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Textil- und BekleidungsberufeBBiG

Textilreiniger

Textilreiniger sind Fachleute für die professionelle Reinigung, Pflege und Instandhaltung von Textilien, Leder und Pelzen. Sie beherrschen chemische Reinigungsverfahren (Trockenreinigung mit Lösungsmitteln wie Perchlorethylen oder Kohlenwasserstoffen), Nassreinigung und Wäschepflege. Der Beruf eignet sich für Menschen mit handwerklichem Geschick, Feingefühl für Materialien und Interesse an Chemie sowie Textilfaserkunde.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

500–750 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Textilreiniger?

Morgens beginnen Textilreiniger mit der Annahme und Begutachtung von Kleidungsstücken, Heimtextilien oder Spezialartikeln wie Hochzeitskleidern oder Uniformen. Sie analysieren Flecken, prüfen Pflegeetiketten und wählen das geeignete Reinigungsverfahren aus – etwa Trockenreinigung in Reinigungsmaschinen (Böwe, Kannegiesser, Becker) oder Nassreinigung mit speziellen Nassreinigungsanlagen. Hartnäckige Flecken werden manuell mit Fleckentfernungsmitteln (Nass-, Fett- oder Kombinationsflecken) am Spritztisch vorbehandelt. Nachmittags laufen Reinigungsmaschinen mit definierten Programmen (Lösungsmittelart, Temperatur, Schleuderzeit). Fertig gereinigte Stücke werden auf Formfinishern, Bügelautomaten und Hemdenbügelautomaten (z. B. Veit, Kannegiesser) nachbehandelt und geformt. Textilreiniger dokumentieren Behandlungsschritte, beraten Kunden zu Pflegemöglichkeiten und koordinieren Reparaturarbeiten wie Nähte oder Knopfersatz. Auch die Wartung und Pflege der Maschinen sowie das Einhalten von Umwelt- und Chemikalienvorschriften gehören zum Alltag.

Wo arbeitest du?

Textilreiniger arbeiten überwiegend in Handwerksbetrieben: inhabergeführten Reinigungen und Textilpflegebetrieben, Filialketten wie Miele Textile Care, Senzera oder Waschsalon-Ketten sowie industriellen Großwäschereien (z. B. Berendsen, Elis, CWS-boco) für Krankenhäuser, Hotels und Gastronomie. Weitere Einsatzorte sind Leder- und Pelzspezialisten sowie Theaterkostümabteilungen. In der Branche besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, da der Beruf wenig bekannt ist, aber stetig Nachfrage besteht.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss, besser ein Realschulabschluss. Wichtige Schulfächer sind Chemie (Verständnis von Lösungsmitteln, Fleckenchemie), Biologie (Faserkunde), Mathematik (Dosierungen, Betriebskosten) und Deutsch (Kundenkommunikation, Dokumentation). Persönliche Stärken: Sorgfalt und Feingefühl im Umgang mit hochwertigen Kleidungsstücken, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Chemikalien, handwerkliches Geschick, Farbsicherheit (keine Rot-Grün-Schwäche), Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Ein Praktikum in einem Textilreinigungsbetrieb ist sehr empfehlenswert.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Textilfaserkunde (Baumwolle, Wolle, Seide, Polyester, Viskose) und Pflegekennzeichnung im Vordergrund. Azubis lernen einfache Wasch- und Reinigungsverfahren, den Umgang mit Waschmitteln und Chemikalien sowie grundlegende Fleckenbehandlung. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sie die Trockenreinigung mit Lösungsmitteln, Nassreinigungsverfahren und den Einsatz von Formfinishern und Bügelmaschinen. Qualitätskontrolle, Maschinenwartung und Umweltschutzvorschriften (ChemVerbotsV, TRGS) werden intensiv behandelt. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialbereiche wie Leder- und Pelzreinigung, Teppichreinigung, Großwäscherei-Prozesse sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen und Kundenberatung. Im Vergleich zu verwandten Berufen wie Wäscher oder Bekleidungsschneider liegt der Fokus klar auf chemisch-technischen Reinigungsprozessen und Textilfaserwissen.

Textilpflege und ReinigungstechnologieTextil- und FaserkundeChemie der Reinigungs- und PflegemittelBetriebswirtschaft und RechnungswesenWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet Mitte des zweiten Lehrjahres (ca. Herbst/Winter) statt. Sie umfasst einen schriftlichen Teil mit Aufgaben zu Textilfaserkunde, Fleckenbehandlung und Pflegekennzeichnung (Dauer: 120 Minuten) sowie eine praktische Aufgabe zur Begutachtung und Vorreinigung von Textilien (ca. 60 Minuten). Die Abschlussprüfung (Teil 2) findet am Ende des dritten Lehrjahres statt. Sie besteht aus: Prüfungsbereich 'Reinigen und Pflegen' (praktische Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch, ca. 210 Minuten, Gewichtung 50 %), 'Technologie und Chemie' (schriftlich, 90 Minuten, Gewichtung 20 %), 'Textilien und Pflegekennzeichnung' (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 10 %), 'Wirtschafts- und Sozialkunde' (schriftlich, 60 Minuten, Gewichtung 10 %) sowie 'Kommunikation und Kundenberatung' (schriftlich/mündlich, 30 Minuten, Gewichtung 10 %). Zum Bestehen müssen alle Bereiche mit mindestens 50 von 100 Punkten abgeschlossen werden; der praktische Bereich darf nicht unter 30 Punkte fallen.

