Straßenbauer errichten und sanieren Verkehrswege wie Fahrbahnen, Gehwege, Radwege, Parkplätze und Plätze. Der Beruf verbindet körperliche Arbeit im Freien mit dem Einsatz schwerer Maschinen und präzisen handwerklichen Techniken. Er eignet sich für Menschen, die gerne draußen arbeiten, ein Interesse an Bau- und Tiefbautechnik haben und keine Scheu vor körperlicher Belastung sowie Witterungseinflüssen mitbringen.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
650–950 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2200 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Der Arbeitsalltag eines Straßenbauers spielt sich überwiegend auf Baustellen im Freien ab – auf Straßen, Kreuzungen, Radwegen oder Betriebsgeländen. Morgens beginnt die Schicht mit der Vorbereitung der Baustelle: Absperrungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen werden aufgestellt, Maschinen wie Baggern, Walzen, Asphaltfertigern und Verdichtungsgeräten werden gewartet und eingewiesen. Anschließend erfolgen Erdarbeiten mit dem Hydraulikbagger sowie das Einbauen von Unterbau- und Tragschichten aus Schotter oder Kies. Nachmittags wird häufig Asphalt mit dem Asphaltfertiger eingebaut und mithilfe von Tandemwalzen oder Gummiradwalzen verdichtet. Weitere typische Aufgaben sind das Verlegen von Bordsteinen und Pflastersteinen mit Ausricht- und Nivelierlaser sowie das Herstellen von Entwässerungsrinnen und das Einbauen von Straßenabläufen. Enge Zusammenarbeit besteht mit Polieren, Bauleitern, Maschinenführern sowie Mitarbeitern von Versorgungsunternehmen, die parallel Leitungen verlegen. Auch Winterdienst und Straßenunterhaltungsarbeiten gehören zum Aufgabenspektrum.
Straßenbauer arbeiten überwiegend in kleinen und mittelständischen Tiefbau- und Straßenbauunternehmen sowie bei großen Baukonzernen wie STRABAG, HOCHTIEF, Eurovia oder Berger Bau. Daneben sind kommunale Bauhöfe und Stadtwerke mögliche Arbeitgeber. Der Beruf ist dem Handwerk zugeordnet (HwK), wird aber auch in Industriebetrieben des Baugewerbes ausgeübt. In Deutschland herrscht erheblicher Fachkräftemangel, insbesondere in Ballungsräumen und beim qualifizierten Maschinenführernachwuchs.
Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, idealerweise ein Realschulabschluss für ein besseres Verständnis technischer Zeichnungen und Berechnungen. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Flächen- und Volumenberechnungen), Physik (Verdichtung, Kräfte) und Werken/Technik. Persönlich sollte man körperlich belastbar und witterungsresistent sein, da die Arbeit ganzjährig im Freien stattfindet. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind besonders wichtig. Interesse an Maschinen und Fahrzeugen sowie ein Gefühl für Präzision beim Nivellieren und Verlegen von Belägen sind von Vorteil.
Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen des Tiefbaus im Mittelpunkt: Arbeitssicherheit auf Baustellen, Vermessungsgrundlagen mit Nivelliergerät und Theodolit, Einbauen von Bettungs- und Tragschichten sowie grundlegende Bedienung von Kleingeräten wie Rüttelplatte und Verdichtungswalze. Außerdem werden Kenntnisse zu Baustoffen wie Asphalt, Beton, Schotter und Pflastermaterialien vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende Asphaltarbeiten (Heißasphalt, Kaltasphalt), Pflasterarbeiten mit Naturstein und Betonstein sowie den Einbau von Bord- und Rinnensteinen. Dazu kommen Entwässerungstechniken und Erdarbeiten mit größeren Maschinen. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialkenntnisse in Oberbaukonstruktionen, Qualitätsprüfungen (Verdichtungsgrad, Ebenheitsmessung), Kalkulation einfacher Bauleistungen und Arbeitsvorbereitung. Im Vergleich zu Tiefbaufacharbeitern liegt der Fokus klar auf Verkehrsflächen statt auf Kanal- oder Rohrleitungsbau.
