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IT-System-Elektroniker

IT-System-Elektroniker installieren, konfigurieren und warten IT-Infrastrukturen in Unternehmen – von Netzwerkkomponenten über Server bis zu Endgeräten. Der Beruf verbindet Elektronik mit Informationstechnik und erfordert sowohl handwerkliches Geschick beim Kabelmanagement als auch tiefes Systemverständnis. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die strukturiert arbeiten und Freude an der Fehlerdiagnose sowie am direkten Kundenkontakt haben.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2800 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als IT-System-Elektroniker?

Der Arbeitstag beginnt oft mit der Durchsicht offener Tickets im Helpdesk-System (z. B. JIRA oder ServiceNow). Morgens werden häufig Vor-Ort-Einsätze geplant: Server-Racks in Rechenzentren bestücken, Patchpanels mit Cat6- oder Glasfaserkabeln verdrahten oder Switches und Router (z. B. Cisco Catalyst, HP ProCurve) in Netzwerkschränken konfigurieren. Konkrete Aufgabe: Ein neuer Arbeitsplatz-PC wird aus dem Lager geholt, per PXE-Boot mit einem Windows-Image bespielt, in die Active-Directory-Domäne aufgenommen und mit Druckern sowie VPN-Client konfiguriert. Nachmittags stehen häufig Fehlerdiagnosen an: Mit Netzwerktestern wie dem Fluke Networks DSX-2-5000 werden Kabeldurchgänge gemessen, mit Wireshark wird der Datenverkehr analysiert. Eine weitere typische Aufgabe: RAID-Controller austauschen, Festplatten in einem Dell PowerEdge-Server ersetzen und anschließend Backups über Veeam Backup & Replication verifizieren. Gearbeitet wird in Serverräumen, beim Kunden vor Ort oder in der eigenen Werkstatt. Enger Austausch erfolgt mit Netzwerkadministratoren, Systemadministratoren und IT-Projektleitern.

Wo arbeitest du?

IT-System-Elektroniker arbeiten bei IT-Systemhäusern (z. B. Bechtle, Cancom, Bechtle Logistik & Service), Telekommunikationsunternehmen (Deutsche Telekom, Vodafone), produzierenden Unternehmen mit eigener IT-Abteilung, Banken, Versicherungen und Krankenhäusern mit großer IT-Infrastruktur sowie bei Facility-Management-Unternehmen. In der Branche herrscht deutlicher Fachkräftemangel – qualifizierte Absolventen finden in der Regel schnell eine Anstellung.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die Ausbildungsinhalte in Mathematik, Physik und Englisch (Fachliteratur, Herstellerdokumentationen) anspruchsvoll sind. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Berechnungen in der Elektrotechnik), Physik (elektrische Grundgrößen) und Englisch (englischsprachige Systemoberflächen und Dokumentationen). Persönlich wichtig sind analytisches Denkvermögen zur strukturierten Fehlersuche, Konzentrationsfähigkeit bei Verdrahtungsarbeiten, Kommunikationsstärke im Kundenkontakt und handwerkliches Geschick für saubere Kabelinstallationen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen elektrotechnische Grundlagen im Vordergrund: Ohmsches Gesetz, Schaltungstechnik, Messen elektrischer Größen mit Multimeter und Oszilloskop sowie Sicherheitsvorschriften nach VDE 0100. Außerdem: Grundlagen der IT-Systeme, PC-Hardware-Komponenten, Betriebssysteme (Windows Server, Linux-Grundlagen) und erste Netzwerkgrundlagen (OSI-Modell, IPv4-Adressierung). Im 2. Lehrjahr folgt die Vertiefung: Strukturierte Verkabelung nach EN 50173, WLAN-Planung (IEEE 802.11), Virtualisierung mit VMware oder Hyper-V, Active Directory, DHCP/DNS-Konfiguration und Datenschutzgrundlagen (DSGVO). Im 3. Lehrjahr werden Spezialisierungen ausgebaut: IT-Sicherheit, Firewalls, VPN-Konfiguration (IPSec, SSL), Cloud-Dienste (Azure, AWS-Grundlagen), IT-Service-Management nach ITIL sowie Kundenberatung und Projektdokumentation. Im Unterschied zu Fachinformatikern liegt der Schwerpunkt klar auf physischer Infrastruktur und Hardware.

