
  • Pflege bei chirurgischen und internistischen Erkrankungen
  • Pflegewissenschaft, Ethik und Recht in der Pflege

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen zahlreiche Weiterbildungen offen: Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie, Onkologie, Psychiatrie, OP-Dienst oder Pädiatrie (jeweils 2 Jahre berufsbegleitend). Die Weiterbildung zur Pflegefachkraft für leitende Funktionen (Stationsleitung) oder zum Pflegedienstleiter (PDL) qualifiziert für Führungsrollen. Hochschulische Wege umfassen Bachelor-Studiengänge wie Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder Pflegepädagogik. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Stationsleitung (ca. 3.800–4.500 EUR brutto), Pflegedienstleitung oder Qualitätsbeauftragter realistisch. Der Einstieg ins Studium ist auch ohne Abitur über die Berufsausbildung möglich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (meist Oktober oder April) eingereicht werden, da begehrte Kliniken frühzeitig besetzen. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis, Praktikumsnachweise (Pflegepraktikum von mindestens 2–4 Wochen ist sehr empfehlenswert) sowie ggf. Erste-Hilfe-Kurs-Zertifikat und Impfnachweise (Masern, Hepatitis B). Im Vorstellungsgespräch fragen Ausbilder typischerweise nach Motivation, Erfahrungen aus Pflegepraktika und dem Umgang mit belastenden Situationen. Manche Kliniken setzen einen Eignungstest mit Fragen zu Biologie, Textverständnis und Mathematik ein. Besonders überzeugen Bewerber, die konkrete Praktikumserfahrungen schildern können, Schichtbereitschaft signalisieren und echtes Interesse an medizinischen Zusammenhängen zeigen.

Ratgeber

Der Gesundheits- und Krankenpfleger ist ein 3-jähriger staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, der seit 2020 durch das Pflegeberufegesetz (PflBG) geregelt wird und unter BBiG fällt. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Träger und Lehrjahr zwischen 1.100 und 1.400 Euro monatlich. Berufseinsteiger verdienen nach der Ausbildung durchschnittlich ab 3.000 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege?
Nach der generalistischen Pflegeausbildung können sich Pflegefachkräfte in Bereichen wie Intensivpflege, Anästhesiepflege, Onkologie oder psychiatrische Pflege spezialisieren. Diese Spezialisierungen werden meist durch Fachweiterbildungen erworben, die in der Regel 2 Jahre dauern. Darüber hinaus gibt es Tätigkeitsschwerpunkte in der ambulanten Pflege, der pädiatrischen Pflege oder der Operationspflege.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger benötigt?
Formal wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) vorausgesetzt, jedoch nehmen manche Ausbildungsbetriebe auch Bewerber mit Hauptschulabschluss an, sofern diese eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens einjährige Ausbildung in der Pflegehilfe vorweisen können. In der Praxis bevorzugen viele Kliniken Bewerber mit Fachabitur oder Abitur, gesetzlich vorgeschrieben ist dies jedoch nicht.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Gesundheits- und Krankenpfleger?
Gesundheits- und Krankenpfleger sind hauptsächlich in Krankenhäusern und Kliniken aller Versorgungsstufen tätig. Weitere Arbeitgeber sind Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Rehakliniken, psychiatrische Einrichtungen sowie öffentliche Gesundheitsdienste. Auch in der Schulgesundheitspflege, bei Krankenkassen oder im medizinischen Verlagswesen gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, ein Pflegestudium (z. B. Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder Advanced Nursing Practice) an einer Fachhochschule oder Universität aufzunehmen, wobei die Ausbildung teilweise angerechnet werden kann. Darüber hinaus sind Fachweiterbildungen, z. B. zur Pflegedienstleitung oder in klinischen Fachgebieten, möglich. Wer Führungsverantwortung anstrebt, kann eine Weiterbildung zum Stationsleiter oder Pflegemanager absolvieren.

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