Die Abschlussprüfung im Straßenbau ist eine gestreckte Abschlussprüfung (GAP) nach BBiG und besteht aus Teil 1 und Teil 2. Teil 1 (Zwischenprüfung) findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im Januar/Februar, statt. Er umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe von 6 Stunden (z.B. Pflasterarbeiten oder Einbau von Bord- und Rinnensteinen herstellen) sowie eine schriftliche Prüfung von 120 Minuten zu technologischen Grundlagen. Teil 1 fließt mit 40 Prozent in die Gesamtnote ein. Teil 2 findet im dritten Lehrjahr, meist im April/Mai, statt. Er besteht aus einer praktischen Arbeitsaufgabe von 7 Stunden (z.B. Asphaltdecke einbauen, Entwässerungsanlage herstellen), einem Fachgespräch von 15 Minuten sowie zwei schriftlichen Prüfungen: 'Straßenbauarbeiten' (120 Minuten) und 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (60 Minuten). Teil 2 ist mit 60 Prozent gewichtet. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mindestens mit 50 Punkten (ausreichend) abschließen; kein Bereich darf ungenügend sein.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung können Straßenbauer den Vorarbeiter-Lehrgang oder den Straßenbau-Meister (HwK/IHK) absolvieren und damit in die Polier- oder Bauleiterposition aufsteigen. Ein weiterer Weg führt über den staatlich geprüften Bautechniker (Fachschule, 2 Jahre) zur Projektplanung. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist ein Studium zum Bachelor of Engineering Bauingenieurwesen möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Polier (ca. 3.200–3.800 €/Monat), Bauleiter (ca. 4.000–5.500 €/Monat) oder Niederlassungsleiter in Straßenbauunternehmen erreichbar. Spezialisierungen bestehen in den Bereichen Asphalt-, Pflaster- oder Markierungstechnik.
Bewerbungen sollten idealerweise 12 bis 18 Monate vor dem geplanten Ausbildungsstart, also ab Herbst des vorangehenden Jahres, eingereicht werden, da viele Betriebe frühzeitig planen. Die Bewerbungsmappe sollte ein Anschreiben mit Bezug auf konkrete Tätigkeiten im Straßenbau, einen tabellarischen Lebenslauf sowie Kopien der letzten Zeugnisse enthalten. Ein Praktikumszeugnis aus dem Tiefbau oder Garten- und Landschaftsbau ist ein deutlicher Pluspunkt. Im Vorstellungsgespräch fragen Ausbilder nach handwerklicher Erfahrung, Motivation für Außenarbeit und körperlicher Fitness. Technische Eignungstests (Grundrechenarten, Flächenberechnungen) können vorkommen. Wer zeigt, dass er mit Maschinen und Fahrzeugen umgehen kann, einen Führerschein anstrebt und teamorientiert arbeitet, überzeugt besonders.
Ratgeber
Der Straßenbauer ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG im Berufsfeld Bauberufe. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 650 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.
Maler und Lackierer
Maler und Lackierer gestalten und schützen Oberflächen an Gebäuden, Fahrzeugen und Gegenständen. Sie tragen Farben, Lacke, Putze und Tapeten auf, führen Dämmarbeiten durch und setzen dekorative Gestaltungskonzepte um. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen mit Gespür für Farben, Ästhetik und Materialien, die gerne sowohl im Außen- als auch Innenbereich arbeiten.
3 Jahre →
Ausbaufacharbeiter
Der Ausbaufacharbeiter ist ein zweijähriger Grundlagenberuf im Bauhandwerk, der auf Innenausbau und Ausbauarbeiten spezialisiert ist. Er bildet die Basis für weiterführende Fachberufe wie Trockenbaumonteur, Estrichleger oder Bodenleger. Der Beruf eignet sich für handwerklich begabte Jugendliche, die präzise arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen und Freude an der Gestaltung von Innenräumen haben.
2 Jahre →
Bühnenmaler und -plastiker
Bühnenmaler und -plastiker gestalten Bühnenbilder, Kulissen und dreidimensionale Dekorationselemente für Theater, Oper, Film und Fernsehen. Sie verbinden handwerkliches Können mit künstlerischem Ausdruck – von der großformatigen Malerei auf Bühnenmolton bis zur Herstellung von Styropor-Säulen oder Gips-Reliefs. Der Beruf ist ein seltenes Nischenhandwerk mit HwO-Zuordnung und wird an wenigen spezialisierten Betrieben ausgebildet. Er eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem Kunstsinn, räumlichem Vorstellungsvermögen und Freude an handwerklicher Präzision.
3 Jahre →
Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie
Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie steuern und überwachen industrielle Anlagen zur Herstellung von Baustoffen wie Zement, Kalk, Gips, Beton, Naturstein oder Schotter. Der Beruf verbindet Maschinentechnik mit Verfahrenstechnik und Qualitätskontrolle. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die gerne mit großen Maschinen und automatisierten Prozessanlagen arbeiten.
3 Jahre →