Prüfungsthemen

  • Textilfaserkunde und Pflegekennzeichnung (Naturfasern, Chemiefasern, ISO-Symbole)
  • Trockenreinigungsverfahren und Lösungsmittel (Perchlorethylen, Kohlenwasserstoffe)
  • Nassreinigungsverfahren und Waschchemie (Tenside, Waschmittelzusätze, Wasserhärte)
  • Fleckenbehandlung und Vorbehandlungsmethoden
  • Bügle- und Finishingtechniken (Formfinisher, Hemdenbügelautomaten)
  • Umweltschutz, Chemikalienrecht und Arbeitssicherheit (TRGS, ChemVerbotsV)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Kundenberatung

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungen an: Meister/-in für Textilreinigung (HwK-Meisterprüfung) als klassischer Aufstiegsweg zur Leitung eines Reinigungsbetriebs. Alternativ ist der Techniker (Staatlich geprüfter Techniker für Textilreinigung) möglich. Mit Abitur oder Fachhochschulreife sind Studiengänge wie Textiltechnik (B.Eng.), Chemieingenieurwesen oder Betriebswirtschaft attraktiv. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen wie Betriebsleiter, Filialbetreuer in Reinigungsketten oder selbstständiger Inhaber eines Reinigungsbetriebs realistisch. Spezialisierungen in der Leder- und Pelzpflege, Teppichreinigung oder industriellen Krankenhauswäscherei sind möglich. Das Monatsgehalt steigt mit Meisterstatus auf 2.800–3.500 EUR brutto.

Bewerbungstipps

Bewerben sollte man sich 12–18 Monate vor Ausbildungsbeginn (also ab Herbst/Winter für den Start im folgenden Sommer/Herbst). Die Bewerbungsmappe sollte Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und – falls vorhanden – ein Praktikumszeugnis aus einem Reinigungsbetrieb enthalten. Im Vorstellungsgespräch fragen Ausbilder häufig nach dem Umgang mit empfindlichen Textilien, Interesse an Chemie und Farbsicherheit. Ein einfacher Farbblindstest kann Teil des Eignungsgesprächs sein. Einige Betriebe nutzen den IHK-Einstellungstest oder eigene praktische Tests (z. B. Fleckenidentifikation). Wer bereits erste Kenntnisse in Pflegekennzeichnung (ISO-Pflegesymbole) oder eigene Erfahrungen mit Kleidungspflege nennt und Sorgfalt und Zuverlässigkeit glaubhaft vermittelt, überzeugt Ausbilder besonders.

Ratgeber

Der Textilreiniger ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG. Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Betrieb und Lehrjahr zwischen 500 und 750 Euro monatlich. Nach der Ausbildung verdienen Berufseinsteiger in der Textilpflege und chemischen Reinigung durchschnittlich ab 2.100 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Gibt es Spezialisierungen im Beruf Textilreiniger?
Im Beruf Textilreiniger gibt es verschiedene Arbeitsschwerpunkte, darunter chemische Reinigung, Wäscherei und Heißmangelbetrieb sowie Textilpflege für Berufskleidung oder Hotellerie. Betriebe können sich auf bestimmte Kundensegmente wie Privathaushalte, gewerbliche Wäschereien oder Krankenhauswäsche spezialisieren. Eine formale Fachrichtungseinteilung im Ausbildungsrahmenplan besteht jedoch nicht.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Textilreiniger?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, da die Berufswahl nach BBiG dem Betrieb obliegt. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Grundkenntnisse in Chemie und Physik sind hilfreich, da der Beruf den Umgang mit Reinigungsmitteln und technischen Anlagen umfasst.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Textilreiniger?
Textilreiniger arbeiten hauptsächlich in chemischen Reinigungen, gewerblichen Wäschereien und Textilpflegebetrieben. Weitere Arbeitgeber sind Hotels, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit eigenen Wäschereiabteilungen sowie Anbieter von Berufskleidungsservice. Die Branche ist mittelständisch geprägt, wobei sowohl kleine Familienbetriebe als auch größere Dienstleistungsunternehmen ausbilden.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Textilreiniger?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, den Meister im Textilreiniger-Handwerk abzulegen, was zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildungsleitung berechtigt. Darüber hinaus können Weiterbildungen im Bereich Betriebswirtschaft oder Qualitätsmanagement absolviert werden. Mit Hochschulzugangsberechtigung oder über Berufsqualifizierung ist auch ein Studium, beispielsweise in Textiltechnik oder Betriebswirtschaft, möglich.

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