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Textil- und BekleidungsberufeBBiG

Technischer Konfektionär

Technische Konfektionäre fertigen und verarbeiten technische Textilien und Konfektionsartikel wie Planen, Schutzbekleidung, Airbags, Filtermaterialien oder Industrieschläuche. Sie kombinieren handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis für Materialien und Fertigungsprozesse. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Interesse an Textiltechnik, präziser Handarbeit und industrieller Fertigung.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–800 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Technischer Konfektionär?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Produktionshalle oder Werkstatt mit der Überprüfung der Maschinen und Materialien. Technische Konfektionäre rüsten Industrie-Nähmaschinen (z. B. Langarm-, Flachbett- oder Heißnahtmaschinen), CNC-gesteuerte Zuschneideanlagen sowie Schweiß- und Klebegeräte für Kunststoffbeschichtungen ein. Sie lesen technische Zeichnungen und Schablonen, schneiden Zuschnitte aus Hochleistungstextilien wie Polyester-Geweben, Glasfasermatten oder PVC-Planen und fügen diese durch Nähen, Schweißen oder Kleben zusammen. Nachmittags werden Qualitätskontrollen durchgeführt: Nähte werden auf Festigkeit geprüft, Maße mit Messschieber oder Bandmaß kontrolliert und fertige Produkte auf Funktionsfähigkeit getestet. Beispielaufgaben sind die Herstellung einer maßgefertigten LKW-Plane aus beschichtetem Gewebe oder das Konfektionieren von Schutzanzügen für die Chemiebranche. Die Arbeit erfolgt oft im Team mit Zuschneidern, Qualitätsprüfern und Produktionsplanern.

Wo arbeitest du?

Technische Konfektionäre arbeiten vorwiegend in mittelständischen und großen Industriebetrieben der Technischen Textilindustrie: Hersteller von LKW-Planen (z. B. Schmitz Cargobull), Airbag-Produzenten (z. B. Autoliv, Joyson Safety Systems), Schutzkleidungshersteller (z. B. Uvex, Dräger), Zeltbauer, Markisenhersteller und Filterhersteller. Auch Automotive-Zulieferer und Luft- und Raumfahrtunternehmen beschäftigen Fachkräfte. In dieser Nischenbranche herrscht ausgeprägter Fachkräftemangel.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, idealerweise ein Realschulabschluss, da die Ausbildung technische Grundkenntnisse in Physik (Materialeigenschaften, Kräfte), Mathematik (Flächen- und Längenberechnungen) und Chemie (Beschichtungsstoffe) erfordert. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Physik, Chemie und Technik. Personen, die gerne präzise mit den Händen arbeiten, Geduld beim Bedienen von Maschinen mitbringen, räumliches Vorstellungsvermögen für technische Zeichnungen haben und Freude an der Arbeit mit Materialien wie Geweben, Folien und Kunststoffen zeigen, sind besonders geeignet.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen textile Grundlagen im Mittelpunkt: Eigenschaften und Unterschiede von Natur-, Chemiefaser- und Hochleistungstextilien, Bedienung von Industrie-Nähmaschinen, Grundtechniken des Zuschneidens sowie Arbeitssicherheit im Umgang mit Maschinen und Chemikalien. Im zweiten Lehrjahr werden Kenntnisse über Beschichtungs- und Laminierverfahren, Schweiß- und Klebetechniken (Heißluft-, Hochfrequenz-, Ultraschallschweißen) sowie das Lesen und Umsetzen technischer Zeichnungen und Schnittmuster vertieft. Qualitätssicherung nach DIN-Normen und Prüfverfahren für technische Textilien gewinnen an Bedeutung. Im dritten Lehrjahr folgt die Spezialisierung nach Fachrichtung: Plane und Markise, Schutzausrüstung oder Fahrzeuginnenausstattung. Im Unterschied zu Maßschneidern oder Bekleidungsnähern arbeiten Technische Konfektionäre ausschließlich mit technischen Funktionsartikeln und industriellen Großserien.

