Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) arbeiten in Apotheken an der Schnittstelle zwischen Pharmazie und kaufmännischer Verwaltung. Sie übernehmen Warenwirtschaft, Abrechnung und die Beratung bei apothekenüblichen Produkten – nicht aber die Arzneimittelberatung, die Apothekern vorbehalten ist. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Interesse an Gesundheitsthemen, Zahlen und direktem Kundenkontakt.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
650–950 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2200 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Morgens beginnt der Arbeitstag in der Apotheke mit der Warenannahme: PKA prüfen eingehende Lieferungen von Großhändlern wie PHOENIX oder Sanacorp, kontrollieren Verfallsdaten, scannen Barcodes mit dem Warenwirtschaftssystem (z. B. ADG, Lauer-Fischer IXOS oder Pharmatechnik IXOS) und räumen das Warenlager systematisch nach FIFO-Prinzip ein. Sie überwachen Kühlketten für temperatursensible Arzneimittel und pflegen die Lagerbestände digital. Nachmittags stehen häufig Kassentätigkeiten, die Beratung bei freiverkäuflichen Produkten wie Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetika und Hilfsmitteln sowie die Kommissionierung von Botendienst-Bestellungen auf dem Programm. PKA erstellen Sichtwahlregale neu, gestalten Schaufenster und Werbedisplays. Außerdem bearbeiten sie die Abrechnung von Kassenrezepten nach § 300 SGB V gegenüber Krankenkassen, prüfen auf Formfehler und übermitteln Abrechnungsdaten elektronisch über die Rechenzentren. Eng zusammengearbeitet wird täglich mit Apothekern, PTAs und Apothekenhelfern.
PKA arbeiten nahezu ausschließlich in öffentlichen Apotheken – sowohl in Einzelapotheken als auch in Apothekenketten wie BENU, Linda, Noweda-Verbundapotheken oder DocMorris-Filialen. Selten finden sich Stellen in Krankenhausapotheken oder bei Pharmagroßhändlern (PHOENIX, Sanacorp, AEP). Deutschlandweit gibt es rund 18.000 Apotheken; der Fachkräftemangel ist spürbar, besonders in ländlichen Regionen, was die Übernahmechancen nach der Ausbildung deutlich erhöht.
Empfohlen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss), da die kaufmännischen und rechtlichen Inhalte ein solides Grundverständnis in Mathematik und Deutsch erfordern. Wichtige Schulfächer sind Mathematik (Prozentrechnung, Kalkulation), Deutsch (Korrespondenz, Beratungsgespräche) und Biologie (Grundverständnis für Arzneimittelgruppen). Persönlich sollten Bewerber Sorgfalt, Organisationstalent und Freude am Umgang mit Menschen mitbringen. Ein Interesse an Gesundheitsthemen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen sowie Diskretion im Umgang mit sensiblen Kundendaten sind besonders wichtig.
Im 1. Lehrjahr werden Grundlagen der Warenwirtschaft vermittelt: Wareneingangsprüfung, Lagerorganisation, Apothekenrecht und der Aufbau des Gesundheitssystems. Erste Kenntnisse über Arzneimittelgruppen, Hilfsmittel und apothekenübliche Waren werden erarbeitet. Kaufmännische Basiskompetenzen wie Buchführung, Rechnungswesen und Datenschutz (DSGVO in der Apotheke) stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Im 2. und 3. Lehrjahr vertiefen sich die Kenntnisse in der Abrechnung (Kassenrezepte, Privatrezepte, Hilfsmittelversorgung), im Marketing und der Verkaufsförderung sowie in der Betriebswirtschaft der Apotheke. Themen wie Skonti, Rabattverträge und apothekenspezifische IT-Systeme werden praxisnah geübt. Im Vergleich zur PTA-Ausbildung liegt der Schwerpunkt klar auf kaufmännischen Prozessen, nicht auf pharmazeutischer Fachberatung.
