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Landwirtschaftliche BerufeBBiG

Landwirtschaftlich-technischer Assistent

Landwirtschaftlich-technische Assistenten unterstützen Agrarwissenschaftler und Landwirte bei Versuchs-, Analyse- und Laborarbeiten im Bereich Pflanzen- und Tierproduktion sowie Agrartechnik. Der Beruf verbindet praktische Laborarbeit mit Feldarbeit und ist ideal für naturwissenschaftlich interessierte Menschen, die Landwirtschaft und Forschung verknüpfen möchten. Typische Arbeitsorte sind Forschungsinstitute, Pflanzenzuchtunternehmen und landwirtschaftliche Untersuchungsämter.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Landwirtschaftlich-technischer Assistent?

Morgens beginnt der Arbeitsalltag häufig mit der Vorbereitung und Durchführung von Bodenprobenanalysen im Labor: Dazu werden Proben mit Geräten wie pH-Meter, Kjeldahl-Apparatur oder Gaschromatographen aufbereitet und ausgewertet. Im Gewächshaus werden Pflanzenkulturen kontrolliert, Versuchsparzellen dokumentiert und Wachstumsdaten in Datenbanksoftware wie PIAF oder Excel erfasst. Nachmittags arbeitet man häufig auf Versuchsfeldern: mit GPS-gestützten Messgeräten werden Ertragsparameter erhoben, Pflanzenproben für Nährstoffanalysen entnommen oder Schädlingsbefall nach standardisierten Boniturskalen bewertet. Typische Aufgaben sind außerdem die Präparation von Gewebeproben für mikroskopische Untersuchungen sowie die Auswertung statistischer Daten zu Saatgutversuchen. Man arbeitet eng mit Agrarwissenschaftlern, Pflanzenzüchtern und landwirtschaftlichen Betriebsleitern zusammen. Die Arbeitsumgebung wechselt regelmäßig zwischen Labor, Gewächshaus und Freiland.

Wo arbeitest du?

Landwirtschaftlich-technische Assistenten arbeiten überwiegend bei staatlichen Forschungseinrichtungen wie dem Julius Kühn-Institut, den Landesanstalten für Landwirtschaft oder dem Thünen-Institut. Bedeutende private Arbeitgeber sind Pflanzenzuchtunternehmen wie KWS, Syngenta oder Bayer CropScience sowie landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA). Auch Umweltlabore, Saatgutprüfstellen und größere Agrarbetriebe mit eigenem Versuchswesen beschäftigen LTA. Fachkräftemangel ist in diesem Bereich erkennbar, besonders bei öffentlichen Forschungsinstitutionen.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens der mittlere Schulabschluss (Realschulabschluss), da naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Chemie und Mathematik intensiv genutzt werden. Gute Kenntnisse in diesen Fächern sind essenziell, da Laboranalysen präzises rechnerisches und chemisches Grundverständnis erfordern. Persönlich sollten Bewerber Freude an naturwissenschaftlichem Arbeiten, Sorgfalt und Genauigkeit bei der Dokumentation, körperliche Belastbarkeit für Feldarbeit sowie Interesse an Umwelt- und Landwirtschaftsthemen mitbringen. Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind im Laborumfeld besonders wichtig.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Pflanzen- und Tierbiologie, Bodenkunde sowie allgemeine Labortechniken im Vordergrund: Umgang mit Mikroskopen, Pipetten, Zentrifugen und einfachen Analysegeräten, Sicherheitsvorschriften im Agrarlabor sowie Grundlagen der Düngung und Bodenbewertung. Im zweiten Lehrjahr erfolgt die Vertiefung in Pflanzenschutz, Saatgutprüfung und mikrobiologische Methoden; außerdem werden statistische Auswertungsverfahren und Grundlagen der Agrartechnik vermittelt. Im dritten Lehrjahr spezialisieren sich Auszubildende auf Versuchsmethodik, Qualitätssicherung nach DIN/ISO-Normen, Tierernährungsanalysen oder Umweltanalytik. Anders als Landwirte arbeiten LTA nicht primär betriebswirtschaftlich oder produktionsorientiert, sondern wissenschaftlich-analytisch und dokumentationsorientiert.