Informations- und TelekommunikationstechnikElektrotechnik / SystemelektronikIT-Sicherheit und DatenschutzWirtschafts- und SozialkundeEnglisch (technisches Fachgebiet)

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 findet am Ende des 2. Ausbildungsjahres (ca. Frühjahr) statt und umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe von 7 Stunden: Planung, Aufbau und Inbetriebnahme eines IT-Systems inklusive Dokumentation. Hinzu kommt ein schriftlicher Teil mit 90 Minuten. Teil 2 findet am Ende des 3. Lehrjahres (Frühjahr oder Herbst) statt und besteht aus vier Prüfungsbereichen: 'Systemintegration' (schriftlich, 90 Min., Gewichtung 20 %), 'Informations- und Telekommunikationstechnik' (schriftlich, 90 Min., Gewichtung 20 %), 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 60 Min., Gewichtung 10 %) sowie einem 'Betrieblichen Auftrag' (Projektarbeit mit Dokumentation + Fachgespräch ca. 15 Min., Gewichtung 50 %). Der betriebliche Auftrag wird beim zuständigen IHK-Prüfungsausschuss eingereicht. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn in Teil 1 und Teil 2 zusammen sowie im Gesamtergebnis mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden und kein Prüfungsbereich mit weniger als 30 Punkten bewertet wurde.

Prüfungsthemen

  • Planung und Aufbau von IT-Infrastrukturen (strukturierte Verkabelung, Netzwerktopologien)
  • Konfiguration von Netzwerkkomponenten (Router, Switches, Firewalls, VLANs)
  • Server-Installation und Virtualisierung (Windows Server, VMware, Hyper-V)
  • IT-Sicherheit und Datenschutz (DSGVO, Firewalls, VPN, Verschlüsselung)
  • Elektrotechnische Grundlagen und Messtechnik (VDE-Vorschriften, Multimeter, Leitungsmessung)
  • IT-Service-Management und Kundenberatung (Ticketsysteme, ITIL-Grundlagen)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Arbeitsrecht, Betriebswirtschaft)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Der 'Geprüfte Techniker Fachrichtung Informatik (HWK/IHK)' oder der 'Staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Elektronik/Informationstechnik' sind klassische Aufstiegswege. Mit Fachabitur oder Abitur ist ein Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Elektrotechnik möglich. Beliebt sind auch IHK-Zertifikate wie CCNA (Cisco Certified Network Associate) oder CompTIA A+/Network+. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Netzwerkadministrator, IT-Projektleiter, Teamleiter IT-Infrastruktur oder IT-Security-Spezialist realistisch. Gehaltlich sind nach der Ausbildung 2.600–3.200 EUR brutto möglich, erfahrene Spezialisten erreichen 4.000–5.500 EUR monatlich.

Bewerbungstipps

Bewerbungen sollten 12–18 Monate vor Ausbildungsstart (also ab Herbst des Vorjahres) eingereicht werden, da große Systemhäuser früh planen. Die Bewerbungsmappe umfasst Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und ggf. Nachweise über Praktika oder IT-Kurse. Viele Unternehmen setzen einen IHK-Einstellungstest mit Schwerpunkten in Mathematik, Logik und Technikverständnis ein. Im Vorstellungsgespräch werden technische Grundkenntnisse (Wie funktioniert ein Netzwerk? Was ist eine IP-Adresse?) und Eigenmotivation abgefragt. Punkten lässt sich mit nachgewiesener Eigeninitiative: private IT-Bastelprojekte (Raspberry Pi, Heimnetzwerk), bestandene Online-Kurse (z. B. Cisco NetAcad Grundlagen) oder ein IT-Praktikum hinterlassen bei Ausbildern einen nachhaltigen Eindruck.

Ratgeber

Der IT-System-Elektroniker ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG/IHK. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 620 und 900 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.800 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es beim IT-System-Elektroniker Spezialisierungen oder Fachrichtungen?
Der Ausbildungsberuf IT-System-Elektroniker ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können Betriebe inhaltliche Schwerpunkte setzen – etwa in den Bereichen Netzwerktechnik, IT-Infrastruktur oder industrielle IT-Systeme. Im Wahlqualifikationsbereich können ergänzende Themen wie IT-Sicherheit oder vernetzte Systeme vertieft werden.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum IT-System-Elektroniker benötigt?
Formal gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestanforderung an den Schulabschluss. In der Praxis bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschule) oder Abitur. Bewerber mit Hauptschulabschluss haben bei sehr guten Noten in Mathematik und Physik ebenfalls Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können IT-System-Elektroniker arbeiten?
IT-System-Elektroniker sind in nahezu allen Wirtschaftszweigen gefragt, da IT-Infrastruktur branchenübergreifend benötigt wird. Typische Arbeitgeber sind IT-Dienstleister, Systemhäuser, Telekommunikationsunternehmen, Industrie- und Fertigungsbetriebe sowie öffentliche Einrichtungen und Krankenhäuser. Auch Rechenzentren und Unternehmen mit eigener IT-Abteilung beschäftigen diesen Berufsstand.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Techniker (z. B. Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Informatik) oder zum Meister weiterzubilden. Alternativ kann über die IHK die Prüfung zum Geprüften IT-Operativen Professional abgelegt werden. Mit der Ausbildung und Berufserfahrung ist zudem ein Studium – etwa Informatik oder Elektrotechnik – an Fachhochschulen möglich, teils auch ohne Abitur über entsprechende Zugangsprüfungen.

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