Die Abschlussprüfung für PKA wird von der zuständigen Apothekerkammer (nicht der IHK) nach der PKA-Ausbildungsordnung abgenommen. Zwischenprüfung: Sie findet im 2. Lehrjahr statt und umfasst einen schriftlichen Test (ca. 120 Minuten) zu Warenwirtschaft, Apothekenrecht und kaufmännischen Grundlagen. Die Zwischenprüfung ist nicht bestandsrelevant, dient aber der Standortbestimmung. Abschlussprüfung Teil 1 – Schriftlich: Drei Prüfungsbereiche werden schriftlich geprüft: 'Warenbeschaffung und Warenwirtschaft' (90 Minuten, 30 % Gewichtung), 'Kaufmännische Steuerung und Abrechnung' (90 Minuten, 30 % Gewichtung) sowie 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (60 Minuten, 10 % Gewichtung). Abschlussprüfung Teil 2 – Praktisch/Mündlich: Eine praktische Arbeitsaufgabe in der Apotheke (ca. 60 Minuten, 20 % Gewichtung) sowie ein Fachgespräch (ca. 15 Minuten, 10 % Gewichtung). Zum Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte (von 100) erforderlich; kein Bereich darf mit 'ungenügend' bewertet werden.
Prüfungsthemen
Nach der Ausbildung bieten sich PKA mehrere konkrete Weiterbildungswege: Der Apothekenassistent IHK oder der Handelsfachwirt IHK sind direkte Aufstiegsmöglichkeiten. Wer eine Führungsrolle im Apothekeneinkauf oder in der Apothekenverwaltung anstrebt, qualifiziert sich als Apothekenleiter-Assistent oder absolviert ein Studium der Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen (B.A. Health Care Management). Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Apothekenleitungsassistenz, Filialverantwortliche in Apothekenketten (z. B. DocMorris, BENU, Noweda-Eigenapotheken) oder als Außendienst-Mitarbeiterin bei Pharmagroßhändlern realistisch. Das Gehalt steigt mit Berufserfahrung und Verantwortung auf 2.600–3.200 EUR brutto monatlich.
Bewerbungen sollten 12 bis 18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart (1. September) eingereicht werden, da viele Apotheken früh planen. In die Bewerbungsmappe gehören ein individuelles Anschreiben mit konkretem Bezug zur jeweiligen Apotheke, ein tabellarischer Lebenslauf, das letzte Schulzeugnis sowie Nachweise über Praktika – idealerweise in einer Apotheke oder im Gesundheitswesen. Ein Eignungstest ist nicht standardisiert vorgegeben, einige Apotheken setzen jedoch einen kurzen Mathematik- und Deutschtest ein. Im Vorstellungsgespräch überzeugen Bewerber durch Kenntnisse über die Unterschiede zwischen PKA und PTA, Interesse an Warenwirtschaft und Abrechnung sowie durch gepflegtes, kundenorientiertes Auftreten. Ein absolviertes Apothekenpraktikum vorab wirkt sich sehr positiv aus.
Ratgeber
Der Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 650 und 950 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger durchschnittlich ab 2.200 Euro brutto monatlich.
Veranstaltungskaufmann
Veranstaltungskaufleute planen, organisieren und vermarkten Kongresse, Messen, Firmenevents, Konzerte und Kulturveranstaltungen von der Konzeptidee bis zur Nachkalkulation. Der Beruf verbindet kaufmännisches Denken mit Kreativität und hohem Koordinationsaufwand unter Zeitdruck. Er eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Organisationstalent, die gerne mit Dienstleistern, Kunden und Technikteams zusammenarbeiten.
3 Jahre →
Kaufmann im Groß- und Außenhandel
Kaufleute im Groß- und Außenhandel organisieren den Einkauf und Verkauf von Waren in großen Mengen zwischen Herstellern, Händlern und gewerblichen Abnehmern. Besonders ist die Kombination aus kaufmännischer Sachbearbeitung, Logistikkoordination und internationalem Handel. Der Beruf eignet sich für Menschen mit Organisationstalent, Freude an Verhandlungen und Interesse an Wirtschaft sowie globalen Warenströmen.
3 Jahre →
Kaufmann für Versicherungen und Finanzen
Kaufleute für Versicherungen und Finanzen beraten Privat- und Geschäftskunden zu Versicherungsprodukten, Vorsorgelösungen und Finanzdienstleistungen. Sie analysieren den Absicherungsbedarf, erstellen Angebote und wickeln Versicherungsverträge sowie Schadenfälle ab. Der Beruf eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Interesse an Wirtschaft, Mathematik und rechtlichen Zusammenhängen, die gerne beratend tätig sind.
3 Jahre →
Verkäufer
Verkäuferinnen und Verkäufer sind das Herzstück des Einzelhandels und beraten Kunden direkt im Geschäft, an der Kasse oder im Lager. Die zweijährige Ausbildung vermittelt fundiertes Wissen über Warenkunde, Kassiervorgänge und Kundenkommunikation. Der Beruf eignet sich für kommunikative, serviceorientierte Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und ein breites Warenspektrum kennenlernen möchten.
2 Jahre →