PflanzenproduktionTierproduktionAgrarlabortechnik und ChemieAgrartechnik und VersuchswesenWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst einen schriftlichen Teil (120 Minuten) mit Fragen zu Grundlagen der Pflanzen- und Tierproduktion, Labortechnik und Bodenkunde sowie eine praktische Laboraufgabe (ca. 90 Minuten). Die Abschlussprüfung (Teil 2) erfolgt im dritten Lehrjahr und gliedert sich in vier Bereiche: Praktische Arbeitsaufgabe im Labor oder auf dem Versuchsfeld (ca. 180 Minuten, Gewichtung 40 %), Schriftliche Prüfung Pflanzenproduktion/Tierproduktion (120 Minuten, 20 %), Schriftliche Prüfung Agrartechnik und Versuchswesen (90 Minuten, 20 %) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 %) und ein abschließendes Fachgespräch zur praktischen Aufgabe (15 Minuten, 10 %). Zum Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 von 100 Punkten erforderlich; bei Unterschreitung in einem schriftlichen Bereich kann das Fachgespräch kompensieren, sofern die Gesamtleistung ausreichend ist.

Prüfungsthemen

  • Pflanzenproduktion und Pflanzenschutz
  • Tierproduktion und Tierernährung
  • Bodenkunde und Düngung
  • Laboranalytik und Versuchsmethodik
  • Agrartechnik und Versuchswesen
  • Qualitätssicherung und Dokumentation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich Weiterbildungen zum Techniker Fachrichtung Landbau (Fachschule für Technik, 2 Jahre) oder zum Meister in der Landwirtschaft (IHK/LWK) an. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist ein Studium der Agrarwissenschaften, Agrobiologie oder Umweltwissenschaften (B.Sc.) möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Laborleiter, Versuchsleiter in Zuchtunternehmen oder Teamleiter in Untersuchungsämtern realistisch. Spezialisierungen sind in der Pflanzenzüchtung, Bodenanalytik, Pflanzenschutzdiagnostik oder landwirtschaftlichen Umweltanalytik möglich. Das Gehalt steigt mit Weiterbildung von rund 2.200 EUR auf 3.200–4.000 EUR brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem geplanten Ausbildungsstart eingereicht werden, da viele Stellen bei Forschungseinrichtungen und Zuchtunternehmen früh besetzt werden. Die Bewerbungsmappe sollte Anschreiben, Lebenslauf, Schulzeugnisse (besonders Noten in Biologie, Chemie, Mathematik) und ggf. Nachweise über Praktika in landwirtschaftlichen Betrieben oder Laboren enthalten. Im Vorstellungsgespräch werden oft Fragen zur Motivation für naturwissenschaftliche Arbeit, zum Interesse an Landwirtschaft und zur Belastbarkeit bei Außenarbeiten gestellt. Einige Institutionen setzen einen schriftlichen Eignungstest mit naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen ein. Eigene Praktikumserfahrungen im Agrarlabor, in Gärtnereien oder bei Umweltuntersuchungsämtern sowie nachweisbares Interesse an biologischen oder chemischen Zusammenhängen überzeugen Ausbilder besonders.

Ratgeber

Der Landwirtschaftlich-technische Assistent ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Landwirtschaftlich-technischen Assistenten?
Je nach Ausbildungsbetrieb und Region können Schwerpunkte in Bereichen wie Pflanzenbau, Tierproduktion oder Agrartechnik gesetzt werden. Einige Betriebe bieten zudem spezialisierte Einblicke in ökologische Landwirtschaft oder Laboranalytik im agrarwissenschaftlichen Bereich.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Landwirtschaftlich-technischen Assistenten benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch bevorzugen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Realschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss. Auch Hauptschulabsolventen haben grundsätzlich Chancen auf einen Ausbildungsplatz, wenn sie naturwissenschaftliche Neigungen mitbringen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Landwirtschaftlich-technische Assistenten?
Absolventen finden Beschäftigung in landwirtschaftlichen Betrieben, Agrarforschungsinstituten, Pflanzenschutzmittelbehörden sowie in der Lebensmittel- und Saatgutindustrie. Auch Behörden wie Landesämter für Landwirtschaft oder Beratungsorganisationen stellen Fachkräfte aus diesem Berufsfeld ein.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Agrartechniker oder zum Wirtschafter für Landbau möglich. Mit entsprechender Berufserfahrung oder dem Erwerb der Fachhochschulreife kann auch ein Studium in Agrarwissenschaften, Agrartechnik oder einem verwandten Fachbereich aufgenommen werden.

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