TextiltechnologieKonfektionstechnikFertigungs- und BetriebstechnikQualitätssicherungWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Sie umfasst einen schriftlichen Teil (120 Minuten) mit Fragen zu Textiltechnologie, Maschinenkunde und Arbeitssicherheit sowie eine praktische Aufgabe (60 Minuten), bei der ein einfaches Bauteil gefertigt wird. Die Abschlussprüfung gliedert sich in einen praktischen und einen schriftlichen Teil. Die praktische Prüfung (Teil 1) besteht aus einer Arbeitsaufgabe (6 Stunden), in der ein komplexes technisches Konfektionsprodukt eigenständig geplant und hergestellt wird; sie wird mit 50 % gewichtet. Der schriftliche Teil (Teil 2) umfasst drei Prüfungsbereiche: Technologie der Konfektionstechnik (120 Minuten, 20 %), Fertigungs- und Betriebstechnik (90 Minuten, 20 %) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 %). Zum Bestehen müssen in der Gesamtbewertung mindestens 50 von 100 möglichen Punkten erreicht werden; kein Prüfungsbereich darf mit weniger als 30 Punkten abgeschlossen werden. Ein gesondertes Fachgespräch ist in der Standardprüfungsstruktur nicht vorgesehen.

Prüfungsthemen

  • Textilkunde und Materialprüfung (Faser-, Garn- und Flächengebilde)
  • Maschinenkunde: Industrie-Nähmaschinen, Schweiß- und Klebeanlagen
  • Zuschnitt und Schablonentechnik nach technischen Zeichnungen
  • Fügetechniken: Nähen, Heißluftschweißen, Hochfrequenzschweißen, Kleben
  • Qualitätssicherung und Prüfverfahren für technische Textilien
  • Fertigungs- und Arbeitsvorbereitung in der Konfektionstechnik
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung als Industriemeister Textil (IHK) oder Techniker Fachrichtung Textiltechnik (staatlich anerkannt), die Führungsaufgaben in Produktion und Arbeitsvorbereitung ermöglichen. Der Fachwirt Textilwirtschaft (IHK) öffnet Türen in kaufmännisch-technische Bereiche. Passende Studiengänge sind Textiltechnologie (B.Eng.), Technisches Produktdesign oder Werkstofftechnik. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Schichtleiter, Produktionsleiter oder technischer Leiter in Konfektionsbetrieben realistisch. Spezialisierungen auf Airbag-Systeme (Automobilzulieferer), Medizintextilien, Geotextilien oder textile Schutzausrüstung (PSA) steigern das Gehalt auf 3.000–4.500 EUR brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Die Bewerbung sollte 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsbeginn (Ausbildungsstart meist August/September) erfolgen, da Ausbildungsplätze in diesem Nischenberuf begrenzt sind. Die Bewerbungsmappe enthält Anschreiben, Lebenslauf, aktuelles Schulzeugnis sowie ein Praktikumszeugnis aus einem handwerklichen oder textiltechnischen Betrieb. Im Vorstellungsgespräch werden praktisches Verständnis für Materialien, handwerkliches Geschick und Motivation für die Textiltechnik abgefragt. Manche Betriebe führen einfache Eignungstests durch: Feinmotorik-Tests (Nadel einfädeln, Maße anzeichnen), Technisches Verständnis und Grundrechenaufgaben mit Maßeinheiten. Besonders überzeugen Bewerber, die Interesse an technischen Werkstoffen nachweisen, Erfahrungen mit Nähen oder Modellbau mitbringen und Sorgfalt sowie Ausdauer bei manuellen Tätigkeiten betonen.

Ratgeber

Der Technische Konfektionär ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 500 und 800 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Fachrichtungen gibt es beim Technischen Konfektionär?
Die Ausbildung zum Technischen Konfektionär kann in verschiedenen Fachrichtungen absolviert werden, darunter Planen und Zelte, Fahrzeugausstattung sowie Schutzkleidung und technische Textilien. Je nach Fachrichtung werden unterschiedliche Schwerpunkte in der Verarbeitung und Veredelung technischer Textilien gesetzt. Die Wahl der Fachrichtung hängt in der Regel vom Ausbildungsbetrieb ab.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Technischen Konfektionär benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik, Werken oder Textilkunde können die Bewerbungschancen verbessern.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Technische Konfektionäre?
Technische Konfektionäre sind in der Textil- und Bekleidungsindustrie, aber auch bei Herstellern von technischen Textilien wie Planen, Markisen, Sicherheitsausrüstungen oder Fahrzeugausstattungen tätig. Zu den Arbeitgebern zählen Zeltbau- und Planenbetriebe, Automobilzulieferer, Schutzausrüstungshersteller sowie Segelmachereien. Auch handwerkliche Betriebe der Polsterei und Raumausstattung beschäftigen Fachkräfte dieses Berufs.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Technische Konfektionäre eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister im Textilbereich anstreben. Mit dem Meistertitel besteht zudem die Möglichkeit, ohne Abitur an bestimmten Fachhochschulen zu studieren, etwa in Textiltechnik oder Bekleidungstechnik. Auch betriebliche Aufstiegspositionen als Vorarbeiter oder Teamleiter sind möglich.

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